+
So wie hier vor der Hugenottenkirche könnten sich die Hinweisschilder ins Stadtbild einprägen. GRAFIKEN: ECKEDESIGN POTSDAM

Nie wieder ohne Plan

Usingen . Die Stadt Usingen peppt sich auf. Maßgeblich verantwortlich dafür sein soll ein neues Beschilderungskonzept, das als Orientierungs- und Leitsystem vor allem für auswärtige Besucher dienen soll. Bereits im kommenden Jahr geht es los. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung.

Als erstes Teilprojekt geht es darum, den Schlossgarten als zentrale innerstädtische Fläche aufzuwerten. Neben einer erweiterten Möblierung und Beleuchtung und der Aufbereitung von Wegen und Grünflächen soll auch eine neue Beschilderung für Besucher des Campus mit den Zielen Schlossgarten, Schulgelände der CWS mit Christian-Wirth-Saal und Wilhelmjsalon, Sporthallen und Taunusbad entstehen. Neben Übersichtsplänen an den Ankunftsorten und Eingängen sowie einem Leitsystem mit Pfeilwegweisern sollen auch ein kindgerechter Naturlehrpfad sowie die historischen Ziele im Schlossgarten mit einer geeigneten Beschilderung die verschiedenen Besuchergruppen informieren.

Auch andere Stellen waren beteiligt

Für die Erstellung der Übersichtspläne an den Ankunftsorten im Bereich Schlossgarten-Campus war ein Orientierungskonzept für das gesamte Stadtgebiet von Usingen notwendig. Bei einem Orientierungs-Workshop unter Leitung des Büros Eckedesign aus Potsdam wurde gemeinsam mit dem Naturpark Taunus (Wanderwege/Parkplätze), dem Hochtaunuskreis (Radwegeverbindungen), dem Taunus-Club Usingen (Wanderwege) und dem Taunus-Touristik-Service eine strukturierte Bestandsaufnahme aller Ankunftsorte wie Bahnhof, Bushaltestellen, Parkplätze, Sammelpunkte und Zielpunkte wie Sehenswürdigkeiten, Gastronomie- und Einkaufsziele, Serviceziele inklusive der Fuß- und Radwegeverbindungen in und um Usingen erstellt. Dann wurde eine erste Zielplanung und Wegeführung für Usingen dargestellt und darauf aufbauend die erste Grundgestaltung eines Beschilderungssystems erarbeitet, in der die Zielpunkte in farblichen Kategorien mit Piktogrammen oder als Zielnummer mit Erläuterung in der Legende dargestellt werden.

Als weitere Planungsvorgabe wurde in der Grundgestaltung der Beschilderung eine zeitlose Farb- und Schriftgestaltung dargestellt, die sich gut in den öffentlichen Raum einfügen soll. Außerdem sollen die Beschilderungselemente aus einer hochwertigen, optisch ansprechenden und möglichst vandalismusgeschützten Systemfamilie stammen, damit eine langjährige Nutzung mit Aktualisierungen durch Foliendrucke gewährleistet ist.

Im Verlauf der Planungsarbeiten für die Beschilderung Schlossgartencampus entwickelte sich die Idee, auf Basis der vorhandenen Grundgestaltung und des bestehenden Orientierungskonzeptes im Zuge des Förderprojektes Lebendige Zentren auch im innerstädtischen Gebiet ein Orientierungs- und Leitsystem zu entwickeln. Dieses soll im Jahr 2023 folgen. Hier sollen insbesondere an den weiteren zentralen Ankunftsorten und Plätzen (Bahnhofsplatz, Neuer Marktplatz, Alter Marktplatz) Übersichtstafeln eine Orientierungshilfe bieten und mit einem Leitsystem die Besucher zu den historischen, gastronomischen und Einkaufszielen in der Innenstadt geführt werden.

