Ist der Hochtaunuskreis für Naturkatastrophen gewappnet?

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HOCHTAUNUS - (hs). Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal und vor allem die daraus zu ziehenden Lehren beschäftigten auch den Kreistag. Gleich mehrere Anträge, sowohl von der aus CDU, SPD und FW bestehenden Kreis-Koalition, als auch seitens der Opposition, befassten sich mit der Frage, ob der Kreis für solche Ereignisse gewappnet ist.

Defizite erkennen

Die FDP wollte vor allem wissen, ob die Bevölkerung schnell und effizient vor heraufziehender Gefahr gewarnt werden kann - und zwar auch dann, wenn beispielsweise der Strom oder das Netz bereits ausgefallen sind. "Was nützt die beste App, wenn das Netz zusammenbricht", fragte FDPler Holger Grupe. Folglich seien "althergebrachte" Methoden weiterhin gefragt. "Die Sirenen gehen auch, wenn Strom und Netz weg sind", so Grupe. Wichtig sei es darüber hinaus, sicherzustellen, dass die Bevölkerung die Warntöne der Sirenen auch richtig zu deuten wisse. Der Kreisausschuss soll nun einen Bericht über Stand des Zivilschutzes erarbeiten, damit mögliche Defizite erkannt und beseitigt werden können.

Auch die Grünen wollen es genauer wissen. "Der Klimawandel ist im Hochtaunuskreis angekommen, ein Schutz vor lokalen Unwettern ist dringend erforderlich", so Laura Burkart-Gorißen. Konkret soll der Kreisausschuss darstellen, wie die Erfahrungen des "Bundesweiten Warntags 2020" waren, ob es im Kreis mobile Wände gäbe, um Hochwasserbarrieren zu errichten, und ob Fließkarten existierten.

Norbert Fischer (CDU), Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Hochtaunus, erläuterte, warum der Kreis ein zentrales Katastrophenschutz-Lager brauche. Aktuell würden sich ein Großteil der Einsatzmittel auf den Einsatzfahrzeugen an den jeweiligen Standorten befinden. Dort sei jedoch häufig zu wenig Platz, sodass Teile der Ausrüstung, wie etwa Feldbetten, Fahrzeugdekontaminationsschleusen oder Jodtabletten, an anderen Orten gelagert werden müssten, etwa im Landratsamt oder in Kellerräumen von Schulen. "Zur Optimierung der Einsatzlogistik, der Lagerbedingungen- und -organisation ist es aber dringend notwendig, die derzeit insgesamt sechs Kleinlager des Zivil- und Katastrophenschutzes in einem Lager zusammenzufassen", so Fischer. Die Planungen für ein solches zentrales Lager sollen in enger Abstimmung mit der Stabsstelle Feuerwehr und Katastrophenschutz erfolgen.

Einstimmig beschlossen die Parlamentarier, den Kreisausschuss in seinen Planungen für ein solches Lager zu unterstützen. Auch die Anträge der FDP und der Grünen wurden einstimmig angenommen.

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