Hochtaunusstift: Taschengeld der Bewohner kann zurückgezahlt werden

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NEU-ANSPACH - (inf). Vor Kurzem hatte der Usinger Anzeiger darüber berichtet, dass einige Bewohner des ehemaligen Hochtaunusstifts sowie einige Angehörigen befürchten, dass Beiträge für Wohnung und Pflege, die für den Monat März bereits im Voraus geleistet worden sind, nach der Insolvenz des Betreibers nicht mehr anteilig zurückgezahlt werden.

Nun gibt es diesbezüglich schlechte Neuigkeiten: Dieses Geld ist für die Bewohner vermutlich verloren. Dies hat der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Fabio Algari, gegenüber dem UA bestätigt. "Die Zahlungen sind Teil der Insolvenzmasse geworden", bedauert Algari und erklärt, dass ein solcher Vorgang zwingend ein Teil des Insolvenzrechts sei, "denn sonst brauchen wir ja keine Insolvenzen." Anders sieht es mit dem Taschengeldkonto, das das DRK für die Bewohner geführt hat, aus. "Da auf dieses Konto ausschließlich Taschengeld ein- und wieder ausgezahlt wurde und mit dem Geld nicht gewirtschaftet wurde, ist es möglich, dass diese Gelder an die Bewohner erstattet werden", so Algari. Bis es jedoch dazu kommt, werde es jedoch noch eine Weile dauern. "Bei einer solchen Insolvenz müssen beispielsweise bestimmte Fristen eingehalten werden", erklärt der Fachanwalt die Verzögerung.

Algari bescheinigt dem Roten Kreuz und dem Betreiber, der Alten-, Wohn- und Pflegeheim GmbH, übrigens auch, im Hochtaunusstift sehr gut und vorausschauend gewirtschaftet zu haben. "Viele Firmen warten beispielsweise, bis sie zahlungsunfähig sind. Das ist im vorliegenden Fall nicht geschehen, sondern der Betreiber hat in diesem Fall Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Das ist ein sehr weitsichtiges und vor allem professionelles Verhalten, das man im Insolvenzrecht nicht sehr häufig antrifft." Auf diese Weise können die Interessen der Gläubiger viel besser bedient werden, als wenn es tatsächlich zur Zahlungsunfähigkeit gekommen wäre. Insgesamt treten Angestellte, Lieferanten und noch einige Bewohner als Gläubiger in dem Insolvenzverfahren auf.

Der Fachanwalt geht davon aus, dass das Verfahren vermutlich ein bis zwei Jahre dauern wird. Erst dann könne es zu einer Quotenausschüttung der Gelder kommen - sprich: Erst dann könnten Bewohner oder Angehörige tatsächlich mit einer möglichen Rückzahlung rechnen. Wenn denn dann noch Geld übrig ist.

Insgesamt habe die Geschäftsführung der Alten-, Wohn und Pflegeheim GmbH, ein sehr geordnetes Unternehmen hinterlassen, versichert der Insolvenzrechtler. "Auch mit dem Betriebsrat haben wir für die Mitarbeiter entsprechend annehmbare Kündigungsfristen aushandeln können." Natürlich aber sei eine Insolvenz in einem Altenheim nie eine "schöne Sache. Es ist ein sehr missliches Thema, wenn man alte Menschen, die hier ihre letzte Lebensstation haben, ihres Dachs über dem Kopf beraubt." Glücklicherweise hätte sich in diesem Fall der Betreiber jedoch sehr engagiert und versucht, für die Menschen eine neue, endgültige Bleibe zu finden.

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