Lage in den Hochtaunuskliniken entspannt sich

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HOCHTAUNUS - (inf). Nachdem es in den Hochtaunuskliniken monatelang hoch her ging und die extra eingerichtete und von der Intensivstation abgetrennte Covid-19-Station des Hochtaunusklinikums bis zum letzten Bett mit Coronapatienten gefüllt gewesen ist, sind die sinkenden Inzidenzen in den Sommermonaten auch für das Personal des hiesigen Klinikums ein wahrer Segen.

Momentan liegen "nur" noch vier Patienten auf der Intensivstation - im Gegensatz zu elf Patienten, die es noch in den Wintermonaten gewesen sind.

"Natürlich sind wir alle glücklich, dass wir gerade ein wenig Zeit zum Durchatmen bekommen habe", sagt die Leiter der Hochtaunuskliniken, Dr. Julia Hefty gegenüber dem Usinger Anzeiger. Dementsprechend habe man die Mitarbeiter ermutigt, in den Sommermonaten die zuhauf angefallenen Überstunden abzubauen, wo immer es möglich ist. "Und das ist auch bitternötig. Denn unsere Mitarbeiter sind mittlerweile so ausgelaugt, dass sie sich dringend ordentlich erholen müssen", sagt Hefty.

Eineinhalb Jahre habe man auf den Intensivstationen fast durchgehend gearbeitet, mit einer kleinen Verschnaufpause im letzten Sommer. "Das hat meine Mannschaft ganz schön geschlaucht", so die Geschäftsführerin. Natürlich habe das Klinikum auch vom Bund Bonuszahlungen erhalten, so Hefty, doch das Geld ersetze die Erholung von den Anstrengungen der vergangenen Monate nicht, die das Klinikpersonal so dringend braucht.

Und ein wenig Entspannung ist dringend notwendig. Denn Hefty geht davon aus, dass die Delta-Mutante auch bald im Hochtaunuskreis ankommen wird - und mit ihr neuer Stress für das Klinikpersonal. "Mit Blick auf die Daten der umliegenden Staaten rechnen wir im Klinikum damit, dass wir im September wieder in Habacht-Stellung gehen müssen und die Zahlen anziehen werden." Ob und wie häufig die Deltavariante bereits im Hochtaunus vorhanden ist, darüber weiß Hefty selbst nichts. "Wir testen unsere Patienten zwar per Schnelltest und PCR, die Ergebnisse jedoch werden eingeschickt. Das RKI bekommt dann die Information darüber, welche Mutante vorliegt."

Allerdings seien die Verläufe der Infektion unterschiedlich und die Erkennung von Infizierten nicht immer einfach. "Wir haben hier komplett asymptomatische Leute gehabt, bis hin zu Leuten mit deutlichen Covid-Symptomen. Und nicht immer war Covid auch tatsächlich der Einweisungsgrund in die Hochtaunusklinik. Da wir jeden Patienten testen, haben wir so einige Patienten erkannt, die überhaupt nicht wussten, dass sie infiziert gewesen sind.

Gute Nachrichten gibt es für Patienten, die bereits zwei Mal geimpft sind. Denn auf der Intensivstation des Hochtaunusklinikums sei bislang noch kein Patient mit einer Doppelimpfung gelandet. Trotzdem sei dies kein Grund, unvorsichtig zu werden. Denn auch Menschen, die bereits zwei Mal geimpft worden seien, könnten durchaus noch mal eine Covid-19-Erkrankung entwickeln.

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