Nicht sehr demokratisch, aber effizient

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Nun soll also ein nicht-öffentlicher Arbeitskreis die Finanzen der Stadt in den Griff bekommen. Sind wir mal ehrlich. Demokratietheoretisch ist das eine Katastrophe. Schließlich zeichnet eine Demokratie ja unter anderem aus, dass getroffene Entscheidungen nachvollzogen und die Verantwortlichen klar benannt werden können. Genau dafür steht so ein Arbeitskreis nicht.

Und doch ist es einen Versuch wert. Denn wer die erste Stunde der jüngsten Parlamentssitzung erlebt hat, der hat zwar - zumindest von der "Opposition" - den einen oder anderen Sparvorschlag gehört, aber auch Schuldzuweisungen, bis in die 70er-Jahre des vorherigen Jahrtausends reichten. Wem ist damit gedient? Wenn Neu-Anspach seinen Haushalt in den Griff bekommen will, dann müssen entweder die Leistungen der Stadt runter oder die Steuern rauf. Das wird dem Bürger so oder so nicht gefallen. Hat eine Partei vor der Kommunalwahl im März 2021 tatsächlich den Mut, zu unpopulären Entscheidungen zu stehen? In einem Arbeitskreis, der nicht unter den Augen (und Ohren) der Öffentlichkeit tagt, wäre vielleicht ein effizienter und an den Belangen der Stadt orientierter Dialog möglich. Wie gesagt: Demokratietheoretisch eine Katastrophe. Aber möglicherweise ein Rettungsanker. Henning Schenckenberg

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