»Statt sich zu ärgern, kann jeder etwas tun«

Neu-Anspach (nni). Der aktuelle Neu-Anspacher Seniorenbeirat wurde am 20. April vergangenen Jahres gewählt - rund einen Monat nach der Kommunalwahl. 20 Kandidaten stellten sich zur Wahl, elf Mitglieder wurden gewählt. Sie heißen Raphael Eckhard (Vorsitzender), Ursel Oestreich (stellvertretende Vorsitzende), Rolf Scherer (Kassenwart), Gudrun Panholzer, Werner Götz, Harry Euler (Pressewart), Susanne Loeffelholz von Colberg, Volker Kulp (stellvertretender Vorsitzender), Gudrun Müller, Gabriele Briem (Schriftführerin) und Saba Hamid.

Nun zieht Harry Euler für den neue Seniorenbeirat eine erste Bilanz.

Es habe sich nach der Wahl ein leistungsstarkes Team gebildet, das die bisherigen ehrenamtlichen Tätigkeiten fortführe und neue Aktivitäten für alle Menschen über 60 Jahren initiiert habe.

»Nach einem langsamen Start Anfang 2021 nahm die Impfaktion gegen das Virus endlich Geschwindigkeit auf«, kommt Euler auf die Pandemie zu sprechen. Die Impfungen seien eine große organisatorische Herausforderungen für den Staat gewesen, gleiches gelte für die Juli-Unwetterkatastrophe im Ahrtal. Dennoch sei der Seniorenbeirat optimistisch, dass die Gesellschaft es schaffen werde, den Staat wieder leistungsfähiger zu gestalten, so Euler. »Es ist das Engagement der vielen ehrenamtlich tätigen Menschen in den Parteien, Vereinen und anderen Organisationen. Beispielhaft sei hier Heinz Bethmann erwähnt, der von der Stadtverordnetenversammlung im Dezember zum Ehrenvorsitzenden des Seniorenbeirates gewählt wurde.« Darüber hinaus habe die Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit einen Haushaltsplan beschlossen, der die Konsolidierung der Finanzlage der Stadt zum Ziel habe. »Erfreulich war, dass alle in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien sich diesem Ziel endlich kooperativ nähern wollen«, so Euler.

Demografischen Wandel vergessen?

Bei aller Konzentration auf diese seit geraumer Zeit drängende Aufgabe vermisse der Seniorenbeirat allerdings in allen Redebeiträgen jedweden Bezug auf die Herausforderungen des demografischen Wandels. Gerade in dieser Zeit des raschen Wandels der Altersstrukturen sei das Teilhabeangebot auch für Ältere besonders wichtig. Der Lebensradius verkleinere sich deutlich mit zunehmendem Alter. So sei die Lebensqualität der älteren Menschen in hohem Maße von den Lebensbedingungen im Wohnbereich abhängig. Die Stadt sei daher in besonderer Weise gefordert, ihre Angebote weiterzuentwickeln und dabei an heterogener werdende Lebenswelten und Lebenslagen anzupassen. Sie sei gefordert, eine aktive Daseinsvorsorge für und mit den älteren Menschen zu gestalten und dabei deutlich mehr als bisher präventive, aktivierende und vorsorgende Handlungskonzepte zu entwickeln. »Zukünftig wird eine stärkere Ausrichtung an der Pflegeplanung- und Beratung, mobilitätsunterstützende Maßnahmen, bessere Möglichkeiten zur Teilhabe am Leben, zum Beispiel mit Bildungsangeboten, Bewegungsangebote, Freizeit- und Kulturangebote und demografische Konzepte für altersgerechte Wohnformen vor Ort benötigt«, so Euler.

Nachhaltigkeit in der Pflege

Diese Erwartungen seien eng verbunden mit dem meistverwendeten Wort in den politischen Diskussionen dieses Jahres: der Nachhaltigkeit. Alles solle nachhaltiger werden, die Ernährung, die Fortbewegung, die Industrieproduktion und die Nutzung digitaler Medien - »nur für Rente, Gesundheitsversorgung und Pflege scheint es diesen Denkansatz nicht zu geben«. Natürlich unterstützten auch die Senioren durch ihr Handeln das Nachhaltigkeitsgebot. Auch der Beirat setze sich aktiv für eine Bewusstseins- und Verhaltensänderung der Bevölkerung ein und nutze seine langjährigen beruflichen Erfahrungen, wenn es darum gehe, gesellschaftlich verträgliche Maßnahmen zu ergreifen. »Wir unterstützen mit unserem ehrenamtlichen Engagement im Großen wie im Kleinen unsere Gesellschaft. Wir freuen uns über weitere Unterstützer und Helferinnen und Helfer, die sich auch für die gesellschaftlichen Veränderungen positiv einbringen möchten. Statt sich zu ärgern, kann jeder etwas tun.«

Der Seniorenbeirat wirbt dafür, dass 2022 in Neu-Anspach und im Usinger Land nachhaltige Maßnahmen für die Verbesserung der Pflegesituation, Wohnformen im Alter und eine Verbesserung des Mobilitätsangebotes für ältere Menschen und Menschen mit Handicap ergriffen werden.

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