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Den Weihnachtsbaum selbst auszusuchen und abzusägen, ist immer noch ein Erlebnis, Schneedusche inklusive.

Hier haben alle die Qual der Wahl

Schmitten (fms). Wer hätte nicht gerne den schönsten Weihnachtsbaum über die Festtage im Wohnzimmer stehen? Für viele ist Weihnachten ohne Christbaum kein richtiges Weihnachten, und die Frage danach, wie er diesmal geschmückt werden soll, ist sicher genauso wichtig wie die nach dem Heiligabend-Menü. Voraussetzung für »den schönsten Baum« ist allerdings, diesen erst einmal zu besorgen, und da gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten:

selbst schlagen oder einen bereits gefällten und auf einem der vielen Verkaufshöfe angebotenen zu erwerben.

Die Qual der Wahl ist allerdings ähnlich, aber das Selbstschlagen ist für viele ein Ritual, das ebenso zu den Weihnachtsvorbereitungen gehört wie das Kaufen der Geschenke. Am schönsten ist es, in den Wald zu gehen und sich dort einen Baum auszusuchen, und wenn das Wetter noch mitspielt, ist ein winterliches Familien-Erlebnis programmiert.

Optimale Bedingungen

Optimale Bedingungen bot der Taunus am vergangenen Samstag ab etwa 400 Metern Höhenlage, wo eine ansehnliche Schneedecke die Natur einhüllte. Selbstschlagen bietet unter anderem Hessen Forst an, und das war gleich in zwei Revieren in Schmitten der Fall. So im Revier Brombach, das sich bis nach Seelenberg zieht, und Treffpunkt war dort der Parkplatz unterhalb des Akazienhofs, wo Islandpferde ihre Runden drehten oder durch den Schnee stapften. Das war schon was für Kinder, denn es waren vor allem Eltern mit ihrem Nachwuchs, die sich mit der Säge in der Hand auf den Weg vom Parkplatz den Schildern nach in den Wald begaben. Ein paar Schlenker über abenteuerliche Pfade und dann hörte man schon das Feuer knistern.

Revierförster Axel Dreetz und Frau Ulrike hatten es entfacht und ein paar Holzklötze drumherum als Hocker drapiert. Der Förster saß im dicken Wintermantel auf einem Klappstuhl hinter einem kleinen Tisch und kassierte - je nach Höhe des Baums. An einer Messlatte am Tor zur Weihnachtsbaumplantage konnte sie abgelesen werden.

Glühwein, wie einst vor Corona, konnte vor Ort leider nicht ausgeschenkt werden, und es waren weitere Regeln einzuhalten, so durften sich auch am Feuer »keine Klumpen« bilden. Aber die Plantage ist so weitläufig, dass Abstandhalten kein Thema war. Mit Kind, Hund und Säge durchstreiften die Eltern - auch einige Großeltern waren mit unterwegs - das Gelände und sanken bei jedem Schritt in die Schneedecke ein. Der Schnee bog die Äste der Nordmann- oder Edeltannen, und wer sägen musste, meist die Väter, bekam daher meist eine Schneedusche ab, was den Spaß der Kinder erhöhte. Schneebälle flogen durch die Luft, Hunde tollten herum und zerrten an den Leinen.

Am Samstag in Treisberg

War die Wahl getroffen, was oft zu ausführlichen Diskussionen vor den Bäumen führte, und hatte die Säge dann Fakten geschaffen, wurde der Baum auf Wunsch eingenetzt und mit vereinen Kräften zum Auto geschleppt und auf Dachgepäckträgern oder Anhängern verstaut. Solche und ähnliche Szenen spielten sich auch am Sandplacken ab, dort konnte man noch näher anfahren, aber der Parkplatz war zeitweise rappelvoll. Auch hier eine reizvoll gelegene Plantage mitten im Wald, auch hier Corona-Regeln, und so hatten sich viele heiße Getränke in der Thermoskanne mitgebracht und wärmten sich damit auf. Am kommenden Samstag besteht die Möglichkeit, sich einen Baum zu schlagen, in Treisberg (10 Uhr bis 16 Uhr, Parkplatz am Pferdskopf).

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