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Lennard (4 Jahre, rechts) ist ein bisschen traurig, dass die Waldgruppe der Kita Arnoldshain mit Erzieherin Sabrina Falderbaum aufgrund der aktuellen Corona-Lage nur auf den benachbarten Spielplatz kann, Anna-Lena (6 Jahre, links) freut sich schon darauf, wenn es endlich wieder in den Wald gehen kann.

Schweigen im Walde

Schmitten-Arnoldshain. »Alle Eichhörnchenkinder warten darauf, dass wir wieder richtig draußen sein dürfen«, meint Sabrina Falderbaum. Die stellvertretende Leiterin der Kita Spatzennest in Arnoldshain, ist dort seit 14 Jahren tätig und berichtet: »Seitdem habe ich für eine reine Waldgruppe gekämpft, denn Schmitten war seit Jahrzehnten die einzige Kommune, die so etwas nicht hatte.

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Einrichtungsleiterin Lena Böhm hat die Waldgruppe letztlich ins Laufen gebracht. Seit dem neuen Kindergartenjahr haben bis zu 15 Mädchen und Jungs von September bis November auch jeden Vormittag komplett im Freien verbracht und ein Teil von ihnen den Nachmittag zusammen mit den anderen Kindern.

Gruppe besteht nur auf dem Papier

Doch die seit 5. Dezember geltenden Einschränkungen haben ausgerechnet die neue Waldgruppe ausgebremst. »Momentan existieren wir nur auf dem Papier«, so Falderbaum. Hintergrund ist die Tatsache dass die Waldgruppe nicht autark ist, sondern an die Einrichtung mit ihrem Modulbetrieb gebunden ist. In der Waldgruppe sind Kinder angemeldet, deren Eltern verschiedene Betreuungszeiten, und zwar bis 13 Uhr, 15 Uhr oder 17 Uhr, gebucht haben.

Eine Durchmischung von Kindern und von Mitarbeitern im Früh- und Spätdienst darf aber nicht sein. So bleibt derzeit nur, mit den wetterfesten Waldkindern länger draußen auf dem benachbarten Spielplatz zu sein. »Wir arbeiten an einem Konzept, damit die Waldgruppe bald wieder stattfinden kann«, so Falderbaum. Sie betreut zusammen mit Erzieherin Mareike Groke die naturbegeisterten Kinder.

Fällt eine der beiden aus, gibt es zwar zwei Mitarbeiter, die einspringen können, aber nicht unter den aktuellen pandemiebedingten Auflagen. »Wir hoffen, dass die Personalsituation es ab Februar ermöglicht, wenigstens wieder drei Stunden täglich im Freien zu sein«, meint Falderbaum.

Im Freien spielen stärkt Abwehrkräfte

Sie bezeichnet sich selbst als absoluten Naturtyp, ist Jägerin und auch bei Wind und Wetter mit ihrem Pferd und Hund unterwegs. Und sie weiß: »Der Aufenthalt in der Natur stärkt die Abwehrkräfte und Gesundheit der Kinder und das Waldkonzept macht sie auch fitter für die Schule.« »Am schönsten ist, dass wir draußen rumlaufen können«, meint die sechsjährige Anna-Lena. Und der vierjährige Lennard spielt für sein Leben gern im Wald. »Da macht Fangen und Hämmern viel mehr Spaß«, erzählt er. Wie Falderbaum ergänzt, spielen die Kinder besonders gerne den Harvestereinsatz nach, seitdem sie das Holzernte-Ungetüm im Wald gesehen haben. »Natürlich haben die Waldkinder auch ganz viele Fragen zur Natur«, so die Erzieherin.

Sie freut sich, dass auch bald die Hütte am Waldplatz unterhalb vom Seniorenzentrum AGO aufgebaut wird. Wie Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU) auf Anfrage mitteilte, gab es Lieferprobleme wegen Materialmangel. Sie teilt mit: »Der Platz ist mit Dr. Dr. Dieter Selzer von der Unteren Naturschutzbehörde längst abgestimmt und die Hütte ist inzwischen geliefert.«

Wer hat noch einen Bollerwagen?

Eine Spende der Stiftung der Nassauischen Sparkasse in Höhe von 400 Euro für die Arnoldshainer Waldgruppe ist bereits im Dezember eingegangen. Die naturverbundenen Kinder spielen zwar am liebsten mit Ästen, Blättern, Steinen und anderen Material, was man draußen so findet. Aber Sabrina Falderbaum hat einen Wunsch für die Gruppe: »Wir könnten noch einen stabilen Bollerwagen gebrauchen.«

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