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Statt für die Weihnachtsgeschichte interessieren sich die Kinder doch mehr für die Figuren.

Vom Pracht-Panorama bis zu nüchterner Symbolik

Neu-Anspach (fms). Die Festtage sind vorüber, die Heiligen Drei Könige wieder auf dem Heimweg - in Erwartung ihres Ehrentages am 6. Januar. In der Weihnachtsgeschichte huldigen sie dem Christuskind und fehlen in den Krippendarstellungen nur selten. Eine Auswahl von Krippen war am zweiten Weihnachtstag in den Neu-Anspacher Kirchen auf- und ausgestellt, und die Gemeinden hatten zu einer Krippenwanderung eingeladen.

Wandern heißt, mit strammem Schritt oder im Spaziergänger-Modus von Gotteshaus zu Gotteshaus zu ziehen und dort eine Zeit lang zu verweilen, und dieses Angebot nahmen einige auch so an, obwohl der Tag den Neu-Anspachern nicht das beste Wanderwetter bescherte. Besonders dicht war der Nebel im hochgelegenen Rod am Berg, aber die Kirchen waren Orte zum Auftanken und zu innerer Einkehr und vergegenwärtigten noch einmal jenseits des vorangegangenen Tags anschaulich die Geschehnisse von einst im Stall zu Bethlehem.

Die Arrangements waren dabei höchst unterschiedlich, aber im Zentrum stand stets das Jesuskind, die Figuren pittoresk oder nüchtern bis auf das Symbolische reduziert. In die erste Kategorie gehörte sicher die Krippe in der Rod am Berger Kirche, wo nebst Ochs und Esel auch ein Elefant zu den stillen Beobachtern der Szenerie gehört.

In der Hausener Kirche gehörte ein Kamel zur Gruppe, und hier waren es einfache Figuren-Scheiben, die ganz unprätentiös auf einem Teppich aufgestellt waren. Dafür allerdings waren gleich auf dem Hauptaltar und einem alten Nebenaltar weitere Arrangements aufgebaut - einschließlich einer kleinen Holzkrippe mit detailliert gefertigten Figuren, die unter dem Dach eines Stalls zusammenkamen.

Schafe en miniature

Ganz anders dagegen die Krippe in der freien Christuskirche, wo das Jesuskind in Babypuppen-Größe in einer Krippe lag - Krippe und Kind von echtem Stroh umgeben, lediglich die Schafe waren en miniature, aber mit flockiger Wolle drapiert dargestellt.

Die katholische Marien-Gemeinde legte Wert auf die Einbettung der Szene in eine Landschaft mit Palme und sprach mit diesem detailreichen Bild vor allem die Kinder an. Wie ein Informationsblatt aufklärte, stammen die aus Lindenholz geschnitzten Figuren aus Oberammergau von einem überregionalen Holzschnitzer.

Ton ist der Werkstoff, aus dem die Figuren in der Anspacher evangelischen Kirche gefertigt wurden. Die ausdrucksstarken Figuren wurden ohne Beiwerk präsentiert, lediglich eine Kerze symbolisierte das Licht der Hoffnung, das mit der Geburt des Heilands in die Welt kam. Die unbemalten Tonfiguren wurden in den Oberlin-Werkstätten in Potsdam hergestellt, wie ein Text über die Krippe im aktuellen Gemeindebrief informiert.

Und neben so viel geistlicher Nahrung war die Krippenwanderung am Weihnachtsfeiertag natürlich auch eine gute Möglichkeit, sich nach üppigem Weihnachtsgans- und Lebkuchengenuss etwas die Beine zu vertreten…

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