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Hürde für Teil-Sanierung überwunden

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Wehrheim (inf). Vielleicht war es ein Hauch von vorzeitigem Weihnachtsfrieden, der durch die Wiesbachtalhalle in Pfaffenwiesbach wehte, als die Parlamentarier von Wehrheim in ihrer letzten Sitzung vor der Weihnachtspause zusammenkamen. Denn die 18 Punkte, die auf der Tagesordnung standen, waren bemerkenswert schnell und vor allem einmütig abgearbeitet.

Darunter einige Punkte, die durchaus für Diskussionen hätten sorgen können - wären sie nicht von der Tagesordnung geflogen. Denn das Dreierbündnis zog sowohl den Antrag auf einen Sperrvermerk für Investitionen in das Wehrheimer Rote Rathaus als auch der Antrag für Offenlegung der Planungskosten für die Schaffung von neuen Wohn- und Gewerbeflächen zurück. Heidrun Mony (SPD), die in diesem Fall für alle Mitglieder des Dreierbündnisses sprach, erklärte dazu: »Die Debatten im HfA am vergangenen Donnerstag haben die noch offenen Fragen ausreichend geklärt.« Damit hatten sich vor allem die Diskussionen um die im Haushalt 2022 eingestellten Sanierungskosten für das Rote Rathaus in Höhe von 150 000 Euro erledigt.

Zur Erinnerung: Das Dreierbündnis hatte vor, die für das Jahr 2022 eingeplanten Investitionen für das Rote Rathaus, mit einem Sperrvermerk zu versehen - so lange, bis von der Verwaltung eine detaillierte Übersicht aufgestellt werden würde, wie viel Sanierungsbedarf man im Zusammenhang mit dem nicht mehr als Verwaltungssitz genutzten Sandsteingebäude sieht. Der SPD-Politiker Patrick Fuß dazu:»Wie jeder gute Hausbesitzer wollen wir gerne wissen, woran wir sind, wenn wir schon investieren müssen.« Dieser Sperrvermerk wurde tatsächlich zunächst bei der Haushaltsklausur am letzten Samstag beschlossen. Nun erfolgte der Rückzug des Antrags, gegen den sich die CDU mit der Begründung aufgelehnt hatte: Warum stelle man einen solchen Antrag, wenn man das Gebäude nicht verkaufen will?

Jedoch bereits zu der Haupt- und Finanzausschusssitzung am Donnerstag hatte die Gemeindeverwaltung eine Liste über die bislang getätigten Investitionen an die Parlamentarier geschickt, die - als bisher getätigte Investitionen in das Rote Rathaus - lediglich drei Punkte aufwies und somit deutlich kürzer ausfiel, als gedacht:

Falscher Rechnungsübertrag

Aufsummiert sind dort 32.000 Euro für die Arbeiten an der Fassade, 5200 Euro für das dafür benötigte Gerüst, 5500 Euro für die Bauüberwachung.

Diese Kosten basieren auf einem bereits durchgeführten Gutachten des Architekturbüros Göllner. Damals wurde das schadhafte Eingangsbauwerk des Gebäudes ausgebessert, da bereits Teile des Eingangsgesimses abgebrochen und herabgestürzt waren. Der Bauausschuss hatte sich noch in diesem Sommer über den Zustand des Gebäudes vor Ort informiert.

Vielleicht lag der Rückzug des Antrags aber auch daran, dass im ursprünglichen Antrag selbst eine bislang gezahlte Investitionssumme von 500.000 Euro genannt wurde, um die es sich, wie sich (angestoßen von einer Rückfrage von Ortsvorsteher Stefan Velte) im HfA schließlich zeigte, schlichtweg um ein Buchhaltungsartefakt handelte. Denn diese bisher als Investitionsbetrag interpretierte Summe ergab sich aus einem Übertrag der Finanzbuchhaltungssoftware, die jedoch nicht mit der tatsächlich gezahlten Summe für bisher erfolgte Sanierungen des Gebäudes übereinstimmte. »Wir können diese Summe leider nicht aus der Software tilgen. Der Übertrag erfolgt automatisch und lässt sich nicht löschen«, hatte Kämmerer Benjamin Sturm im HfA betont.

Und so zeigte sich derjenige Punkt, der für eine emotionale Debatte sowohl im Ortsbeirat als auch bei den Haushaltsberatungen gesorgt hatte, als - zumindest für den Augenblick - schnell erledigt. Auch die restlichen Einzelpunkte, die sich am Freitag auf der Tagesordnung dieser Gemeindevertretersitzung, wurden von den Parlamentariern alle einstimmig angenommen, und der Weihnachtsfrieden zeigte sich als nicht nachhaltig gestört. Dafür könnte in Zukunft lediglich der Wehrheimer Haushalt sorgen - sollte er von der Kommunalaufsicht nicht genehmigt werden. Weiterer Bericht folgt.

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