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Die Sportanlage an der Adolf-Reichwein-Schule wird von der ARS selbst, der Grundschule an der Wiesenau und den Leichtathleten der SGA genutzt. Der Stadt schwebt eine Vermarktung und Bebauung vor. Ein Alternativstandort wird gesucht.

SG Hausen nicht gefragt

Neu-Anspach . In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) Anfang Dezember wurde angekündigt, dass im nächsten Jahr intensiv über die Verträge mit den Sportvereinen gesprochen werden soll. Und zwar in einer Sondersitzung.

SPD-Fraktionschef Kevin Kulp hatte dieses Ansinnen im HFA eingebracht. Der Sportanlage Hausen werde dabei eine hohe Priorität eingeräumt, versicherte Bürgermeister Thomas Pauli (SPD), der in seiner Haushaltsrede Folgendes gesagt hatte: »Für mich ist es für die Vermarktung und Bebauung der Sportanlage an der ARS zwingende Voraussetzung, dass wir den Leichtathleten der SG Anspach einen Ersatz anbieten. Deshalb ist es zwar notwendig, das Gelände zu verkaufen und über mögliche Mehrerlöse - 2021 waren wir mit relativ niedrigem Verkaufspreis eingestiegen - eine Ersatzfläche zu schaffen. Aus meiner Sicht kann dies nur an der geplanten Sportanlage Hausen-Arnsbach geschehen und ist alternativlos. Auf dem Gelände in der Wiesenau könnte unter anderem bezahlbarer und zusätzlich barrierefreier Wohnraum entstehen.«

Ex-Bürgermeister erinnert sich

Doch was verbirgt sich hinter den Sportanlagen-Plänen in Hausen-Arnsbach? »Schon seit 2013 gibt es ein Sportentwicklungsplan für die Stadt Neu-Anspach. Darin ist ein Sportgelände im Anschluss an unseren Sportplatz (Richtung Steinhof) geplant«, sagt Daniel Buhlmann, seit 2018 Vorsitzender der SG Hausen.

Bereits 2012 war in der Kommunalpolitik beschlossen worden, ein 9000 Quadratmeter großes Gelände in Hausen-Arnsbach zum Preis von 73 500 Euro zu kaufen. »Aus den Plänen wurde bisher nichts, weil das Geld zur Vorfinanzierung fehlte/fehlt«, erinnert sich der damalige Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU).

Ein Neubau ist dabei nicht ganz billig. »Zu Platz und Rasen kommen noch die Sozial- und Umkleideräume. Dazu war angedacht, ein zentrales Gebäude für alle Sportler am Sportplatz Hausen zu bauen und das alte Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr zu geben. Auch sollte später die Halle in Hausen neu errichtet werden«, sagt Hoffmann, der bekanntlich wieder Stadtverordneter ist.

Keine Planung unter Finanz-Druck

Weil bisher nichts passiert sei und seit der Kommunalwahl im März viele neue Kolleginnen und Kollegen im Parlament seien, habe die FWG-UBN einen Sportentwicklungsplan von der Verwaltung gefordert. Der wurde den Parlamentariern auch zur Verfügung gestellt, so Hoffmann. »Zunächst sollte ein Neubaugebiet hinter dem jetzigen Anspacher Sportplatz (Richtung Schwimmbad) die Finanzierung bringen. Jetzt wird die Sportanlage an der ARS ins Gespräch gebracht. Ich denke, dass hier ein gewisser finanzieller Druck dahinter steht. Das kann für eine vernünftige Planung nicht die Grundlage sein. Zumal die betroffenen Sportvereine nicht involviert sind«, betont der SG-Vorsitzende Buhlmann. Und: Es sei schade, dass man als Sportverein bisher außen vor geblieben sei.

Der Sportentwicklungsplan besage, dass hinter dem jetzigen Hausener Sportplatz (Richtung Steinhof) eine Sportanlage gebaut werden solle, sagt Buhlmann. Dieses Gelände liege westlich vom Sportplatz und reiche bis zu einem Feldweg, der im Tal liege. »Das Grundstück südlich vom Sportplatz ist in Bauernhand, direkt neben einem Haus.« Dieser Landwirt wolle das Grundstück seines Wissens nicht verkaufen. Das Gelände eines möglichen Sportplatzes sei rund 100 bis 150 Meter mal 300 Meter groß.

Nicht genug Platz für Tartanbahn

Diese Größe sei aber nicht ausreichend, wenn - wie diskutiert - an dieser Stelle auch die neue Tartanbahn der SGA-Leichtathleten entstünde. »Da müsste der Platz größer sein«, stellt Buhlmann fest. Er schätzt, dass die neue Sportanlage sogar 50 Prozent größer sein müsse als das avisierte Grundstück.

Buhlmann kritisiert auch die Herangehensweise, erst den Sportplatz an der ARS abzubauen und danach erst ein neues Sportgelände zu entwickeln. »Das kann es nicht sein, es muss andersrum laufen. Erst muss etwas Neues da sein, dann kann man das Alte schließen.«

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