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In der Ruhe der Natur

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Elisabeth Buddeus-Steiff gibt an den weihnachtlich geschmückten Stationen im Obernhainer Wald Impulse zur Weihnacht. © Ingrid Schmah-Albert

Obernhain (sai). Schon im letzten Jahr war die Resonanz groß gewesen, aber dieses Jahr hatten noch mehr Teilnehmer die »Waldweihnacht« als Gottesdienst-Alternative besucht. Im zweiten Pandemiewinter wurde erneut das Angebot dankbar wahrgenommen, sich im Freien an Heiligabend zu gemeinsamer Andacht, gemeinsamen Beten und Singen treffen zu können.

Elisabeth Buddeus-Steiff und Peter Buddeus hatten diesen besonderen Gottesdienst, der sich deutlich von einer sonst üblichen Liturgie in der Kirche unterschied und auch als ökumenisches, niederschwelliges Angebot gedacht war, ausgearbeitet und dafür im Obernhainer Wald an verschiedenen Stellen Stationen vorbereitet und unter anderem Tannenbäume weihnachtlich geschmückt.

Austausch an mehreren Stationen

Mit jeweils ausreichendem Abstand zu den anderen Teilnehmern machten sich am Heiligabend viele Personen generationenübergreifend rund eine Stunde auf den Weg, um gemeinschaftlich den Zauber der Weihnachtsbotschaft zu erleben. Schon am Treffpunkt vor der Saalburghalle, wo Buddeus-Steiff die Teilnehmer begrüßte, gab es die Möglichkeit zur eigenen inneren Einkehr und Buddeus-Steiff gab hier einige Gedankenimpulse. Auf dem Weg zu den Stationen im Wald gab es dann wiederum genügend Möglichkeiten, sich auch untereinander auszutauschen. »An der frischen Luft fühlt man sich sicher und die Bewegung tut außerdem sehr gut, gerade nachdem man bis eben noch in der Küche gewirbelt hat«, äußerte sich eine Teilnehmerin. »So können wir auch unseren Besuch, unsere Verwandten mitnehmen. Das wäre in einem normalen Gottesdienst nicht möglich gewesen, da hätte es coronabedingt nicht genügend Platz für alle gegeben«, begründete ein anderer Teilnehmer, warum er dieses Angebot so gerne angenommen hatte und dafür sogar aus Schmitten nach Obernhain gekommen war. »In der Kirche hätten wir nicht singen dürfen, aber hier im Freien und mit Abstand geht das ja«, freute sich ein Ehepaar, für das nach eigenen Angaben ein Weihnachtsgottesdienst ohne Weihnachtslieder undenkbar sei.

»Macht hoch die Tür, die Tor macht weit« - mit diesem sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche bekannten Adventslied (»Wir haben ja erst Heiligabend-Nachmittag«, Buddeus-Steiff) stimmten sich die Teilnehmer auf die frohe Weihnachtsbotschaft und die noch folgenden Impulse ein.

Den Zauber der Stille erfahren

Die erste Strophe ging den meisten noch textsicher über die Lippen, aber spätestens bei der dritten Strophe zückten immer mehr Teilnehmer ihr Handy, um schnell den Liedtext zu googeln und so mitsingen zu können.

An anderen Stationen war dann das Gegenteil vom gemeinsamen Singen angesagt: Stille. »Einfach mal ganz ruhig werden«, forderte Buddeus-Steiff auf. So entstand ein sehr intensives Erleben, eine »gefüllte Stille«, wie Buddeus-Steiff es treffend nannte. Die Ruhe, die trotz der natürlichen Geräusche im Wald entstand, die besondere Atmosphäre und die Bereitschaft der Teilnehmer, sich auf dieses Erleben und Fühlen einzulassen, machten diesen Waldweihnachtsgottesdienst zu etwas ganz Besonderem und der Abschluss-Segen, den sich alle Teilnehmer gegenseitig sprachen, war ein bewegender Moment.

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