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Letzte Ruhestätte für tierische Familienmitglieder

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Auf einer Anhöhe zwischen Riedelbach und Mauloff soll ein bislang einzigartiger Tierfriedhof entstehen. © Red

Weilrod. Die Pläne für einen Tierfriedhof, der in dieser Form einzigartig in Deutschland sein soll, nehmen in der Gemeinde Weilrod weiter Gestalt an. Mit dem Unternehmen CremPet in Usingen hat die Gemeinde eine weitgehende Einigung erzielt, sodass die finale Unterzeichnung der Verträge nicht mehr allzu lange dauern sollte - das kommende Frühjahr ist angepeilt.

Doch bereits jetzt sollen Arbeiten erledigt werden, sodass direkt nach der Unterzeichnung auch erste Tiere bestattet werden können.

Zur Vorgeschichte: Im August 2018 hatte die FWG-Fraktion einen entsprechenden Antrag im Parlament eingebracht, danach wurde geprüft. Verschiedene Ämter, aber auch die Jagdgenossenschaft Mauloff und der Mauloffer Ortsbeirat wurden befragt. Entstehen soll der »Harmoniewald« zwischen Riedelbach und Mauloff auf einer Anhöhe.

Der Vertrag mit CremPet sieht laut Bürgermeister Götz Esser (FWG) vor, dass das Konzept nicht vom Unternehmen kopiert werden darf. Denn es handelt sich um den ersten Tierfriedhof mit Urnenbestattung in einem Wald - oder besser in einem noch zu entstehenden Wald.

Denn dort präsentiert sich derzeit eine Kahlfläche, Dürren und Borkenkäfern sei Dank. »Wir werden die Fläche von etwa einem Hektar wieder aufforsten, als Gehölze werden unter anderem Kastanie, Hainbuche und Traubeneiche verwendet«, erklärt Esser. An den Bäumen können dann die Urnen mit den tierischen Überresten platziert und an einem Pfahl mit einem Hinweis auf das Tier - Name und Sterbedatum - versehen werden. Ähnlich wie im Friedwald bei Altweilnau soll es auch im Harmoniewald möglich sein, einen Bestattungsbaum entweder alleine zu nutzen oder ihn mit anderen zu teilen. In der Regel soll es nur Urnenbegräbnisse geben.

Doch es soll auch eine andere Möglichkeit geben, sagt Esser. Wer keinen Wert auf ein Einzelgrab, aber dennoch auf eine würdige letzte Ruhestätte legt, soll die Wahl bekommen, sein Tier auf dem »Streunerweg« bestatten zu lassen. Statt in einer biologisch abbaubaren Urne wird die Asche dann entlang dieses Weges verstreut. Die Waldwege werden entsprechend dieser Anforderungen angelegt oder ausgebaut. Begrenzt werden soll das Areal durch flachgelegte Bäume, die darauf hinweisen, dass sie hier eine Ruhestätte für Tiere befindet.

Exklusiv-Vertrag

Die Gemeinde legt im angestrebten Exklusiv-Kooperationsvertrag mit dem Betreiber des Usinger Tierkrematoriums CremPet fest, dass das Unternehmen die komplette Abwicklung von der Kremierung bis zur Bestattung übernimmt. Weilrod erhält dafür eine Nutzungsgebühr für die Flächen beziehungsweise Bäume.

Wie viele und welche als Bestattungsbäume infrage kommen, steht noch nicht fest, da die Fläche noch durchforstet werden muss. Als Gegenleistung dafür, dass CremPet die Idee nicht anderen Kommunen anbietet, soll es das Exklusivrecht erhalten, Tiere dort bestatten zu dürfen. Bezüglich der Kosten laufen Gespräche zwischen Gemeinde und Unternehmen. »Wir haben einen Vorschlag unterbreitet, nun muss CremPet schauen, ob es sich für sie rechnet«, sagt Esser. Als die Idee für den Tierfriedhof aufkam, wurden geschätzte Kosten von 80 bis 200 Euro, je nach Aufwand, genannt. Für wie viele Tiere der Harmoniewald letztlich Platz bieten wird, steht noch nicht fest.

Die Gemeinde will zudem nicht nur Menschen aus dem Taunus die Möglichkeit geben, hier ihre Tiere zu bestatten. Esser: »Gedacht ist hier auch etwa an Frankfurter, die keine Möglichkeit haben, die Asche ihrer Tiere im eigenen Garten auszustreuen.« Thomas Kopp

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