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Die eheamligen Brünnchen-Wirte Simone Hett-Ware und ihr Bruder Achim Hett bleiben als Pächter im Sportlertreff der SG Hausen.

Nach dem Hochwasser

Nach dem Hochwasser: Hausener Brünnchen eröffnet nicht wieder - Wirte ziehen um

Nachdem das Brünnchen im Juni vom Hochwasser verwüstet wurde, ist nun klar: Der Betrieb dort wird nicht mehr wiederaufgenommen. Doch die Wirte haben bereits eine neue Bleibe gefunden.

Hausen. Nach dem Hochwasser am 3. Juni stand die während des ersten Lockdowns frisch renovierte Kneipe »Zum Brünnchen« in Hausen zum vierten Mal seit 1991 unter Wasser. Obwohl eine Welle der Hilfsbereitschaft einsetzte, war die Schlammlawine in Gastraum, Küche und Sanitärbereich eine Katastrophe für die »Brünnchen«-Wirte Simone Hett-Ware und ihren Bruder Achim Hett. Die Versicherung ersetzte den Schaden nicht. Alles Ersparte hatten die beiden in die Renovierung gesteckt.

Schnelle Hilfe kam vom Vorstand der SG Hausen. »Der Vorsitzende Daniel Buhlmann hat uns schon am Tag nach dem Hochwasser angeboten, vorübergehend im Sportlertreff weiterzumachen«, erzählen die Wirte. Der Sportlertreff war seit Anfang des Jahres ohne Pächter, das »Brünnchen« würde nach dem Schaden so schnell nicht wieder renoviert werden können, weil im Sommer keine Handwerker zu bekommen waren.

Pachtvertrag wird ausgehandelt

Tatkräftige Helfer der SG Hausen weißten in knapp zwei Wochen den Sportlertreff. Schon zur Übertragung des ersten Fußball-Europameisterschaftsspiels der deutschen Mannschaft begrüßten die Wirte die ersten Gäste. Die deutsche Mannschaft hat nicht nur dieses Spiel verloren. Die Wirte und die SG Hausen hingegen haben gewonnen. Unter Corona-Bedingungen machten sie vor allem im Außenbereich Umsatz. Nachbarschaftshilfe von der Feuerwehr gab es auch, die stellten für die Außengastronomie zweimal Zelte auf.

»Im ›Brünnchen‹ wären wir jetzt noch arbeitslos«, stellt die Wirtin fest. Bis 31. Oktober galt ein Übergangspachtvertrag mit Sonderkonditionen. Inzwischen ist klar: Das »Brünnchen« wird es nicht mehr geben. Achim Hett ist gerade dabei, die Souterrainräume renovieren zu lassen und dafür einen Käufer zu suchen.

Der endgültige Pachtvertrag mit der SG Hausen wird gerade verhandelt. In der Zwischenzeit hat sich der Sportlertreff optisch gewandelt. Noch für das »Brünnchen« hatte Hett-Ware eine Gastraum-ausstattung gesucht und entsprechende Angebote. Eines davon, eine Eckbank mit Tischen und Stühlen, passte wie maßgeschneidert in den Sportlertreff. Der Vorstand der SG Hausen schaffte die Einrichtung an, Abholung und Einbau haben die tatkräftigen Sportler übernommen. Neben der Vereinsecke mit Bildern und Pokalen der SG Hausen haben die beiden Wirte auch gegenüber der Theke eine kleine »Brünnchen-Gedächtnisecke« mit Stehtisch eingerichtet.

Neu ist für die beiden Wirte im Sportlertreff der größte Teil der Kundschaft. »Im ›Brünnchen‹ hatten wir nur Abendgeschäft bis spät in die Nacht, meist Getränkeumsatz und erst kurz vor dem Hochwasser auch eine kleine Speisekarte ausgearbeitet«, erzählen sie.

Pommes mit Currywurst

Im Sportlertreff ist es in erster Linie der Trainingsbetrieb, und auch viele Spaziergänger kommen nicht nur auf ein Bier. Viele essen eine Kleinigkeit. Wurst vom Metzger aus Cratzenbach oder eine Portion Handkäse gehen immer. Beliebt sind die extra großen Pommes oder deftiges Gyros. Zudem gibt es wechselnde hausgemachte Suppen und Eintöpfe.

Coronabedingt ist derzeit auch im Sportlertreff die Zurückhaltung der Gäste zu spüren. Aber die beiden geben die Hoffnung nicht auf und sind immer für ihre Gäste da. Als Simone Hett-Ware kürzlich in Quarantäne war, hat ihr Bruder mit einem Freund den Betrieb aufrechterhalten.

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