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Rodelfreuden im Taunus: In Schmitten, aber auch in Weilrod und Wehrheim gibt es schöne Abfahrten. Wenn aber zu wenig Schnee liegt, können Felder und Wiesen geschädigt werden.

Mit dem Schlitten nach Schmitten

Schmitten (evk). In der Nacht auf Samstag schneite es aus allen Wolken. Kaum waren die Straßen im Usinger Land einigermaßen befahrbar, machten sich Ausflügler aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet auf den Weg Richtung Feldberg. Dies obwohl weiträumig die neuen LED-Verkehrstafel darauf hinwiesen, dass wie von der Gemeinde Schmitten veranlasst, am Wochenende das Feldbergplateau gesperrt werde.

Rodeln auf der sogenannten Drachenwiese direkt unterhalb des Gipfels und auf einer weiteren Route vom Plateau im Bereich der Bergwachtstation war dennoch möglich. Vorausgesetzt man war früh genug, fand auf dem Weg bis zur gesperrten Spitzkehre noch einen Parkplatz und zog den Schlitten erst mal ein gutes Stück bergauf.

Aber es gab ja noch andere Möglichkeiten zum Schlittenfahren und das nicht nur direkt am Feldberg. Auf der Ski- und Snowboardabfahrt am Siegfriedschuss mit Einstieg in der Nähe des Brunhildisfelsen ist Rodeln nämlich grundsätzlich untersagt. Aber ein Stück weiter unten kann man parallel zum Skihang an der Nordbahn rund 500 Meter hinab bis oberhalb der Jugendherberge in Oberreifenberg rodeln. Dort war auch der Skilift in Betrieb, aber der befördert keine Schlitten.

Hauptrodelhang dürfte für viele Ausflügler die Rodelwiese am Pechberg am Ortsrand von Oberreifenberg gewesen sein. Die 400 Meter lange Strecke mit einer Höhendifferenz von 40 Metern ist vor allem für Kinder gut geeignet. Obwohl sich direkt gegenüber am Pfarrheckenfeld die Bushaltestelle befindet, waren viele Besucher mit Pkws unterwegs. Die vorgesehenen Parkplätze in Richtung Sandplacken waren nach Auskunft von Anwohnern schnell belegt.

Zugeparkte Wohngebiete

So waren die umliegenden Wohngebiete und der Reifenberger Weg in Richtung Arnoldshain komplett zugeparkt von Fahrzeugen mit auswärtigen Kennzeichen. Überlastete Straßen und Wildparken in den Waldwegen waren eine weitere Folge.

Wer weiter unten am Reifenberger Weg parkte, pilgerte zum ehemaligen Arnoldshainer Skihang am Weihersberg. Dort ist der Skilift schon lange angebaut. Aber der Hang mit einer Länge von 600 Metern und einer Höhendifferenz von 80 Metern gegenüber vom Sportplatz in Arnoldshain ist einer der längsten Rodelhänge der Region und schon seit vielen Jahren kein Geheimtipp mehr.

Lifte sind Skifahrern vorbehalten

Relativ schneesicher ist auch Treisberg. Am Ortseingang aus Richtung Hunoldstal befindet sich in hundert Metern Entfernung zu den beiden Skipisten ein separater Rodelhang. Bei einer Höhendifferenz von 70 Metern kann man 400 oder 650 Meter lang ins Tal rodeln. Den Schlitten muss man aber selbst wieder hochziehen, weil auch hier der Lift den Skifahrern vorbehalten ist. Eine weitere, noch längere Rodelstrecke führt von Treisberg in der Nähe des ehemaligen Café Sachs bis hinunter nach Finsternthal. In der Nachbargemeinde Weilrod befindet sich in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Sporthotels Erbismühle ein 400 Meter langer Rodelhang.

Wenn es in den tieferen Lagen genug Schnee gibt ist auch Wehrheim ein Eldorado für alle Rodelfans. Am Bügel geht es 600 Meter lang und 80 Meter tief hinab. Winterspaß bieten auch ein etwa ein Kilometer außerhalb von Pfaffenwiesbach gelegener 500 Meter langer Rodelhang und die Rodelwiese am »Alten Kransberger Weg« in Friedrichstal. In vielen anderen Orten im Usinger Land waren übrigens am Samstag Rodler unterwegs, denn fast überall gibt es kleine Abfahrten, die die Einheimischen kennen. Die Ortskundigen wissen in der Regel auch, dass Felder und Wiesen der Landwirte tabu sind, wenn die Schneemenge nicht ausreicht. Im vergangenen Jahr haben auswärtige Besucher darauf nämlich keine Rücksicht genommen und etliche landwirtschaftliche Flächen regelrecht verwüstet. Doch einsetzendes Tauwetter ließ die weiße Pracht am Sonntag bereits wieder dahinschmelzen. Für Wintersport waren allenfalls noch die absoluten Höhenlagen tauglich.

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