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Noch steht das Löschfahrzeug im Gerätehaus der Hunoldstaler Wehr. Die Einsatzabteilung ist ab sofortaber der Brombacher Wehr zugeordnet.

Neue Zuordnung

Freiwillige Feuerwehr Hunoldstal löst Einsatzabteilung auf

Die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Hunoldstal ist aufgelöst - zu wenig Personal. Um die Sicherheit im Brand- und Katastrophenschutz müssen sich die Dorfbewohner aber nicht sorgen.

Schmitten-Hunoldstal. Die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Hunoldstal musste aufgelöst werden. Brand- und Katastrophenschutz für den Schmittener Ortsteil bleiben aber weiterhin gewährleistet. »Wir haben am Donnerstagabend offiziell die Einsatzabteilung Hunoldstal der Feuerwehr Brombach zugeordnet«, teilte Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU) in einem Pressegespräch mit dem stellvertretenden Gemeindebrandinspektor Ingo Marx mit.

Bürgermeisterin: »Wir waren zum Handeln gezwungen«

Öffentliche Feuerwehren sind nämlich rechtlich nicht selbstständig. Wenn aktive ehrenamtliche Feuerwehrleute fehlen und keiner als Wehrführer die Verantwortung übernehmen will, dann muss nach dem Hessisches Brand- und Katastrophenschutzgesetz der Gemeindevorstand handeln.

Die Bürgermeisterin führte für diesen Schritt zwei Gründe an: »Die erforderliche Einsatzstärke ist nicht mehr gegeben, und es gibt seit 1. November keine Wehrführung mehr.« Tatjana Schmitt sei weggezogen und habe ihr Amt abgegeben. »Wir waren zum Handeln gezwungen«, so Krügers. In der hessischen Feuerwehrorganisationsverordnung heißt es: »Die Stärke der Gemeindefeuerwehr in der niedrigsten Gefährdungsstufe muss mindestens der einer Gruppe im Sinne der Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 »Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz«, Stand Februar 2008, entsprechen.« Eine Gruppe besteht aus dem Gruppenführer und weiteren acht Einsatzkräften.

Noch neun Aktive in Hunoldstal - und kein Wehrführer

Laut Marx litt die Hunoldstaler Wehr schon seit 2019 unter akutem Einsatzkräftemangel. »Alle Versuche zur Mitgliedergewinnung haben nicht gefruchtet«, sagte er. Seit Corona sei es besonders schwer gewesen, neue Aktive zu gewinnen. »Aktuell stehen neun Einsatzkräfte in Hunoldstal auf dem Papier, von denen haben zwei noch gar keine Ausbildung«, so Marx. Schon vor dem Wegzug von Tatjana Schmitt seien interne Gespräche geführt worden. »Das Ergebnis war: Es findet sich keine Wehrführung, die mittel- und langfristig diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen will«, berichtete Marx und sagte: »Bei allem Negativen, versuchen wir jetzt die Nachbarwehr Brombach zu stärken.« Dort sei die Einsatzabteilung auch eher klein, die in Hunoldstal sei zuletzt sehr, sehr klein gewesen. »Wir hoffen auf eine reibungslose Integration der Hunoldstaler Kameraden zu einer insgesamt schlagkräftigen Wehr«, so Marx. Aufgabe von Brombachs Wehrführer Lars Katz sei es, beide Teams zusammenzuführen.

Marx ist optimistisch. Die Wehren Brombach, Dorfweil, Treisberg und bisher auch Hunoldstal seien gut zum »Löschzug unteres Weiltal« zusammengewachsen. Dort rücken Kameraden aus verschiedenen Wehren schon länger gemeinsam aus. Auch ohne eigene Wehr in Hunoldstal blieben in dem Ortsteil auf jeden Fall Brandschutz und gesetzliche Hilfsfrist gewährleistet.

Entscheidende Frage: Wie viele bleiben der Wehr treu?

Für Krügers ist es wichtig, dass die Hunoldstaler Einsatzkräfte nicht verloren gehen und jetzt offiziell Mitglied der Brombacher Wehr sind. In den nächsten Wochen werde sich zeigen, wie viele der Feuerwehr treu bleiben. »Ich hoffe, dass es gelingt, die Kameraden beieinanderzuhalten, auch wenn wegen Corona derzeit keine Übungen und dienstlichen Termine stattfinden dürfen«, so Krügers. Zusammen mit dem Brombacher Wehrführer, den zwei Gemeindebrandinspektoren und dem Kreisbrandinspektor sei zunächst die Logistik zu klären. Der Feuerwehrförderverein in Hunoldstal existiert weiter.

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