Reisebranche im Usinger Land: "Es bewegt sich etwas"

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HOCHTAUNUS - (inf). Eine Sache, die viele Bürger in dieser Pandemie vermissen, ist, reisen zu können, wohin und wann man möchte. Nachdem die Inzidenzen mit Fortschreiten der Impfkampagne immer mehr sinken, taucht bei vielen die Hoffnung auf, im Sommer vielleicht doch noch ihre Portion Sonne tanken zu können.

Allerdings herrscht immer noch eine große Ungewissheit, ob es mit dem langersehnten Urlaub in der Ferne tatsächlich klappt - oder die Inzidenzen erneut steigen und die langersehnte Auszeit in Griechenland oder Spanien schließlich doch ins Wasser fällt.

Trotzdem bewegt sich etwas im Reisemarkt. "Es kommt langsam Bewegung in die Sache, die Buchungen ziehen wieder an", erklärt der Reisefachmann Michael Steyer vom First-Reisebüro in Neu-Anspach. Zwar nicht so, wie noch im Jahr 2019, aber immerhin. "Wenn man die 2019 und heute als Vergleichszeitraum betrachtet, dann verzeichnen wir nur etwa 50 Prozent der damaligen Buchungen", zieht Steyer ein Resümee. Doch selbst vollständig durchgeimpfe Menschen würden in Bezug auf eine Reisebuchung noch zögerlich reagieren, weil einfach nicht abgeschätzt werden könne, was sich bis August oder September noch verändern kann - und ob dann erneut eine Quarantänepflicht herrscht oder nicht. "Dementsprechend vorsichtig sind die Kunden bei der Buchung auch noch momentan", sagt Steyer. Trotzdem aber merken die Reiseprofis, dass die Menschen ihre Lust auf Urlaub kaum zügeln können. "Wir haben sehr viele Kunden, die sagen, dass sie sich nichts mehr wünschten, als dass sie einfach einen Flug buchen und wegfliegen können", so Steyer.

Vorrangige Ziele seien vor allem Griechenland und Spanien. "Mittlerweile haben ja auch alle großen Anbieter eine Flex-Option, bei der man bis zu 14 Tagen vor Abflug seine Reise noch ohne Probleme stornieren kann", erklärt der Reisebüroinhaber.

Übrigens: Wer bei einem solch großen Reiseunternehmen bucht, brauche sich keine Sorgen machen, versichert Steyer. Die Unternehmen seien bestens vorbereitet, auch für den Fall, dass ihre Kunden wegen einer Quarantäne vorübergehend im Urlaubsland stranden. Ebenfalls unproblematisch wären auch Rückflüge. "Was viele Leute gar nicht wissen ist, dass damals, als die Urlauber zurückgeholt worden sind, diejenigen, die eine Pauschalreise gebucht haben, von der Rückholaktion gar nicht betroffen waren, sondern tatsächlich nur Einzelreisende die Aktion der Bundesregierung in Anspruch nehmen mussten. Damals haben alle großen Reiseunternehmen ihre Kunden auf eigene Kosten zurückgeflogen", betont der Neu-Anspacher. Aus diesem Grund würde die so verteufelte Pauschalreise momentan eine gewisse Renaissance erleben.

Auch bei Nathaly Knauer vom "ReiseStudio Wehrheim" nehmen langsam aber sicher die Buchungen wieder zu. Beliebt sei in diesem Jahr, wie bereits 2020, der Urlaub in Deutschland. "Wir haben momentan viele Buchungen, bei denen die Leute auch mit dem eigenen Auto anreisen." Dementsprechend wird man sich in Deutschland wohl in diesem Jahr auf volle Strände einstellen dürfen, denn nicht wenige haben sich dort ein Ferienhaus oder eine Wohnung gebucht. Wer jedoch eine Wettergarantie haben möchte, der sei eher bereit, in den Flieger zu steigen.

Wer sich übrigens denkt, dass der Urlaub in diesem Jahr besonders günstig ist, wird leider enttäuscht. "Es haben ja noch viele Hotels geschlossen und viele Flieger starten erst gar nicht", erklären Steyer und Knauer gleichermaßen. Aus diesem Grund könne man sich sogar eher auf gehobenere Preise einstellen. Trotzdem aber seien vor allem die Urlaubsländer Spanien, Griechenland oder die Türkei sehr daran interessiert, Urlauber in ihr Land zu locken. "Viele Menschen dort hängen vom Tourismus ab, zahlreiche haben ihren Job verloren. Aus diesem Grund sind die Länder sehr daran interessiert, dass Urlauber buchen, schon alleine, um die Arbeitsplätze zu erhalten", berichtet Steyer.

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