Hochtaunuskreis: Kreisweit 89 Infizierte in Altenheimen

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HOCHTAUNUS - (inf). Sind es tatsächlich die Altenheime, in denen das Virus besonders grassiert und Senioren, die an einer Infektion sterben? Wie ist die Verteilung der Infektionen im Hochtaunuskreis? Der UA hat mit Kreisgesundheitsdezernent Thorsten Schorr darüber gesprochen.

Schorr zu der Anzahl der Infizierten in Altenheimen im Hochtaunuskreis:

Schorr berichtet, dass in Pflegeeinrichtungen momentan 89 Personen infiziert sind bei insgesamt 510 aktiven Fällen im Hochtaunuskreis. Insgesamt gebe kreisweit etwa 4100 Plätze in Pflegeeinrichtungen. Dabei entfielen auf den Vordertaunus etwa 3500 Plätze, im Usinger Land gebe es etwa 560 Heimplätze. Ob sich eine Infektion in einer Pflegeeinrichtung ausbreite, hänge auch ganz stark von den lokalen Gegebenheiten der Pflegeheime ab - ob beispielsweise die Möglichkeit bestünde, Bewohner von anderen zu trennen. Darum ließe sich nicht genau eingrenzen, ob eine überwiegende Anzahl an Infektionen vermehrt im Vorder- oder Hintertaunus auftrete, sondern hänge von Fall zu Fall ab.

Schorr dazu, ob vorwiegend ältere oder jüngere Menschen im Kreis an Covid-19 verstorben sind:

Hier sei der Hochtaunuskreis ein Spiegel dessen, was insgesamt in der Bundesrepublik los ist. Es sei Fakt, dass ältere Bürgerinnen und Bürger stärker betroffen sind, als die Jüngeren, auch was die Schwere der Krankheitsverläufe anginge. Allerdings gebe es auch jüngere Menschen im Hochtaunuskreis, die einen schwereren Verlauf durchmachen mussten und ältere, die kaum etwas von ihrer Infektion gemerkt hätten. Auffallend sei noch, dass ein Teil der Verstorbenen älter gewesen sei und Vorerkrankungen gehabt habe.

Schorr dazu, bei wem sich die Menschen in Altenheimen vorwiegend anstecken:

Der Gesundheitsdezernent nennt zwei Hauptquellen für eine Corona-Infektion. Einerseits seien es die Angehörigen, die eine Infektion unbemerkt mit in die Altenheime tragen würden. Andererseits seien auch Infektionen durch das Pflegepersonal bekannt.

Schorr zum Thema "Hotspots" im Hochtaunuskreis:

Dies könne man, so Schorr, nicht benennen. Ohnehin warne er davor, den Kreis in zwei Lager aufzuteilen. Viele Menschen, die im Usinger Land leben, würden im Vordertaunus arbeiten. Da dort mehr Menschen auf einem dichtergedrängten Raum leben und arbeiten, seien dort natürlich auch die Rahmenbedingungen unterschiedlich.

Schorr zum Thema Nachverfolgung der Infizierten:

Schorr betont, die Gesundheitsämter geben ihr Besten, um die Infektionsketten nachzuverfolgen, was im November, als die Inzidenz extrem hoch gewesen sei, nicht mehr ausreichend möglich gewesen sei. Zudem kontrolliere das Gesundheitsamt auch, ob sich die Menschen an die Quarantäne halten. Natürlich seien auch Einzelfälle bekannt geworden, wo Infizierte die Quarantäne missachtet hätten. Da habe man dann mit der ganzen "Klaviatur des Möglichen" reagiert.

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