Pandmie-Folgen: Muss Hochtaunuskreis Gürtel enger schnallen?

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HOCHTAUNUS - (hs). Am 12. Juni tritt der Haushalt des Kreistags in Kraft. Er sei ohne Auflagen vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt worden. Dies teilte Landrat Ulrich Krebs (CDU) auf der jüngsten Sitzung des Kreistags mit. Abgelehnt wurde mit den Stimmen der Koalition aus CDU, SPD und FW ein Antrag der FDP, einen runden Tisch zu installieren, bei dem sich Vertreter des Hochtaunuskreises und der Gastronomie austauschen und über weitere Schritte aus der Pandemie diskutieren könnten.

Das Regierungspräsidium Darmstadt habe den Kreis darauf hingewiesen, dass sich die Haushaltslage aufgrund der Folgekosten der Pandemiebekämpfung anspannen dürfte, sagte Landrat Krebs. Der Kreis solle entsprechende Rücklagen bilden und rechtzeitig Sparmaßnahmen ergreifen. Krebs erläuterte, dass der Kreis dies bereits tue. Er werde unter anderem Investitionen und Leistungen auf ihre Dringlichkeit prüfen, die nächsten drei Monate keine freigewordenen Stellen neu besetzen und "konsequentes Schuldenmanagement" betreiben.

Runder Tisch abgelehnt

Mehr "Konsequenz" im Austausch mit den Gastronomen forderte die FDP. Der Austausch, der jüngst zwischen dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga und Vertretern des Kreises stattgefunden hatte (der Usinger Anzeiger berichtete), müsse "verstetigt" werden, sagte Fraktionssprecher Stefan Naas. Die Pandemie sei noch nicht vorbei, viele Menschen würden vermutlich Urlaub in Deutschland machen. "Das ist auch eine große Chance für den Hochtaunuskreis", so Naas. Die FDP könne sich auch eine seitens des Kreises eine "Anschubfinanzierung" für Gastronomen vorstellen, sollten diese aktuell Investitionen planen.

Der Erste Kreisbeigeordnete Thorsten Schorr bezeichnete den Antrag der FDP zwar als sinnvoll, verwies aber darauf, dass sich der Kreis bereits im Austausch mit den Gastronomen befinde. "Außerdem meine ich als Dezernent für Wirtschaftsförderung, dass auch noch weitere Branchen von der Pandemie betroffen sind, etwa der Einzelhandel." Auch diese Sparten müsse der Kreis im Blick behalten.

Einstimmig beschlossen wurde ein ursprünglich ebenfalls von der FDP eingebrachter Antrag, für mehr Transparenz beim bisher stockenden Bau einer Gemeinschaftsunterkunft in Kronberg zu sorgen. "Nach Jahren der Planung ist auf dem Gelände nach wie vor nur ein großes Loch mit Wasser zu sehen", kritisierte der ehemalige Landratskandidat Holger Grupe. "Für ein Ergebnis, das wir noch gar nicht haben, sind schon viel zu viele Steuergelder verschwendet worden", sagte er. So sei die Unterkunft auf dem besten Wege, zum BER (der Flughafen Berlin-Brandenburg, dessen Inbetriebnahme sich sieben Mal verschoben und horrende Kosten verursacht hatte) des Hochtaunuskreises zu werden.

Einstimmig beschlossen die Parlamentarier, dass der Kreisausschuss über die "Fortschritte" beim Bau der Gemeinschaftsunterkunft intensiver berichten sollte - allerdings nicht im Kreistag, sondern "nur" im Sozialausschuss.

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