Unternehmerverband übt Kritik an Bürokratie im Hochtaunuskreis

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HOCHTAUNUS - (kh). Die Zahl der Arbeitslosen sank im vergangenen Monat, bleibt aber insbesondere im Vorjahresvergleich noch auf hohem Niveau. Im Februar 2021 waren im Hochtaunuskreis insgesamt 6 059 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 99 Personen (- 1,6 Prozent) weniger als im Januar und 1.534 Menschen (+33,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr im Februar 2020.

Die Arbeitslosenquote blieb auch im Februar unverändert 5,1 Prozent. Im Februar 2020 lag die Quote bei 3,8 Prozent.

Der pandemiebedingte Anstieg liegt damit im Februar 2021 bei 1,3 Prozent.

"Trotz des Lockdown konnten wir im Februar im Vergleich zum Vormonat Januar 2021 einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen im gesamten Agenturbezirk verzeichnen. Obwohl die Abnahme saisonüblich ist, ist es erfreulich, dass wir in diesen herausfordernden Zeiten eine gewisse Beständigkeit auf dem Arbeitsmarkt verzeichnen konnten. Verglichen mit dem Vorjahr sind jedoch weiterhin deutlich mehr Arbeitslose gemeldet., erläutert Matthias Oppel, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Bad Homburg. "Insgesamt können wir positive Tendenzen verzeichnen, auch wenn diese sich langsam entwickeln. Lediglich bei den Langzeitarbeitslosen setzt sich die Entwicklung aus den Vormonaten fort. Die Zahlen steigen weiter an, so dass die Werte mittlerweile bei 38,6% über dem Vorjahresniveau liegen. Dieser Trend wird sich trotz des Rückgangs in den nächsten Monaten nicht so schnell durchbrechen lassen", prognostiziert Matthias Oppel.

Angesichts der aktuellen Zahlen hat sich die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU), Geschäftsstelle Rhein-Main-Taunus kritisch zu Wort gemeldet. Geschäftsführer Friedrich Avenarius äußerte, die im Januar eingeführte Rechtspflicht des Arbeitgebers, Homeoffice für jeden Arbeitsplatz zu prüfen und anzubieten, sei überflüssig und kontraproduktiv. "Die heimischen Betriebe unternehmen nun seit beinahe einem Jahr alles Erdenkliche, um die Ausbreitung der Pandemie im betrieblichen Einflussbereich zu verhindern. Dienstreisen werden eingeschränkt, Besprechungen überwiegend virtuell abgehalten, medizinische Masken kostenlos an Mitarbeiter verteilt, Hygienekonzepte umgesetzt und Homeoffice ermöglicht, wo immer es geht." Das Regierungspräsidium Darmstadt frage derzeit die Unternehmen im Hochtaunuskreis unter Fristsetzung von zwei Wochen, ob diese Homeoffice angeboten haben. "Für die hier ansässigen Betriebe ist das ein überflüssiger Bürokratismus in einer außerordentlich schwierigen Lage. Wegen der kurzen Frist ist es für die Unternehmen kaum erfüllbar und basiert auf einer rechtlich fragwürdigen Grundlage", so Avenarius. Bereits vor Ausbruch der Pandemie hätten die Betriebe im Kreis überall dort Homeoffice und mobiles Arbeiten ermöglicht, wo dies machbar und vertretbar gewesen sei. Dies habe auf Basis der Freiwilligkeit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer hervorragend funktioniert.

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