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Bei Starkregen, wie zuletzt Ende Januar 2021, soll der Retentionsraum von Zisternen Wasserspitzen abmildern

Neue Satzung beschlossen

Grävenwiesbach (aro). Eine Zisternensatzung soll in der Gemeinde Grävenwiesbach zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Entlastung des Wasserhaushaltes beitragen.

Bereits in der Oktober-Sitzung stimmte der Bau-, Siedlungs- und Planungsausschuss (BSPA) einem geringfügig geänderten Satzungsentwurf des Gemeindevorstands mit großer Mehrheit zu.

Nach dieser Abstimmung tauchten jedoch zusätzliche relevante Informationen hinsichtlich eines sogenannten Genehmigungsvorbehaltes auf, die eine erneute Beratung und Beschlussfassung erforderten. Kurz gesagt: Bei dem ganzen Unterfangen hat die Untere Naturschutzbehörde noch ein gehöriges Wörtchen mitzureden - und davon hängt dann schließlich auch eine Genehmigung ab.

In der BSPA-Sitzung am Mittwoch im Bürgerhaus votierte der Bauausschuss einstimmig für die neue, geänderte Fassung. Neben Entlastung des Wasserhaushaltes und einer verbesserten Trinkwasserversorgung im gesamten Gemeindegebiet sollte die künftige Verpflichtung zur Nutzung von Brauchwasser durch Regenzisternen zusätzlich die Option bieten, bei Starkniederschlägen durch einen Retentionsraum innerhalb der Zisternen Wasserspitzen abzumildern und das durch Überschwemmung bedrohte Abwasserkanalsystem zu entlasten. Der von der Bauverwaltung in Absprache mit dem Wassermeister erstellte Satzungsentwurf lehnt sich an bereits bestehende Satzungen, beispielsweise in Neu-Anspach oder Schmitten, an und berücksichtigt die Vorgaben privater Neu- oder Umbauten sowie das Betreiben eines Pooles.

Zusätzliche Änderungen des Entwurfes ergaben sich aus den bisherigen Beratungen der Fachausschüsse. So wurde angeregt, Versickerung von Niederschlagswasser vorzusehen, damit Abwasserkanäle generell entlastet würden.

Weil es sich hier um ei- nen genehmigungspflichtigen Sachverhalt handelt, ist für das Versickern von Niederschlagswasser ins Grundwasser oder das Einleiten in ein Oberflächengewässer nach Paragraf 8 und 9 Wasserhaushaltsgesetz ein Antrag bei der Unteren Wasserschutzbehörde notwendig. Zeitverzögerte Abgabe des im Retentionsraum zurückgehaltenen Wassers über einen Drosselabfluss an den öffentlichen Kanal ist ohne Genehmigung möglich.

Um eine Trinkwassernachspeisung der Zisterne grundsätzlich zu unterbinden, wurde der Satzungsentwurf diesbezüglich durch eine zulässige Ausnahme ergänzt.

Die Trinkwassernachspeisung ist möglich bei Nutzung des Brauchwassers zum Beispiel für die Waschmaschine oder Toilettenspülung mit nachfolgender Einleitung in die Kanalisation, wenn ein geeichter und beglaubigter Wasserzähler (Entnahmezähler) zur Erfassung des Brauchwasserbedarfs eingebaut ist, der den Vorgaben der Wasserversorgungssatzung und der Entwässerungssatzung entspricht.

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