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Alexandra und Jens Kinkel betreiben die Postfiliale in der Papierstube Kinkel vorerst doch noch weiter.

Neuer Vertrag

Bewohner des Usinger Landes atmen auf: Post und Postbank bleiben in Schmitten

Eigentlich sollte die »Papierstube« in Schmitten Ende Februar keine Dienstleistungen von Post und Postbank mehr anbieten. Doch nun ist alles anders gekommen - zum Glück der Kunden.

Schmitten. »Jetzt bleibt die Post doch erst einmal bei uns«, teilt Jens Kinkel mit. Wie im Oktober berichtet, wollte er in Schmitten Ende Februar die Postfiliale im Einzelhandel schließen, seine Frau Alexandra nur noch die »Papierstube« weiterbetreiben, und er hatte schon damit begonnen, sich in seinem ehemaligen Beruf als Elektriker selbstständig zu machen.

Kündigung im August vergangenen Jahres - Postbank wollte sowieso weg

Zur Erinnerung: Weil trotz zunehmenden Aufwandes die Konditionen gleich geblieben sind, hatte Kinkel im August den Vertrag gekündigt und erst dabei erfahren, dass die Postbank sowieso bei ihm rausgegangen wäre. Das hatte ihn in seinem Beschluss bestätigt, die Postfiliale nach 18 Jahren abzugeben. Mehr Arbeit war für ihn nicht das Problem, sondern die Tatsache, dass es sich nicht mehr gerechnet hat.

Vor seiner Kündigung hatte Kinkel vergeblich versucht, eine bessere Bezahlung für die von ihm, seiner Frau und einer Mitarbeiterin erbrachten Leistungen auszuhandeln und die Konsequenzen gezogen. Ende Oktober hatte die Pressestelle der Deutschen Post DHL Group auf Anfrage dieser Zeitung mitgeteilt: »Wir werden eine Nachfolgelösung für Schmitten erarbeiten und mit potenziellen Partnern sprechen.« Das scheint keinen Erfolg gehabt zu haben, denn die Post kam doch wieder auf Kinkel zu, was seine Verhandlungsposition stärkte.

Betreiber Jens Kinkel hat bessere Konditionen aushandeln können

Unter diesen Bedingungen ist es ihm nicht nur gelungen, bessere Konditionen auszuhandeln. Auch die Postbank bleibt in seiner Filiale. Deshalb können die Kunden in der Papierstube nicht nur weiterhin Pakete und Einschreiben aufgeben, sondern auch Geld vom Giro- und sogar vom Sparkonto abheben.

Nicht nur ältere Schmittener seien froh, dass Post und vor allem Postbank erhalten bleiben. »Seitdem die Postbank Ende November in Usingen geschlossen hat, kommen aus Usingen und Weilrod zu uns viele Kunden, die bisher in Usingen ihre Postbankgeschäfte erledigt haben, denn in Neu-Anspach gibt es ja auch keine Postbank mehr«, stellt Kinkel fest.

Kinkel: Früher oder später ist aber Schluss

Wie lange er die Postbank behalten wird, steht nicht fest. »Vielleicht die nächsten zwei Jahre, da wollte sich der Verhandlungspartner nicht festlegen«, so Kinkel. Deshalb werde er auch weiterhin zweigleisig fahren und als selbstständiger Elektriker kleinere Reparatur- und Installationsarbeiten ausführen. Der 50-Jährige will für den Fall der Fälle gerüstet sein.

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