1. Startseite
  2. Lokales

Rücksichtslose Grünecken-Nutzer

Erstellt: Aktualisiert:

Grävenwiesbach-Hundstadt (cju). Nahe am Dorfgemeinschaftshaus gelegen ist eine Wiese mit Bach, die einem Hundstadter Bürger Kopfzerbrechen bereitet. Er ist Eigentümer und hat Probleme mit jenen, die einfach seine Wiese queren, obwohl dies ein Privatgrundstück ist. Ziel ist oft die ebenfalls in der Nähe befindliche Grünecke. Probleme gibt es, weil Dinge einfach fallen gelassen werden - ohne Rücksicht auf Verluste:

Plastik in fast jeder Ausführung, Dosen oder Pfandflaschen und sogar eine Babywindel hat er schon gefunden.

»Das geht so doch nicht«, ist er sicher und hat auch schon das Gespräch gesucht. Danach herrsche wohl für ein paar Wochen Ruhe, weil es Einsicht seitens der Wiesennutzer gebe, dann aber gehe es von vorne los. Auch mit Hundekot hat er schon Erfahrungen machen müssen. Beim Plastik könne es sein, dass Tiere es verschluckten und dann daran sterben oder dass es in der Nahrungskette weitergehe, bis es schließlich in irgendeiner Form auf dem Tisch der Menschen lande. Mit dem ganzen Unrat könne es außerdem sein, dass der Bach Hochwasser führe, weil er an Stellen gestaut werde, die dafür nicht geeignet seien. Das alles trug er dem Ortsbeirat in dessen jüngster Sitzung am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus vor.

Bürgermeister Seel will sich kümmern

Der nahm es zur Kenntnis. Einer, der auch mit gespitzten Ohren das Ganze verfolgte, war Bürgermeister Roland Seel (CDU). Er versprach, sich darum zu kümmern. Die Rohre im Bachlauf seien nicht genehmigt, und bereits bei der Unteren Naturschutzbehörde angemahnt worden. Was die Wiese angehe, sehe er es ähnlich wie der Besitzer: Man müsse die Menschen dazu bringen, sich Gedanken zu machen, ob man ein solches Verhalten auf seinem eigenen Grundstück selbst akzeptieren würde oder nicht. »Notfalls muss die Grünecke zugemacht werden«, sagte der Verwaltungschef. Dann käme es zwar wieder verstärkt zu Ablagerungen von Grünabfällen in der Gemarkung, aber das sei dann nicht zu ändern.

Was den Hundekot angehe, müsse dieser übrigens im Restmüll entsorgt werden, nicht im Bio-Müll. Allerdings gebe es viele Hundebesitzer, die die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners erst gar nicht bis zur Sammelstelle oder bis nach Hause mitnehmen, sondern den gefüllten Beutel einfach in die Natur werfen. Drei neue Hundestationen hat der Ortsbeirat in Aussicht gestellt bekommen. Sie sollen am Dorfgemeinschaftshaus, am Parkplatz hinunter zum Feld sowie am Friedhof aufgestellt werden. Die Mülleimer indessen müssten etwas entfernt von der Hundestation, wo es die Tüten zum Mitnehmen gibt, aufgestellt werden. Denn in den seltensten Fällen lassen die Hunde gleich zu Beginn des Spaziergangs ihren Kot fallen, sondern sie liefen erst einmal ein Stück.

Baugebiet nur bei ausreichend Wasser

Weiteres Thema war Haushalt 2022 der Gemeinde, den der Ortsbeirat zur Kenntnis nahm. Bürgermeister Seel führte aus, dass der Entwurf die Sanierung des Glockenturms im Alten Rathaus beinhalte und auch Pläne für ein neues Baugebiet in Hundstadt für 2025 vorsehe. Allerdings müsse hier zunächst die Frage der Wasserversorgung durchgesprochen werden. Denn ohne ausreichendes Wasser könne es auch kein Neubaugebiet geben. Weitere Ausgaben im Ort sind für die Sanierung des Ehrenmals und der Mauern am Friedhof vorgesehen.

Außerdem wurde durch den Ortsbeirat angeregt, die Lüftung im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) für 2023 in Angriff zu nehmen. Das DGH sei nunmehr 40 Jahre alt und die Lüftung auch. Die Kritik: »Wenn der Saal voll ist, tut sich da gar nichts.«

Auch interessant