Neu-Anspacher Mediziner Koloczek: "Ein, zwei kommen zu den Impfterminen nicht"

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NEU-ANSPACH - (inf). Es lässt sich nicht wegdiskutieren: Die vierte Coronawelle ist im Anmarsch. Gab es im Sommer zum Teil nicht eine Neuinfektion am Tag, so werden im Hochtaunus mittlerweile pro Tag wieder über 30 neue Infektionen gezählt. Schaut man sich die Zahlen des RKI an, so landen vor allem diejenigen Menschen mit einem schwereren Krankheitsverlauf im Krankenhaus, die noch nicht geimpft sind.

Es zeigt sich aber auch - wenn man die Inzidenzen vergleicht - dass im Februar bei gleicher Inzidenz wie im August, deutlich weniger Leute im Krankenhaus landen, was das RKI auf die Impfquote von 60 Prozent zurückführt.

Umso ärgerlicher sei es aus diesem Grund für den Allgemeinmediziner Dr. Klaus-Dieter Koloczek aus Neu-Anspach, dass immer wieder Patienten zu einem bereits ausgemachten Impftermin nicht erscheinen. "Wir haben in der Impfcharge immer fünf Dosen, sodass wir auch immer fünf Patienten gleichzeitig einbestellen müssen. Kommen ein oder zwei Patienten dann nicht - und das passiert bei fast jedem Termin - so müssen wir den Rest in der Ampulle wegwerfen", so der Mediziner gegenüber dem Usinger Anzeiger. Gerde in Zeiten einer Pandemie ein Unding. Er appelliert aus diesem Grund an die Patienten, die ausgemachten Termine auch einzuhalten. Gerade im Hinblick auf die Impfquote, sieht der Arzt, der sich als Gesundheitsmediziner sieht, der auch komplementärmedizinische Konzepte im Blick hat, noch gehörig Nachholbedarf. "Mir geht es hier nicht um irgendein ein esoterisches Geschwurbel, sondern um klare, wissenschaftliche Fakten. Wir müssen eine Impfquote von 80 Prozent erreichen. Andernfalls werden wir diese Krankheit nie los."

Koloczek verimpft bei sich in der Praxis nur Johnson und Johnson und erklärt auch gleich, warum für ihn persönlich nur dieser eine Impfstoff infrage kommt. "Der Impfstoff hat gleich mehrere Vorzüge: Ich muss nur einmal impfen. Zweitens schützt dieser Impfstoff - und das kann man in den Herstellerangaben selbst einsehen - zu fast 100 Prozent vor einem schweren Coronaverlauf und damit auch vor scheren Long-Covid-Erkrankungen, alle anderen liegen zwischen 85 und 90 Prozent. Und drittens hat er als sogenannter Vektorimpfstoff deutlich mildere Nebenwirkungen, als ein reiner mRNA-Impfstoff."

Er selbst habe mehrere Patienten mit Corona in der Praxis behandelt und weiß, wie gefährlich das sein kann. "Allerdings war eine Sache augenfällig: Diejenigen Patienten, die einen sehr niedrigen Vitamin-D-Spiegel hatten, sind schwerwiegender erkrankt, als diejenigen, die einen hohen Vitamin-D-Spiegel im Blut haben." Dies hätten auch Studien bestätigt. Aus diesem Grund empfiehlt er, zur Vorbeugung, reichlich Vitamin-D zu sich zu nehmen. Doch eine reine Vorbeugung reiche nicht aus, natürlich sei eine Impfung entscheidend. Auch wenn diese momentan noch gewisse Nebenwirkungen habe.

Natürlich weiß der Allgemeinmediziner auch, dass es sicherlich einige Menschen gibt, die gerade deswegen Bedenken gegen eine Impfung haben. "Ich versuche, meine Patienten deswegen möglichst ehrlich über die Konsequenzen aufzuklären. Ja, es gibt Nebenwirkungen und ich hoffe, dass in mehreren Jahren Impfstoffe hergestellt werden, die weniger aufweisen. Dennoch überwiegt der Nutzen bei Weitem die resultierenden Nebenwirkungen der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. Allerdings kann man diese erleichtern, indem man beispielsweise hoch dosierte, systemische Enzyme, wie zum Beispiel Papin aus Ananas verabreicht." Diese milderten die typischen Impfschmerzen ab.

Doch er weiß auch Positives über die Corona-Impfstoffe zu berichten: "Gegenüber den Grippeimpfungen, die zum Teil nur eine Wirksamkeit von etwa 30 Prozent haben, haben wir es hier mit einem hochpotenten Impfstoff zu tun, der viel besser als einige Impfstoffe wirkt, die wir sonst üblicherweise verimpfen. Und das ist definitiv eine bemerkenswerte, wissenschaftliche Errungenschaft."

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