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Schmitten trauert um Georg Goik

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Georg Goik Kommunalpolitiker © Red

Schmitten (evk). Georg Michael Goik, der 23 Jahre lang in der Schmittener Kommunalpolitik aktiv war, lebt nicht mehr. Er erlag am 16. Dezember im Alter von 76 Jahren seiner schweren Krankheit.

Gerade wegen seiner unaufgeregten Art war Goik, der von 1993 bis 2016 die Grünen im Gemeindevorstand vertreten hat, bei allen Fraktionen geschätzt. Der ehemalige Englisch- und Sozialkundelehrer unterrichtete 41 Jahre lang, zuletzt an der Christian-Wirth-Schule in Usingen, und war immer ein politischer Mensch, aber nie Mitglied der Grünen.

Verfechter von Transparenz

Die Transparenz sei Hauptgrund für ihn gewesen, bei den Grünen mitzumachen, hat er einmal im Gespräch mit der Presse gesagt, und betont, dass für ihn die Sachpolitik immer Vorrang gehabt habe. Unter dieser Maßgabe war er 1996 zur Bürgermeisterwahl angetreten, hatte aber gegen die Vertreter der damals in der Kommune schon lange etablierten Parteien keine Chance. Aber er engagierte sich danach weiter auf kommunaler Ebene. Ihm war es immer ein wichtiges Anliegen, etwas für Schmitten zu bewegen.

Seine Tatkraft und sein strukturiertes Vorgehen sicherte seiner Fraktion und vor allem ihm persönlich später einen tollen Wahlerfolg verbunden mit dem Amt des Ersten Beigeordneten. In dieser Funktion vertrat er den erkrankten Bürgermeister Marcus Kinkel sogar ein halbes Jahr lang am Stück und durfte seine Qualitäten als kommissarischer Rathauschef unter Beweis stellen.

Weil er seinen Ruhestand genießen wollte, zog sich Georg Goik 2016 aus der Politik zurück. Der vierfache Vater ging mit seiner Lebensgefährtin auf Reisen und hatte viel Spaß mit seinen Enkeln. Er widmete sich der eigenen Familiengeschichte und der Schmittener Geschichte. Er hielt sich lange fit bei der Gartenarbeit, beim Wandern, Radfahren und Sporttreiben. Und er nahm sich Zeit zum Lesen und zum Musikhören querbeet durch Klassik, Rock, Pop und Jazz. Solange Corona es zuließ, sang er im Kirchenchor.

Auch die Seelenberger Schoppenpetzer werden Goik vermissen. Die Männergesangsgruppe, deren Namensgeber und teilweiser Texter er war, bereichert viele Veranstaltungen und durfte vor allem im Fasching nicht fehlen. Hier stand Goik auch als hintergründiger und spitzzüngiger Stadtschreiber in der Bütt.

Das Interesse an der Kommunalpolitik hat Goik nie verloren. Bisweilen nahm er als Leserbriefschreiber dazu Stellung. Seine Stimme ist für immer verstummt. Die Beerdigung findet am 30. Dezember um 14 Uhr auf dem Schmittener Friedhof statt.

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