Feldbergchaos: Thorsten Schorr äußert sich zur Kritik am Kreis

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HOCHTAUNUS - (inf). Nachdem die Schmittener FWG und FDP nach dem Schneechaos am Feldberg ein Verkehrskonzept gefordert und den Kreis kritisiert haben, äußerte sich nun der Erste Beigeordnete Thorsten Schorr zu den Vorwürfen. "Natürlich ist der Hochtaunuskreis in all der Zeit nicht untätig gewesen. Wir haben die Verkehrslenkung umgesetzt, Klapptafeln weisen auf die Verkehrsführung sowie die Parkplatzsituation hin und wenn es erforderlich wurde, haben wir Verstärkerbusse eingesetzt und schon über eine Parkplatzbewirtschaftung nachgedacht", sagt Schorr gegenüber dem Usinger Anzeiger.

Bereits vor den Weihnachtsfeiertagen haben sich die Vertreter des Kreises zusammen mit den Bürgermeistern der Anrainerkommunen per Videoschalte zusammengesetzt und ein Konzept für die Feiertage erarbeitet. Dort habe man sich beispielsweise darauf geeinigt, dass das Feldbergplateau über die Feiertage gesperrt bleiben würde. "Dann kam der Wintereinbruch mit allem, was dazugehört." Darauf habe man schon aus Sicherungsgründen schnell reagieren und weiträumig absperren müssen, da überall im Hochtaunus wegen geschädigter Bäume Schneebruchgefahr und damit unmittelbare Gefahr für Leib und Leben herrscht. Auch der Busverkehr wurde eingestellt: "Wir machen momentan nichts, das den Berg für Tagestouristen auch noch attraktiver macht", so Schorr. Trotzdem sei die Gefahr noch nicht gebannt. Er gehe davon aus, dass die Sperrung des Feldberggebiets sogar noch über das Wochenende hinaus anhalten könnte - wenn sich an der Wetterlage nicht gravierend etwas ändert. Nichtsdestotrotz äußert Schorr Verständnis für die Schmittener Bürger. "Eine solche Situation haben viele Anwohner noch nie erlebt, die Zustände waren tatsächlich unhaltbar", so Schorr.

Doch was kann man tun, damit sich ein solcher Ansturm nicht noch einmal wiederholt? "Ich weiß nicht, ob man darauf überhaupt Einfluss hat", sagt Schorr. Denn das letzte Wochenende habe gezeigt, dass die Menschen, als sie nicht mehr bis zum Feldberg durchkamen, ihren Wagen bereits in Falkenstein und Oberems haben stehen lassen und dort ohne ausreichende Schneedecke Schlittengefahren sind. "Wir haben am Feldberg eine schizophrene Situation erlebt. Menschen sind, trotz aller Radiodurchsagen, Straßensperren und vollgeparkter Parkplätze trotzdem dorthin gefahren." Leider könne man nicht verhindern, dass Menschen, sich entgegen aller Warnungen und Verbote doch darüber hinwegsetzen. Die weiträumigen Straßensperrungen, so hofft Schorr, dürften jedoch dabei helfen, ein Verkehrschaos in den kommenden Tagen zu vermeiden. Er geht von einer Entspannung der Lage aus, sobald sich das Wetter bessert.

In der angesprochenen Bürgermeisterrunde versuche man kontinuierlich zusammen mit der Landespolizei, den Ordnungsämtern und der Bergwacht das Problem konstruktiv und gemeinsam zu koordinieren und in den Griff zu bekommen. "Wir besprechen gerade, wie wir in Zukunft weiter vorgehen", so Schorr.

Kritisch äußerte sich Schorr zu den Anmerkungen der Schmittener Fraktionen. "Solch Parteipopulistischen Forderungen mit Hinblick auf den kommenden Kommunalwahlkampf helfen uns in dieser Situation nicht weiter", sagt Schorr. Stattdessen hält er viel von konstruktiver Zusammenarbeit. Eines jedoch machte Schorr klar: "Natürlich werden wir über den ÖPNV nicht alles abdecken können. Wir werden weiterhin sehr viel Individualverkehr haben. Doch ich wehre mich dagegen, dass wir dort noch weitere Bäume roden müssen, um noch mehr Parkplätze zu bauen." Schließlich appelliert Schorr an die Menschen, die trotz allem auf den Feldberg fahren, sich dort rücksichtsvoll zu verhalten, die Abstände einzuhalten sowie alles, was sie den Berg hinaufbringen auch wieder mit herunter zu nehmen.

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