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Auch in Corona-Zeiten kann Blut gespendet werden, wie hier in Usingen. Vorherige Terminbuchung, 3G-Regeln, FFP2-Masken und genügend Abstand zwischen den Spendern sorgen für Sicherheit.

Hoher Bedarf, großer Andrang

Nach den Feiertagen ist das Deutsche Rote Kreutz auch wieder im Usinger Land unterwegs, um Blutspenden zu generieren. Der Bedarf ist trotz Corona-Krise weiterhin hoch, der Andrang bei den Terminen jedoch auch - was teils zu neuen Problemen führt.

Hochtaunuskreis. Rund um die vergangenen Feiertage und auch nun gleich zu Beginn des neuen Jahres ruft der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wieder vermehrt zur Blutspende auf.

»Der Bedarf ist unabhängig von der Corona-Pandemie gleichbleibend hoch, und da an den Feiertagen keine Blutspendenaktionen stattgefunden haben, sind die Blutspendetermine gerade jetzt besonders wichtig, um die entstandenen Lücken zu kompensieren«, betont Matthias Bansa. Denn: Etwa 15 000 Blutspenden pro Tag würden deutschlandweit benötigt, führt der Bereitschaftsleiter aus. Wobei das wenigste davon wirklich als sogenannte Vollkonserve zum Beispiel bei Operationen zum Einsatz komme. »Deshalb sind die wegen Corona ausgefallenen oder verschobenen Operationen auch nicht so sehr ins Gewicht gefallen, was den Bedarf an Blutkonserven betrifft«, erklärt Bansa.

Vor allem für die Krebstherapie und für dauerhafte Medikationen würden die Blutpräparate gebraucht. Dafür werden die Blutkonserven in ihre Bestandteile getrennt und für unterschiedliche Anwendungsbereiche verwendet. Während das Plasma relativ lange haltbar ist, sind vor allem die Blutplättchen nur etwa drei bis vier Tage haltbar. Durch diese kurze Haltbarkeit können keine großen Reserven aufgebaut werden und daher sei es so wichtig, regelmäßig frische Blutspenden zu erhalten.

Erfreulich sei, dass die Spendenbereitschaft sehr hoch sei und sich dies auch in der Pandemiezeit nicht geändert habe. Im Gegenteil: Es scheint, dass die Terminvergabe zu festen Zeiten im Viertelstundentakt von den Spendern als Vorteil gegenüber dem System in Vor-Corona-Zeiten, wo man zwar spontan kommen konnte, aber mit unter lange Wartezeiten in Kauf nehmen musste, empfunden wird.

Termine sind oft schnell ausgebucht

Die Kehrseite ist allerdings, dass die Spendentermine stets sehr schnell ausgebucht sind. Ganz offensichtlich übersteigt die Spendenbereitschaft die zur Verfügung stehenden Kapazitäten, was oft zu Frust führt, wie auch dieser Zeitung schon zugetragen wurde. Darauf angesprochen bestätigt Bansa, dass es viele »Stamm-Spender« gebe, die schon einige Wochen im Voraus ihre bevorzugten Zeitfenster reservierten. »Die Tage, an denen der Blutspendedienst vor Ort ist, wird ja schon zu Beginn des Jahres bekannt gegeben; es liegen an den Spendentagen die Zettel mit dem jeweils festgelegten Datum aus, damit die Leute schon mal planen können«, erklärt er.

Etwa vier Wochen vor einem solchen Blutspendedatum werde die Buchungsplattform auf der Homepage freigeschaltet und viele würden sich dann sofort ihre Lieblingszeiten reservieren. Um allen Spendenwilligen die Möglichkeit zur Blutspende geben zu können, müsste also das Kontingent erhöht werden, zum Beispiel, indem mehr Spendentage oder mehr Stunden pro Spendentag angeboten würden. »Das geht aber leider nicht so einfach, weil es diesbezüglich gesetzliche Vorgaben gibt, unter anderem was die maximale Anzahl an Personen betrifft, die sich gleichzeitig in den Räumlichkeiten aufhalten dürfen. In Wehrheim beispielsweise können nur acht bis neun Spender pro Viertelstunde zugelassen werden, mehr gibt die Kapazität nicht her. Und außerdem können die Arbeitszeiten der Hauptamtlichen nicht x-beliebig erhöht werden, zumal die teils lange Anfahrt des Ärzteteams ebenfalls als Arbeitszeit zählt«, führt Bansa aus.

Die zur Verfügung stehende Zeit sei schon ausgereizt, das Team verschiebe seine vorgeschriebenen Pausen schon immer, um möglichst wenige Spender abweisen zu müssen. Daher sei es umso ärgerlicher, wenn Spendenwillige einen festen Termin reservieren, dann aber nicht erscheinen. Wie zuletzt in Wehrheim, wo zwölf Personen nicht zu ihrem Termin gekommen sind. Auch wenn dann vielleicht der eine oder andere kurzfristige Ausfall noch kompensiert werden kann, etwa durch eigene DRK-Helfer, die einspringen, so sind große Lücken nicht ad hoc schließbar. Eine Warteliste könne auch nicht mehr helfen, wenn eine Person nicht erscheint, denn durch die straffe viertelstündige Taktung bleibe keine Zeit zu reagieren.

Auch kurzfristige Absage ist möglich

Bansa weist daher nochmals ausdrücklich auf die Möglichkeit hin, selbst kurzfristig noch abzusagen, wenn einem etwas dazwischen komme. In der E-Mail mit der Reservierungsbestätigung gebe es immer einen Link zum Buchungsportal, das tagesaktuell geführt werde, und die auch kostenlose Hotline 08 00/1 19 49 11 helfe schnell weiter.

Die Abwicklung per Terminvergabe sei trotz dieser unkalkulierbaren Ausfälle die bessere Alternative, denn der Durchlauf sei schneller, es gebe keine Staus und es erhöhe die Sicherheit sowohl der Spender als auch des Teams. Bei den Terminen gilt die 3 G-Regel, FFP 2-Masken sind Pflicht. Um Wartezeiten und größere Menschenansammlungen zu vermeiden, könnten allerdings der teils erforderliche PCR-Test oder Antigen-Schnell-Test nicht vor Ort durchgeführt werden.

Übrigens müsse laut Bansa man keine Angst haben, sich über die Blutspende mit dem Coronavirus anzustecken. Es gebe Studien des Paul-Ehrlich-Instituts, die belegen, dass anders als zum Beispiel bei HIV, eine Übertragung mit dem Coronavirus nicht übers Blut erfolgt. Jede Blutspende wird zudem im Labor untersucht, bevor sie verwendet werden kann. Sollte mal eine Spende auffällig sein, dann werde der Spender direkt kontaktiert.

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