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Maskenspende türkischer Freunde

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Bürgermeister Steffen Wernard (v. l.) und Bauhofsleiter Dirk Schimmelfennig freuten sich über die Maskenspende von Mehmet, Fatma und Enis Devici. © Red

Usingen (bur). Mit einem Pkw hätte die Familie das vorgezogene Weihnachtspräsent für die Stadt nicht anliefern können, denn 20 000 Corona-Schutzmasken brauchen ihren Platz. So kam Mehmet Devici mit Frau Fatma und Bruder Enis am Donnerstag mit einem vom Verwandten geliehenen Transporter an den Usinger Bauhof, um dem dortigen Leiter Dirk Schimmelfennig und Bürgermeister Steffen Wernard sozusagen die Kartons in die Hand zu drücken.

Immerhin hat die Lieferung einen Wert von 10 000 Euro. Kein Pappenstil, bedenkt man, dass die Familie in Frankfurt ausgerechnet im Büroviertel seit zwei Jahren einen Rewe-Markt betreibt - also sozusagen seit Beginn von Corona. »Und das ist nicht einfach, denn unser Geschäft liegt ja nicht in einem Wohngebiet. Und durch Homeoffice und Lockdown haben wir schon gut zu kämpfen« sagte Mehmet Devici.

Und wie kommt ein Marktchef aus Frankfurt zu der Spenden-Idee? Weil er in Usingen lebt, und der Name hier einen guten Namen hat. Denn Vater Devici war lange Jahre Chef des türkischen Kulturverein, hat viele Gespräche mit Wernard gehabt und trat stets als Vermittler der Kulturen auf. »Ich war unendlich traurig als ich hörte, dass er gestorben ist«, sagte Wernard. Ausgerechnet an Corona. Vielleicht auch deshalb hat die Familie sich entschlossen, der Stadt, die sie so mögen, etwas Gutes zu tun. Und für Wernard kommt die Spende gerade recht - die Masken gehen vor allem an Feuerwehr, Kindergärten, Rathaus und Bauhof, damit die Mitarbeiter geschützt sind. Die ganze Familie wohnt übrigens auch weiterhin in Usingen in der Bahnhofstraße. »Ich freue mich, dass der Kontakt mit der Familie erhalten bleibt. Gerade durch die Arbeit des Vaters, der zu seinen türkischen Wurzeln stand, aber immer die Integration gelebt und das Verständnis gesucht hat, hat der Name hier eine sehr guten Klang.« Als der Sohn kürzlich angerufen habe um die Aktion anzukünden, habe er sich sehr gefreut. Auch Devici dankte - der Stadt. Denn er und seine Familie fühle sich sehr wohl in Usingen. »Wir würden auch gerne die Freundschaften, die mein Vater aufgebaut hat, erhalten uns ausbauen«, sagte er. Und packte dann zu, um die vielen Kisten auszuladen. Wobei Schimmelfennig dann angesichts der Masse noch ein paar Bauhofmitarbeiter aktivierte.

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