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Symbolfoto Gericht

Strafe zur Bewährung ausgesetzt

Handgreiflicher Streit zwischen (Ex-)Paar: Angeklagter kommt glimpflich davon

Zwei Männer und eine Frau, einer davon, der die Miete für eine Wohnung zahlt, in der die beiden anderen wohnen - und ein handgreiflicher Streit eines (Ex-)Paares. Das alles endet vor dem Richter.

Neu-Anspach. Er soll seine Ex-Lebensgefährtin im Streit so heftig geschubst haben, dass die Frau gegen eine Türfüllung stieß, stürzte und sich dabei eine Kopfplatzwunde, eine Hüftprellung sowie Hämatome zugezogen hat.

45-Jähriger Neu-Anspacher legt Widerspruch gegen Strafbefehl ein

Die Amtsanwaltschaft Frankfurt hatte darin einen Fall von vorsätzlicher Körperverletzung gesehen und beim zuständigen Amtsgericht Bad Homburg den Erlass eines Strafbefehls beantragt. Der ist dann auch ergangen, wurde von dem 45-jährigen Neu-Anspacher aber mit Widerspruch angefochten.

Jetzt die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht. Sie endete glimpflich für den Angeklagten. Das Gericht sprach gegen ihn eine Verwarnung mit Strafvorbehalt aus, eine Geldstrafe auf Bewährung also. Sollte er sich ein Jahr lang straffrei verhalten, ist die Sache vom Tisch, wenn nicht, wird die vorbehaltene Geldstrafe - 50 Tagessätze à 10 Euro - fällig.

Angeklagter von vorneherein gestänndig

Der Angeklagte war im Prozess von Anfang an geständig. Bei dem Vorfall am 20. März dieses Jahres gegen 20.30 Uhr sei es in der bis dato gemeinsam genutzten Neu-Anspacher Wohnung in dem sehr engen Flur zu der Auseinandersetzung gekommen. Ja, er habe sie im Brass geschubst, aber nicht mit der Absicht, sie zu verletzen. Sie sei wohl »etwas ungünstig gestürzt«. So schlimm könne es aber auch nicht gewesen sein, denn die Frau sei erst nach vier Tagen zur Polizei gegangen.

Er, wie auch die Frau, die als Zeugin im Prozess aber nicht geladen war, hätten zum Tatzeitpunkt unter erheblichem Alkoholeinfluss gestanden. Das Verhältnis der beiden Tatbeteiligten sei zu dem Zeitpunkt schon zerrüttet gewesen. Als Grund für den Streit gab der Angeklagte an, dass die Frau wohl bereits bei ihrem Ex-Freund Trost gesucht habe, als er noch in der Wohnung gelebt habe, wenn auch getrennt von Tisch und Bett. Auch sei der andere, wohl eine Jugendbekanntschaft der Frau, zumindest zeitweise eingezogen.

Verteidiger: Angeklagter auch so schon genug bestraft

»Sie hat ihm Hörner aufgesetzt«, beschrieb der Verteidiger das Verhältnis. Das habe seinen Mandanten um so mehr gewurmt, als das Mietverhältnis nur durch ihn zustande gekommen war, weil er im Gegensatz zu der Frau über ein Einkommen verfügt und den Mietvertrag unterschrieben hat. Aus der Nummer sei der Mann bislang nicht herausgekommen, es gebe bereits Mahnbescheide. Dass sein Nachfolger ihn aus seiner eigenen Wohnung werfen wollte und er, der Angeklagte, sich nach einer Entscheidung nach dem Gewaltschutzgesetz aus dieser fernhalten musste, habe am Tattag dazu geführt, dass ihm, so der Verteidiger, »einfach die Nerven durchgegangen sind«.

Eigentlich sei der Mandant schon genug bestraft. Er sei nur deshalb wegen Körperverletzung angeklagt, weil der neue Freund der Frau diese zur Anzeige gedrängt habe, obwohl sie selbst, was Chat-Verläufe auf seinem Handy belegten, gar kein Strafverfolgungsinteresse hatte. Auch müsse er immer noch für eine Wohnung Miete zahlen, in der er selbst gar nicht mehr wohnen dürfe. Und für sich selbst brauche er schließlich auch eine Bleibe, für die er Miete zahlen müsse.

Bei dieser Gemengelage und auch weil die Gefahr der Wiederholung wegen der räumlichen Trennung zwischen den beiden gebannt ist, zeigte sich das Gericht dem Vorschlag der Verteidigung, das Verfahren auf diese Weise zu erledigen, zugänglich. Alle Beteiligten erklärten noch im Gerichtssaal Rechtsmittelverzicht, das Urteil ist damit rechtskräftig.

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