Schnell zum touristischen Ziel

Um die touristische Infrastruktur weiterzuentwickeln, soll den Gästen, die nicht nur die Innenstadt besuchen, sondern auch touristische Ziele außerhalb zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem ÖPNV oder dem Auto erreichen möchten, mit Übersichtstafeln und einem ergänzenden Leitsystem zum vorhandenen Rad- und Fußwegenetz eine strukturierte übersichtliche Orientierungshilfe gegeben werden. Zu diesen Zielen zählen der Hattsteinweiher, die Eschbacher Klippen mit dem Naturlehrpfad und Rundwanderwegen, das Rosendorf Wernborn sowie Kransberg mit seinen Sehenswürdigkeiten. In Kransberg hat sich jüngst eine Bürgerinitiative gebildet, die in Zusammenarbeit mit der Stadt die Ausschilderung von drei Rundwanderwegen und eines beschilderten historischen Dorfrundgangs umsetzen möchte.

Standorte in den Stadtteilen

Weitere mögliche Standorte für Übersichtstafeln wären in den Stadtteilen Wilhelmsdorf am Bahnhof und Merzhausen (Naturfriedhof) zur Wegeführung nach Usingen. Diese wurden aber bei der weiteren Planung noch nicht berücksichtigt. Auf den Übersichtstafeln soll jeweils eine lokale Standortkarte mit der Kennzeichnung von Wegeführungen, Sehenswürdigkeiten und gastronomischen Angeboten vor Ort als zentrales Element gestaltet werden, und daneben soll für alle Übersichtstafeln eine abstrahierte Regionalkarte als Übersichtsplan mit der Kennzeichnung von touristischen und gastronomischen Zielen in der Kernstadt und den Stadtteilen und den wichtigsten Wegeverbindungen in und um Usingen abgebildet werden.

So können dann Besucher auf dem Parkplatz an den Eschbacher Klippen auf einen Blick erkennen, dass sie fußläufig auch noch das Rosendorf Wernborn erreichen oder auf dem Rückweg die Einkaufsmöglichkeiten oder Gastronomiebetriebe in der Innenstadt nutzen können. Auch dies soll 2023 umgesetzt werden.

Es folgen noch zwei weitere Module für das Gesamtkonzept. So soll im Jahr 2024 eine Orientierungshilfe für Gewerbegebiete entstehen. Derzeit gibt es im Usinger Gewerbegebiet keine zeitgemäße, strukturierte und zielführende Beschilderung. Nach den abschließenden Straßenbauarbeiten im Gewerbegebiet Südtangente sowie bei der Realisierung des Fußgängerüberweges zum Bahnhof soll auch das Gewerbegebiet mit einem Orientierungs- und Leitsystem aufgewertet werden. Im Jahr 2025 sollen dann neue Ortsschilder mit touristischen und Veranstaltungshinweisen aufgestellt werden.

Bürger wollen Grau/Orange

Auf Wunsch der Politik hat die Verwaltung kurzfristig eine Bürgerbefragung zur farblichen Grundgestaltung der Beschilderung vorgenommen. Zur Auswahl standen die Farbgestaltung in Grau/Orange oder in zwei Blautönen. Über verschiedene Wege konnten die Bürger abstimmen. Trotz der kurzen Laufzeit in den Herbstferien wurden 393 Rückmeldungen registriert. Das Abstimmungsergebnis lautet: 188 Stimmen für die Variante 1 (Grau/Orange) zu 115 Stimmen für die Variante 2 (Blau). Teilweise wurden die Rückmeldungen bis auf wenige Ausnahmen positiv kommentiert.

Für den Schlossgarten-Campus sind knapp 58 000 Euro eingeplant, die Stadt müsste davon 21 700 Euro tragen. Für den Naturlehrpfad fallen 29 000 Euro an, für die Stadt davon 10 900 Euro. Die Beschilderung der Innenstadt schlägt mit 49 700 Euro zu Buche, auf die Stadt entfallen 18 600 Euro. Für die Ziele rund um Usingen sind 51 400 Euro veranschlagt. Da eine Förderung über das Projekt Lebendige Zentren nicht möglich ist, werden alternative Fördermöglichkeiten geprüft. Bei den Gewerbegebieten ist mit Kosten von 78 600 Euro zu rechnen. Hier könnten sich die Unternehmen beteiligen. Die sieben Ortseingangsschilder schlagen schließlich mit rund 70 000 Euro zu Buche.

So sollen die Stadtkarten aussehen.

Das könnte Sie auch interessieren