Noch einmal Streit um Feldberg-Seilbahn

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HOCHTAUNUS - (kh). Der Antrag, die Machbarkeitsstudie zur Seilbahn als Nahverkehrsmittel von Schmitten über den großen Feldberg bis nach Oberursel Hohemark auch auf Glashütten auszudehnen, ist gestern in der Regionalversammlung in Flörsheim von CDU, SPD und Grünen abgelehnt worden. Den Antrag hatte die Unabhängige Gruppe der Freien Demokraten, Freien Wähler und Parteilosen bereits 2019 gestellt, wurde aber mit Hinweis auf den bereits vergebenen Auftrag für die die Machbarkeitsstudie vertagt.

"Leider hat das Ergebnis auf sich warten lassen, und in der Zwischenzeit ist viel passiert. Umweltkatastrophen, das große Waldsterben aufgrund der Dürre oder Überschwemmungen aufgrund von Starkregen, die mehr als deutlich klargemacht haben, dass umweltfreundliche, nachhaltige Alternativen zum Individualverkehr in unserer Metropolregion geschaffen werden müssen - und zwar schnell - nicht erst in 30, 40 Jahren", so gestern die Bürgermeisterin a. D. Brigitte Bannenberg (Gemeinde Glashütten) für die Unabhängige Gruppe. Sie zeigte sich enttäuscht: "Warum bei Beauftragung der Studie Glashütten mit all den Pendlern, die über die B8 strömen und über das Nadelöhr des Königsteiner Kreisel müssen, komplett außen vor gelassen wurde, erschließt sich uns bis heute nicht." Wenn im Kreistag des Hochtaunuskreises dafür votiert werde, eine Seilbahn auf den Feldberg für touristische Zwecke weiterzuverfolgen, dann könne diese genauso gut bis Glashütten erweitert und für den ÖPNV genutzt werden, so Bannenberg, die darauf verwies, dass sowohl Land als auch Bund Seilbahnen mittlerweile als förderungsfähige Vorhaben einstuften.

Für Glashütten sei immer noch im Bundesverkehrswegeplan 2030 im vordringlichen Bedarf eine Umgehungsstraße vorgesehen, die in Glashütten aus den verschiedensten Gründen jedoch eindeutig niemand haben wolle. Eine Umgehungsstraße löse das Problem des Pendlerstroms nicht. Glashütten habe für einen kleinen Ort eine gute Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants und sei touristisch schon immer beliebt - durch Corona als Naherholungsziel und Feldbergkommune noch mehr. "Pendler kaufen gerne bei uns ein, weil es bequem ist, auf dem Nachhauseweg gleich neben der B8 eben mal bei Rewe oder Aldi einzukaufen, vielleicht noch einen kleinen Spaziergang entlang des Limes zu machen, ohne das Auto nochmals bewegen zu müssen, oder in einem unserer Restaurants oder Cafés zu verweilen. Es ist schön bei uns, schließlich sind wir Feldberganrainer, der kleine Feldberg gehört zu Glashütten genauso wie das Römerkastell. Dazu kommen Wanderer, Ausflügler, Mountain-Biker, Radfahrer, Freizeitsportler und natürlich unsere Bürger/innen, die sich gerne in unserer schönen Gemeinde bewegen", erklärte die ehemalige Glashüttener Bürgermeisterin. Eine Seilbahn sei eine umweltfreundliche nachhaltige Lösung, innerhalb weniger Jahre zu planen und zu bauen, im Vergleich zu Schiene und Straße geringer Flächenverbrauch, Glashütten dafür ein idealer Ausgangsstandort. Die Studie nenne aber nur Schmitten als Startpunkt; auf Seite 31 heiße es: "Die Gemeinde Glashütten [...] kann als Teil des Einzugsgebietes für eine in Schmitten startende Seilbahn vernachlässigt werden, da von Glashütten aus im 30-Minuten-Takt ÖPNV-Verbindungen in Richtung Frankfurt über Königstein bestehen, die hinsichtlich der Anzahl der Umstiege und der Reisezeit günstiger sind als die Reisekette Glashütten-Schmitten-Hohemark-Frankfurt."

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