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Kransberger werben für ihr Dorf

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Im Garten der Kita »Schlossgespenster« gibt es schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was Kransberg unter Dorfgemeinschaft und Zusammenhalt versteht. Denn für die Kita hat Familie Trier ihren privaten Garten zur Verfügung gestellt. © Red

Usingen-Kransberg. Dolles Dorf war Kransberg schon. Jetzt sucht der Ort eine weitere Herausforderung. »Unser Dorf hat Zukunft« heißt der Wettbewerb, für den am Mittwoch eine Jury angereist war, um den Usinger Stadtteil genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Interessengemeinschaft (IG), die derzeit den Job des nicht mehr existierenden Ortsbeirats übernimmt, hatte den zweistündigen Durchgang bestens organisiert.

Christian Wolf, Markus Keller und Sven Lubinus von der IG sowie Christoph Demuth vom Oldtimer-Club nahmen die Sache in die Hand, unterstützt von vielen Bürgern, der Stadt mit Anja Willer, Erstem Stadtrat Dieter Fritz (CDU) und Wadim Heinrich, der den Bereich Grün und Bauhof präsentierte.

Preise bis 5000 Euro

Die Delegation, die - angeleitet von Sigrid Göbel - für die Gesamtbetrachtung zuständig ist, wird bei der Bewertung unterstützt von Hagen Hühn (Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen), Helmut Ruppel, Axel Marburg (beide Baugestaltung und Siedlungsentwicklung), Sabine Brande (Grüngestaltung, Bezug zur Landschaft), Gerhard Hruby (Grüngestaltung) und Sebastian Holtz (Gesamtbetrachtung).

Der Rundgang war eng getaktet. Von der Kita mit eigenem Garten ging’s weiter zur Fotovoltaikanlage am Kurberg, bevor die Wirtschaftslage präsentiert wurde. Eine mögliche neue Auszeichnung als Luftkurort und die Rundwanderwege waren genauso Themen wie der Schwenkeweiher als Begegnungsstätte, der Glasfaser-Ausbau, der Wald und die Interessengemeinschaft. Vorgestellt wurden auch Einrichtungen wie die Feuerwehr, der Oldtimer-Club, der Tanzverein und die Radelaktion für Kinder sowie der heimische Handel.

Für jedes Thema standen Fachleute parat - etwa Heinrich fürs Grün, Inka Klaner für die Kita, Willer für Wirtschaft und Entwicklung oder Stadtrat Fritz für allgemeine Infos. Und natürlich die Vertreter der IG, denn wer kennt das Dorf besser als sie?

Die Delegation hat feste Bewertungskriterien. Es geht um ein Entwicklungskonzept und wirtschaftliche Initiativen (20 Punkte), soziales Engagement und Kultur (30 Punkte), Baugestaltung und Siedlungsentwicklung (20 Punkte), Grüngestaltung (20 Punkte) und die Gesamtbetrachtung (10 Punkte). Was herauskommt an Punktzahl - maximal möglich sind 100 Punkte - wird am 27. Mai bekannt gegeben. Dann steht fest, wer beim Regionalentscheid gewonnen hat. Der erste Preis sind 5000 Euro, gestaffelt bis zum fünften Preis mit immerhin noch 1000 Euro. Zudem kann es Sonderpreise zu je 1000 Euro geben.

Kransberg kann ordentlich punkten. Denn alleine die IG wäre 100 Punkte wert - sie ist schließlich für den nicht mehr existenten Ortsbeirat in die Bresche gesprungen, der bei der Kommunalwahl mangels Kandidaten nicht zustande gekommen war. Nun halten ihre Vertreter Kontakt zur Stadt, kreieren Ideen und Aktionen und bringen das Dorf nach vorn - ehrenamtlich. Alleine die Whatsapp-Gruppe hat über 120 aktive Helfer - bei »nur« 660 Einwohnern. Dann wären da noch viele Bürger, die sich engagieren. Oder einfach mal eben ein Grundstück zur Verfügung stellen, wie die Familie Trier, die für die Kita »Schlossgespenster« ihr benachbartes Grundstück für einen Garten mit Nutzfläche, künftiger Obstwiese und Blühfeld für Insekten abgetreten hat Hier hilft die Stadt mit Wadim Heinrich. Was angepflanzt wird, sollen die Kinder essen.

Im Oldtimer durch den Ort

Die Tour durch den Ort musste die Delegation nicht per pedes erledigen - angesichts des Kurbergs oder des hoch gelegenen Schlosses wäre dies auch eine mühselige Sache geworden, vor allem bei frühsommerlichen Temperaturen. Die Besucher nahmen in Oldtimern Platz und kamen so bequem an alle Stationen, an denen die IG einen kurzen Info-Stopp vorbereitet hatte.

Von denen gab es mehrere, wie Kurberg und Schloss, von denen man einen tollen Blick hat, und die Fotovoltaikanlage, die allemal eine Erklärung wert war. Ebenso die neuen Rundwanderwege auf alten Pfaden, eine Initiative von Demuth, der bei der Stadt ebenfalls Unterstützung fand. Am Ende trafen sich dann alle noch im Schloss zur gemütlichen Abschlussrunde im Rittersaal. Denn die Delegation hatte durchaus noch Fragen, was auch zeigte, dass das Interesse groß ist. Dabei ging es um Initiativen, wie lange sie schon bestehen und wie groß der Rückhalt im Dorf ist.

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