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Fachwerkexpertin Heike Notz notiert, welche Schäden an den Denkmälern vorliegen.

Spezialisten gefragt

Neu-Anspach (red). Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat in ganz Deutschland für großes Entsetzen gesorgt. Zehntausende Helfer aus der ganzen Republik kamen über Wochen und Monate zusammen, um das Aufräumen und den Wiederaufbau zu unterstützen. Mit dabei war Heike Notz aus der Stabsstelle Bauwesen des Freilichtmuseums Hessenpark.

Einige Wochen waren nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz vergangen, als bei Heike Notz eine Anfrage eintraf. Die Generaldirektion kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz bat sie darum, als Expertin vor Ort die Erfassung der Schäden an Denkmälern zu unterstützen. »Für mich war es selbstverständlich, dass ich positive Rückmeldung gebe und mich mit meinen Kompetenzen den Gutachter/innen im betroffenen Gebiet anschließe«, erzählt Notz. Auf die Zusage hin luden die Generaldirektion Rheinland-Pfalz und die Untere Denkmalbehörde (UDB) des Kreises Ahrweiler Notz zu Einsätzen im Ahrtal ein.

Aus ganz Südwestdeutschland folgten Expert/innen der Bitte der Generaldirektion. Die Aufgabe der Zweier- oder Dreier-Teams bestand dann darin, die zugeteilten Denkmäler zu begutachten und zu dokumentieren. »Die meisten der verzeichneten Denkmäler waren Häuser. Aber auch Gedenksteine, Kreuze und Brücken wurden auf Schäden untersucht«, so Notz.

»Insgesamt war die Bandbreite an Schäden sehr groß«, berichtet Heike Notz. »Von leichten Wasserschäden an der Fassade bis zu komplett vom Wasser abgetragenen Gebäudeteilen war alles dabei.« Neben der genauen Protokollierung für die zuständigen Ämter ging es für die Teams auch darum, den Bewohnern/innen mit baulichem Rat und Tipps zu finanziellen Hilfsmöglichkeiten aus Fördertöpfen zur Seite zu stehen.

Bei ihrem zweiten Besuch im Ahrtal drei Wochen später war Heike Notz erfreut darüber, wie schnell die Arbeiten in der Zwischenzeit vorangeschritten waren. Trotz der schwierigen Schicksale, mit denen sie vor Ort in Berührung kam, gab ihr der Wille der Menschen, gemeinsam anzupacken und die Region wiederaufzubauen, Hoffnung für das Ahrtal.

Expertin für Strohlehmbehang

Und auch aus denkmalpflegerischer Sicht fanden sich interessante Einblicke. Notz ist Expertin für den Strohlehmbehang, den man heutzutage nur noch ganz selten findet. Im Freilichtmuseum Hessenpark wird er an zwei Gebäuden gezeigt. Im Ahrtal durfte sie ein Haus mit solch einer Außenverkleidung - obwohl »erst« 25 Jahre alt - begutachten.«

Nach den beiden Tagen im Ahrtal ist Heike Notz froh, dem Ruf der Generaldirektion kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz gefolgt zu sein: »Einerseits konnte ich einen Beitrag zur Erhaltung der Denkmäler im betroffenen Gebiet leisten. Andererseits habe ich Erfahrungen gesammelt, die mich menschlich und fachlich noch lange begleiten werden.«

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