Noch kein Umzugstermin

Neu-Anspach (nni). Ursel Oestreich möchte mit dem Café Hartel in diesem Jahr in die Räume des VzF-Jugendhaus in die Gustav-Heinemann-Straße umziehen. Doch einen konkreten Umzugstermin gibt es wegen der Coronapandemie noch nicht.

»Bis die Pandemie soweit eingedämmt ist, dass es eines umfangreichen Test- und Impfangebotes nicht mehr bedarf, ist die Nutzung des Bistro-Bereichs im Jugendhaus nicht möglich«, sagte Hartel auf Anfrage dieser Zeitung. Sie rechne frühestens ab April mit der Möglichkeit, den Umbau des Küchenbereichs weiter zu führen. »Sehr schön wäre eine Eröffnung am Muttertag, 8. Mai, denn am Muttertag 2016 haben wir die Eröffnung des Hartel gefeiert und so würden wir mit dem sechsten Geburtstag an neuer Stelle wieder einsteigen«, sagte sie.

Eigener Beitrag zur CO2-Reduktion

Im jetzigen Café Hartel in der Taunusstraße 9 in Anspach gibt es seit Jahresbeginn mittwochs nur noch vegetarisches Essen. Doch wie kam es zu dieser Entscheidung? Oestreich beschäftigt sich nach eigener Angabe schon seit einigen Jahren mit basischer Ernährung, die immer frei von tierischen Produkten ist.

»Fleischloses Kochen ist unser Beitrag zur Verringerung des CO2-Ausstoßes«, sagt Oestreich. »Und neben der Sorge um unser Klima widerstrebt es mir mehr und mehr, Fleisch von Tieren zu verarbeiten, die unter unwürdigen Bedingungen gehalten werden. Ich habe mein Gewissen zu beschwichtigen versucht, indem ich die Hälfte des verarbeiteten Fleisches in Bioqualität und die anderen 50 Prozent mit erweiterter Stallhaltung, also als Halteform zwei, gekauft habe. Mehr war nicht möglich, um ein günstiges Fleischgericht anbieten zu können. Doch damit ist nun Schluss!«, sagt Oestreich entschieden.

Die Bestellungen für die Essen in der vergangenen Woche - auf der Karten standen Kürbis-Wirsing-Lasagne und afrikanischer Erdnuss-Gemüseeintopf - seien trotzdem nicht geringer, als im letzten Jahr gewesen, was sie in ihrem Entschluss bestärkt. »Lediglich eine Familie hat sich von meinem Verteiler abgemeldet, da sie nach eigener Aussage gerade die fleischlichen Essen als besonders lecker empfunden haben«, berichtet Oestreich.

Auch wenn das Café im Jugendhaus unter »normalen« Bedingungen eröffne, werde man den Gästen dort weiterhin vegetarisches Essen anbieten, so Oestreich. »Und auch das ist nur ein Kompromiss, denn der konsequente Weg wäre der vegane. Doch da gibt es einiges zu beachten, um keine Mangelernährung zu riskieren - und ehrlich gesagt, ganz ohne Eier und Milchprodukte wäre es auch für mich schwierig, leckere Gerichte zu zaubern. Zudem würden nur wenige Gäste diesen radikalen Schritt mitgehen - da bin ich realistisch genug.«

Für das wöchentliche Mitnahmegericht habe das Café Hartel bislang übrigens jede Woche acht Kilo Fleisch verarbeitet, in sechs Wochen also knapp 50 Kilogramm. Diese Menge entspreche rund 200 000 Kilogramm CO2. »Zum Vergleich: Bei 50 Kilo Gemüse entstehen etwa 15 Kilo CO2-Äquivalent«, rechnet Oestreich vor - und sieht sich nicht nur wegen dieser Statistik in ihrem Entschluss bestärkt.

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