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Für 2022 sind schon viele Weichen gestellt, Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU) schaut zuversichtlich in die Zukunft.

»Uns läuft die Zeit davon«

Schmitten (evk). Seit bald einem Jahr ist Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU) im Amt. Der erste Haushalt unter ihrer Federführung ist eingebracht, aber noch nicht verabschiedet. Sie schaut zuversichtlich in die Zukunft und sagt: »Wir haben im vergangenen Jahr viele wichtige Weichen gestellt. Die gilt es jetzt umzusetzen und weiterzuverfolgen.«

Als erstes nennt sie die Aufnahme in das Förderprogramm Dorfentwicklung. Das Zukunftsprojekt biete die Chance, Visionen für die Gemeinde zu entwickeln und die Lebensqualität vor Ort zu verbessern. Entscheidend sei die Konzeptphase, in der das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) erarbeitet werde. »Da müssen wir gleich Anfang des Jahres Gas geben und dran bleiben, denn Aufgabe im Jahr 2022 wird es sein, möglichst viel Potenzial zu nutzen«, stellt sie fest und ergänzt: »Wichtig ist nicht nur, was die Gemeinde macht, sondern auch, dass private Projektträger bis 2028 Förderungen beantragen können.«

Hoffen auf Föderung

Was aus ihrer Sicht unbedingt in diesem Jahr wirklich auf den Weg gebracht werden muss, ist der von der accadis International School geplante Kindergarten-Neubau in Oberreifenberg. Die konkreten Pläne würden im Januar, spätestens Februar auf dem Tisch liegen. »Meine große Hoffnung ist, dass seitens der neuen Bundesregierung auch die Kinderbetreuung gefördert wird.« Man könne aber nicht warten, bis ein neues Förderprogramm aufgelegt werde, sondern müsse das Projekt vorbereiten. Krügers kritisiert: »Das bisherige Spiel auf Zeit mit accadis war schlecht.«

Die Bürgermeisterin befürchtet, dass der Gemeinde im Bereich der Kinderbetreuung die Zeit davon läuft und begründet das wie folgt: »Die Warteliste für Kindergartenplätze nimmt nur scheinbar ab, denn wir haben immer mehr auspendelnde Kinder, die in anderen Kommunen betreut werden und wofür wir bezahlen müssen.« Außerdem habe das Bistum Limburg angekündigt, dass der Kostenanteil der Kirche für die katholischen Kindergärten gekürzt werden soll. Sie sagt: »Alles in allem haben wir keine komfortable Situation im Bereich der Kinderbetreuung und können das nicht länger aussitzen auf dem Rücken der Familien und der Kinder.«

Wie es mit dem accadis-Neubau weitergeht, bleibt abzuwarten. Für 2022 stehen aber auf jeden Fall noch das Baugebiet in Brombach und zwei kleinere Bauvorhaben in Schmitten auf dem Plan. Als gemeindliche Maßnahmen nennt die Bürgermeisterin für 2022 die Errichtung der Urnenwände auf den Friedhöfen in Schmitten und Niederreifenberg. Sobald die Witterung es zulässt, soll die Treppe in Arnoldshain erneuert werden. Keinen Aufschub dulde die Sanierung der maroden Stützmauer in der Schillerstraße. Ob die Jahrtausendhalle in Oberreifenberg neue Fenster erhält, müsse die Gemeindevertretung mit dem Haushalt 2022 entscheiden, sagt Krügers.

Kooperation mit dem Kreis

Ebenfalls in die Beratung geht der Straßenprioritätenplan ab 2024. Hier seien neben dem Zustand von Straßen und Kanal auch andere Kriterien zu berücksichtigen wie der Schutz vor Überschwemmungen, bessere Bedingungen für Winterdienst und Müllabfuhr und sichere Schulwege, so die Rathauschefin.

Auf einem guten Weg sei die Gemeinde bei der Wasserversorgung. »Da haben die bisherigen Maßnahmen aus dem bis 2024 beschlossenen Investitionsprogramm und das eher regenreiche Jahr 2021 schon deutliche Verbesserung gebracht«, so Krügers.

der frühen Phase als Klimakommune starte Schmitten zunächst in Kooperation mit dem Kreis. Ob es in Schmitten zusätzlich eine halbe Stelle für einen Klimaschutzbeauftragten gibt, entscheide das Parlament. Für mögliche Klimaschutzmaßnahmen angefordert seien bereits Fließpfadkarten, um zu sehen, welche Bereiche bei Starkregen besonders gefährdet sind.

Bürger und Unternehmen sollen ab diesem Jahr nicht nur vom Glasfaserausbau profitieren. Auch Digitalisierung, Veränderungen in der Verwaltungsorganisation und Verbesserung des Bürgerservice im Rathaus sollen Vorteile für alle bringen. Nicht allein lösen könne die Gemeinde die Verkehrssituation rund um das Feldbergplateau, sagt die Bürgermeisterin. Für ein gemeinsames Konzept mit dem Kreis soll Anfang des Jahres ein Leitbild entwickelt werden.

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