Bereits 20 "Solawi"-Flächen in Brombach vermarktet

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WEILROD - (inf). Seit etwa einem Jahr wird auf einem Acker kurz vor Brombach geackert, was das Zeug hält. Zwiebeln und Salat gedeihen hier neben Kolrabi und Möhren.

Der Acker, der von den Neu-Anspachern Geborg Böde, ihrem Mann Andrés Palmero und einer Freundin gemeinsam bewirtschaftet wird, ist einer der ersten Äcker in der Gegend, der wie eine "Solawi" - eine Solidarische Landwirtschaft - betrieben wird. Sprich: Man kauft sich Ernteanteile, die für ein Jahr gelten, und kann sich dann an jedem Freitag sein frisches Biogemüse abholen. Je nachdem, was gerade reif ist, ist diese Form regional, ökologisch und vor allem naturgemäß.

"Es ist einfach schön, zu sehen, wie unsere Pflanzen wachsen und gedeihen" sagt Böde gegenüber dem Usinger Anzeiger. Bereits 20 Ernteanteile hat die Familie Böde/Palmero bereits vermarktet. Die Arbeit auf dem Acker selbst machen jedoch nur die Betreiber der Solawi selbst. "Aber ab und zu hilft auch mal jemand bei der Bewirtschaftung, dies ist allerdings nicht verpflichtend", sagt Böde.

Das geerntete Gemüse wird dann zusammengestellt, wie auf einem Marktstand aufgebaut und von den Anteilsinhabern abgeholt. "Gerade binde ich Bünde von Zwiebeln zusammen und packe dann noch Pflücksalat dazu", erklärt Böde.

Die junge Frau, die eigentlich Kulturwissenschaftlerin ist, hat sich mit ihrem Ehemann hier einen Traum erfüllt (der UA berichtete). Dass dieser jedoch so gut anlaufen würde, das hätte sie damals nur hoffen können.

Eine wichtige Erfahrung für die sozialen Landwirte war, zu erfahren, dass die Art der Bewirtschaftung funktioniert. Denn der Anbau auf dem Feld bei Brombach ist besonders nachhaltig, ist aber harte Arbeit. Um den Boden für eine solche Bewirtschaftung ausreichend vorzubereiten, haben die beiden in Handarbeit den kargen Taunusboden mit eigens hergestelltem Humus durchsetzt. "Und es funktioniert. Wir haben hier beispielsweise eine Vergleichsfläche, auf die wir keinen Humus ausgebracht haben. Und so können wir den direkten Vergleich zwischen angereichertem und nicht angereichertem Boden sehen. Das ist wirklich auffällig."

Natürlich hat das Paar auch Rückschläge hinnehmen müssen. "Beispielsweise durch das Unwetter vor einigen Tagen. Da ist uns viel weggeschwemmt worden", berichtet Böde. Außerdem sei das Frühjahr relativ kalt gewesen, weswegen beispielsweise nicht jede Woche geerntet werden konnte. Trotzdem aber können die Jung-Landwirte ein "zartes, aber stetiges Wachstum", auch finanziell, verzeichnen.

In welcher Form die Solawi im nächsten Jahr weitergeführt werden wird, darüber wollen sie sich in den nächsten Wochen einig werden. Fest steht, dass das Projekt fortgesetzt werden soll.

Wer sich für die Solidarische Landwirtschaft interessiert oder sich im kommenden Herbst selbst einen Ernteanteil sichern will, der kann auf der Homepage www.stolze-gärtner.de stöbern oder eine E-Mail an geborg@posteo.net schreiben.

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