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Konstantin Volkert und Luca Bark (von links) engagieren sich an der Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach und auch im Kreisschülerrat für die Interessen der Schülerschaft.

Engagement lohnt sich

Vom 1. bis 24. Dezember bieten wir den TZ-Lesern jeden Tag eine kleine oder große Geschichte - informativ, spannend oder zum Schmunzeln - und begleiten so journalistisch die Tage bis Heiligabend. Heute öffnen wir die Tür in eine Schülervertretung.

Neu-Anspach . Heute, am Donnerstag, beginnen für Luca Bark und Konstantin Volkert wie für alle anderen Schüler in Hessen die langersehnten Weihnachtsferien. Für die beiden Oberstufenschüler der Adolf-Reichwein-Schule beginnen aber auch arbeitsreiche Ferien, stehen im kommenden Jahr für die beiden doch die Abiturprüfungen an.

Morgen werden sich die beiden 19-Jährigen auch ein letztes Mal mit den anderen Aktiven der Schülervertretung (SV) treffen und sich »Frohe Weihnachten und ein schönes Fest« wünschen. Für den Adventskalender dieser Zeitung haben sie die Tür zum sogenannten SV-Büro geöffnet.

Im Gespräch haben sie einen Einblick in die SV-Arbeit und das Engagement für die Schülerinteressen an der ARS gegeben. »Ich habe früh bemerkt, dass ich generell etwas gestalten will, Dinge verändern möchte«, erzählt Luca Bark. »Natürlich bin ich immer wieder einmal in Diskussionen mit Lehrern angeeckt. Will man etwas erreichen, gehört das aber gewiss auch dazu.«

Vor vier Jahren sei er als Neuntklässler von »alten Hasen« in der damaligen SV überrumpelt worden mitzuarbeiten. Doch sei er gerne der Einladung gefolgt, obwohl er eigentlich in der Schule nie besonders fleißig gewesen sei. Doch mit dem Reinschnuppern in die SV-Arbeit sei er schlagartig richtig gerne zur Schule gekommen.

»Das Engagement in der Schülervertretung hat sich überhaupt nicht wie Arbeit angefühlt«, sagt der in Eschbach lebende ehemalige Schülersprecher der ARS. Er habe schnell bemerkt, dass ihm das lösungsorientierte Herangehen an Probleme und die praktische Arbeit bei der SV »super viel Spaß machen«.

Etwa in der gleichen Zeit wurde auch Konstantin Volkert eingeladen, mitzumachen. »Ich habe mich in dem Kreis sofort willkommen gefühlt«, sagt der Neu-Anspacher.

Dynamik stimmt einfach

»Die Dynamik stimmte in dieser Gruppe einfach: Alle wollten Dinge voranbringen und gestalten. Man wächst dann automatisch rein und man gewinnt total Erfahrung. Nun sind wir eben die ,Alten‹ und haben jüngeren Schülern die Erfahrung weitergeben. Es hat großen Spaß gemacht.«

Obwohl oder vielleicht gerade weil wegen der Einschränkungen im Schulalltag durch die Pandemie eigentlich kaum Projekte gestemmt werden konnten, war es umso erfreulicher, wie viele jüngere Schüler sich nach den Info-Veranstaltungen für die SV-Arbeit interessiert haben. »20 bis 30 Leute sind seither dabei geblieben«, berichten Luca und Konstantin. »Die SV ist wieder verjüngt, und der Kreis hat sich geöffnet.«

Zusammen mit allen Aktiven will die SV im kommenden Jahr die traditionsreichen jahrgangsübergreifenden Sportturniere wieder organisieren. Seit jeher laufen die Sportprojekte ohne die Unterstützung der Lehrer. »Neben der Teilnahme stellen Schüler auch die Schiedsrichter und die Turnierleitung«, sagt Bark, der seit diesem Jahr auch im Kreisschülerrat aktiv ist. »Die Vorgespräche laufen.«

Liebend gerne möchte die SV den Fünft- und Sechstklässlern auch wieder eine Faschingsfeier anbieten, die zuletzt wegen Corona ausfallen musste. Neben der Planung von Schüler-Veranstaltungen steht immer wieder die Interessensvertretung in schulinternen Gremien an.

»Der Schülerrat, in dem alle Klassensprecher die Interessen der Schülerschaft auch in der Gesamtkonferenz gegenüber der Lehrerschaft und dem Elternbeirat vertritt, konnte bereits zum zweiten Mal das Vorhaben der Schulleitung kippen, an der Schule ein Handy-Verbot einzuführen«, berichten die jungen Leute.

Nicht ohne Stolz erzählen sie von der bislang erfolgreichen Projektierung, ein Klettergerüst auf dem Schulgelände aufzustellen. Im konstruktiven Gespräch mit der Schulleitung konnte die SV so den Wunsch der Unterstufenschüler umsetzen.

»Es ist eine wichtige Erfahrung, gemeinsam mit Lehrern und Eltern an einem runden Tisch auf Augenhöhe die Interessen der Schülerschaft zu vertreten«, sagen die beiden. »Wir hätten nie gedacht, dass wir absolut ernst genommen werden und richtig viel erreichen können.«

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