Kein Mitgliederschwund, keine Hilfen: Die Lage der Usinger Vereine

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USINGEN - (hs). Der Usinger Vereinsring wollte es genau wissen: In welcher Weise sind die Usinger Vereine von der Pandemie betroffen? Gab es Austritte? Wurden finanzielle Hilfen beantragt? "Bei unserer Umfrage haben sich 48 von 64 unserer Mitgliedsvereine beteiligt. Mit dieser Beteiligungsquote von 75 Prozent haben wir ein großartiges Ergebnis, das bei vergleichbaren Umfragen oft nicht erreicht wurde", freut sich Hans-Joachim Borck, Schriftführer des Vereinsrings.

Die gute Nachricht, die sich aus dieser Umfrage ableiten lässt, ist zweifellos, dass auffallend viele Mitglieder ihrem Verein die Treue gehalten haben. So sei bei 77 Prozent der Vereine der Mitgliederbestand gleichgeblieben, lediglich zehn Prozent der befragten Vereine hätten Mitglieder verloren. Allerdings gibt auch eine klare Mehrheit der Vereine, nämlich rund 60 Prozent an, weniger Mitglieder als in den vergangenen Jahren hinzugewonnen zu haben. Wenig überraschend ist, dass über 90 Prozent der Vereine weniger Einnahmen aufgrund der ausgefallenen Veranstaltungen konstatieren müssen. Gleichzeitig stiegen bei 12,77 Prozent die Kosten durch "Ersatzmaßnahmen" - also beispielsweise bestimmte hygienische Vorkehrungen. Umso überraschender daher, dass lediglich zwei Vereine beim Land Hessen finanzielle Hilfen beantragt haben - offenbar haben viele die bürokratischen Hürden gescheut. Denn zumindest jener Verein, der Unterstützungen aus Landeskasse erhalten wollte, antwortete auf die Frage, ob dies kompliziert gewesen sei, mit "Ja, sehr".

Immerhin 17 der Vereine, die an der Umfrage teilgenommen haben, gaben an, die Mitgliederversammlungen als Präsenzveranstaltungen unter Einhaltung der Hygieneregeln abgehalten zu haben. Bei der Mehrheit, 45,83 Prozent (22 Vereine), seien entsprechende Veranstaltungen ausgefallen. Lediglich 12,5 Prozent setzen Online-Treffen.

Welche Alternativ-Konzepte ein Verein in den Pandemie-Monaten aufstellen konnte, hing natürlich stark von seiner Art ab. "Nicht wirklich möglich. An Land zu schwimmen fällt schwer", hieß es aus der "Schwimmer-Ecke". Immerhin 19 Vereine setzten auf Online-Angebote für ihre Mitglieder, andere auf regelmäßigen virtuellen Austausch oder zumindest auf regelmäßige Telefonate.

Und immerhin: Die Pandemie hatte für einige besonders engagierte Vereinsmitglieder vielleicht auch eine gute Seite: Denn 45,83 Prozent gaben an, deutlich weniger zu tun gehabt zu haben als früher. Rund 23 Prozent hatten mehr zu tun, der Rest stellte keine Veränderungen im Arbeitsaufwand fest.

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