Keine seriösen Vorhersagen möglich

Hochtaunus (red). Das alte Jahr schließt mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit, der über das saisonübliche Maß hinausgeht. Dieses Fazit zieht Matthias Oppel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Homburg.

»Das vergangene Jahr war insgesamt durch viele Höhen und Tiefen auf dem Arbeitsmarkt- und insbesondere Ausbildungsmarkt geprägt. Dennoch können wir mit dem Jahr zufrieden sein. Wir konnten trotz vieler Einschränkungen und Maßnahmen die Arbeitslosenzahl kontinuierlich reduzieren. Die Unternehmen konnten aus der Kurzarbeit heraus starten und haben - zumindest teilweise - zurückgestellte Stellenmeldungen besetzen können.« Dies habe dazu geführt, dass der Markt langsam an das Vorkrisenniveau anknüpfen konnte. Dies habe sich insbesondere im Vergleich zu den Vorjahreszahlen gezeigt.

Fachkräftemangel hat sich verstärkt

»Wir haben trotz der vielen Wellen, die uns die Pandemie bescherte einen guten Ausgangspunkt erreicht, um mit einer gewissen Zuversicht in das neue Jahr zu starten, auch wenn pandemische sowie wirtschaftliche Vorhersagen zudem aufgrund zahlreicher geopolitischer Faktoren seriös nicht zu treffen sind«, erklärt Oppel.

Die Pandemie habe den Fachkräftemangel an vielen Stellen noch verstärkt. Um in den nächsten Jahren das Niveau in den Unternehmen zu halten, müssten gerade die jungen Beschäftigten weitergebildet werden, um die Lücke, der in Rente Gehenden zu schließen. Dennoch werde dies nicht ausreichen. »Wir haben einen weitaus höheren Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften als wir tatsächlich selbst ausbilden können. Die Weiterbildung von gering Qualifizierten und Personen ohne Berufsabschluss muss in den nächsten Jahren weiter vorangetrieben werden, um dem globalen Wettbewerb standzuhalten.«

Im Dezember waren im Hochtaunuskreis insgesamt 4833 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 153 Personen (minus 3,1 Prozent) weniger als im November und 1142 Menschen (minus 19,1 Prozent) weniger als im vergangenen Jahr. Davon waren 1898 Menschen im Arbeitslosengeld-I-Bezug und 2935 im Hartz-IV-Bezug. Im Ersterem waren 113 Personen oder 5,6 Prozent weniger von Arbeitslosigkeit betroffen, in Letzterem waren es 44 Personen oder - 1,5 Prozent weniger als im November.

Gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Bereich des Arbeitslosengeldes I 987 Menschen weniger arbeitslos gemeldet (minus 34,2 Prozent). Bei Hartz IV waren es 155 Personen weniger (minus 5,0 Prozent).

Die Arbeitslosenquote sank im Dezember um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 5,0 Prozent. Der Zugang offener Stellen belief sich in diesem Monat auf insgesamt 261 Stellenmeldungen (minus 26 Stellen oder minus 9,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren das 44 Stellen mehr.

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