Kennzeichnung für Hund & Katz?

Hochtaunuskreis. Die neue Bundesregierung will sich für den Schutz von Heimtieren einsetzen. Der Plan: Eine bundesweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht (K&R) für Hunde soll her. Deutschland ist aktuell eines der wenigen Länder Europas, in dem es noch keine einheitliche Pflicht zur Kennzeichnung und Registrierung von Hunden gibt.

Was würde sich damit verändern? Alle Hunde würden vom Tierarzt mit einem unter die Haut injizierten Chip gekennzeichnet. Die Daten dieses Transponders sind mit den Merkmalen des Tieres in einem Register hinterlegt und können so dem jeweiligen Halter zugeordnet werden. Bundeseinheitlich umgesetzt sehen Fachleute darin positive Effekte im Bereich des Tierschutzes. Doch auch für Rechtssicherheit, Verbraucherschutz und öffentliche Gesundheit zeigen sich Vorteile, sagen die Mitglieder des Netzwerks K&R. Das Netzwerk ist ein interdisziplinärer Arbeitskreis von Landestierschutzbeauftragten, Experten und Tierschutzorganisationen.

Philip McCreight, Mitbegründer des Netzwerks und Geschäftsführer der Tierschutzorganisation Tasso verweist in diesem Zusammenhang auf den Heimtierabfrageservice Habs, der bereits eine kostengünstige Lösung biete und daher neue und kostenintensive Prozesse nicht notwendig mache - was die schnellere Umsetzung der neuen Regelung erleichtern würde. Für die Tierhalter fallen allerdings einmalige Kosten für die Kennzeichnung der Tiere an.

Übrigens sind bereits rund 80 Prozent der Hunde und Katzen in Deutschland gechippt. Bei einer bundesweiten digitalen Schnittstelle bestehe der Vorteil, dass die Technik auch zur Verknüpfung anderer Register in der EU genutzt werden könnte - und das biete die Möglichkeit, auch andere Tierarten wie etwa Katzen einzubinden. Das ist europaweit das Ziel der K&R.

Tierschützer begrüßen Idee

Die Vorsitzende der Tierschützer Hochtaunus Susanne Orlopp hält die Idee ebenso für richtig wie wichtig, allerdings hat sie bei Katzen noch einige Bedenken. Vor allem, weil Hunde einen anderen Stellenwert im Familienleben einnähmen als Katzen. Als Beispiel nennt Orlopp die Urlaubsfahrt, zu der der Tierhalter den Hund mitnehme, die Katze dagegen eher nicht. Die Sicherheit der Tiere sei auf alle Fälle mit der Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht gegeben, bestätigt Orlopp. Denn: »Was ist, wenn der Hund im Urlaub wegläuft?« Im Ausland ist er dann meist für immer auf und davon. Bei einer einheitlichen Registrierung eventuell sogar europaweit, bestehe die große Chance, das Tier zurückzuerhalten. Die Tierschützerin weist zudem auf die Tiere aus dem Ausland hin, die der Tierschutzvereinigung Hochtaunus immer wieder übergeben würden. Bei einer globalen Handhabung sehe sie daher große Vorteile, sagte sie. »Es sollte meiner Meinung nach aber freiwillig bleiben.«

Als Vorsitzende der Tierschützer Hochtaunus gibt sie zu, sich in der großen Runde noch nicht intensiv mit der Thematik beschäftigt haben zu können. »Das liegt einfach an der derzeitigen Situation«, fügt sie an. Corona hindere die Tierschützer an gemeinsamen persönlichen Treffen. Alles finde nur noch über Telefon statt. »Und das bei derzeit vermehrten Notfällen«, berichtet sie. Denn seit Beginn der Pandemie würden in wachsendem Maße Hunde abgegeben - und daran ändere auch eine Registrierungspflicht leider nichts. Monika Schwarz-Cromm

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