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Impfstatus vorzeigen will gelernt sein

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Was nun? Senioren sind oftmals überfragt, wenn es um die optimale Nutzung ihres Handys geht. Ein Kurs des Seniorenbeirats schafft Abhilfe. © Red

Usingen (msc). »Die Jungen tippen drauflos und kennen sich aus«, sagte die Seniorin, die hilflos auf ihr Handy blickt. Eine Situation, die vielen Senioren bekannt vorkommt. Dabei wollen sie ebenso mit Handy, Tablett und Co . umgehen können, wie die Jüngeren.

Für Charlotte Schäper war das der Grund, unter dem Mantel des Seniorenbeirats einen Kurs anzubieten. Und seitdem gibt sie allen, die mittwochs um 16 Uhr in die Hugenottenkirche kommen, Unterricht in Sachen Smartphone und Tablet. Wie WhatsApp funktioniert, hat sie den Teilnehmern schon erklärt. Derzeit dreht sich alles um die Impfbescheinigung und wie diese auf das Handy kommt.

Sechs Frauen und ein Mann sitzen während der letzten Kursstunde vor Weihnachten erwartungsvoll vor ihren Handys. »Die Lucca-App nimmt meinen QR-Code nicht an«, beklagt sich eine Teilnehmerin. Und an der Art der Frage zeigte sich, dass sie gut aufgepasst hatte. Denn erst einmal benötigt man ein ausgedrucktes Dokument mit einem QR- oder Barcode. Das lässt sich mit der Kamerafunktion einscannen. Dadurch wird der digitale Impfnachweis auf dem eigenen Handy erstellt und lokal gespeichert.

Und so kann gegebenenfalls der Impfstatus jederzeit auf dem Handy vorgezeigt werden. Doch so einfach, wie es sich anhört, geht es nicht. Im Falle der Nichtannahme durch die Luca-App schlägt Schäper vor, die App komplett zu löschen. »Nicht nur den Account«, betonte sie. »Danach neu anlegen, neu scannen, dann müsste es klappen.« Und genauso ist es. Die Teilnehmerin zeigt stolz das Ergebnis, mit dem ihr künftig in jedem Geschäft oder in jedem Lokal Eintritt gewährt wird, solange es die coronabedingten Einschränkungen gibt.

Jeder der Teilnehmer hat ganz spezielle Fragen und Probleme. Doch letztlich können sie nun ihren Impfstatus per Handy vorzeigen. Schäper teilt mit, dass jeder Anspruch auf einen Impfnachweis hat. Dabei ist die digitale Variante natürlich einfacher zu handhaben. Es soll aber bald schon für Versicherte auch die Möglichkeit geben, alle Impfungen digital auf der elektronischen Patientenakte (ePA) speichern zu lassen. Damit wäre der separate digitale Impfnachweis für die Corona-Impfung nicht mehr nötig.

Mit diesem Thema ist aber nicht Schluss beim Smart- phone-Tablet-Kurs. Schäper gibt weiterhin Tipps an Senioren weiter, wie sie ihr Handy im Alltag einsetzen können. »Sprache verwenden, weil Senioren sich schwertun mit dem Eintippen«, nennt sie als Beispiel. Das Gefühl in den Fingerspitzen lasse im Alter nämlich nach, begründet sie das Schulungsthema. Da helfe dann auch ein Touch-Pen, ein kleiner Stift, der anstelle der Finger zum Eingeben benutzt werden kann.

Andere Themen: Wie verändert man Bilder, und wie sortiert man sie? Wie überträgt man sie auf den Computer? Oder wie wird das Handy zum Navi, will Schäper im Detail eklären. Bahntickets im Netz buchen ist ein weiteres Thema. »Nicht mehr zum Automaten gehen müssen, sondern bequem von zu Hause aus das Ticket buchen«, beschreibt sie die Vorteile. »Gerade im Corona-Lockcown mit Ausgangssperren können Senioren per Videokonferenz Kontakt zur Familie halten«, lautet ein weiteres der kommenden Themen. Aber auch die allgemeinen Handy-Einstellungen stehen auf dem Programm.

Derzeit pausiert der Kurs, er soll baldmöglichst weitergehen - jeden Mittwoch (16 Uhr) in der Hugenottenkirche. Anmeldungen bei Charlotte Schäper unter Tel. 0 60 81/9 66 57 69.

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