BUND Schmitten gegen Forscherhaus

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SCHMITTEN - (kh). Mit einem überraschenden Antrag zur Akteneinsicht zum Bauprojekt "Haus im Wald" hat sich der BUND Schmitten zu Wort gemeldet. Die politische Diskussion um das Projekt schien abgeschlossen, nachdem die Stellungnahmen zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Haus im Wald" in der zweiten Offenlage eingegangen waren. Danach hatten sowohl die Gemeinde Schmitten als auch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (mit Sitz in Bad Homburg / Hessen) als Investor wie nicht anders zu erwarten an dem Vorhaben festgehalten.

Wie berichtet, hatte die Gemeindevertretung schon frühzeitig ein positives Votum zu dem Vorhaben abgegeben, während sich die Bürgerinitiative "Kein Haus im Wald" vehement dagegen ausgesprochen hatte.

Der Vorsitzende des BUND-Ortsverbandes, Hermann Schlanke, äußerte sich gestern "verwundert" darüber, dass die vorgebrachten und seiner Ansicht nach berechtigten Fakten zum Schutz von Umwelt und Natur nicht ausgereicht hätten, den Neubau eines Seminarhauses im Schmittener Wald obsolet werden zu lassen. Schlanke verwies darauf, dass bereits im November 2020 der BUND Landesverband Hessen e. V. im Rahmen einer Stellungnahme das Projekt abgelehnt habe. Das "Haus im Wald" befindet sich in bauplanungsrechtlicher Hinsicht im Außenbereich im Sinne des § 35 Baugesetzbuch. Das auf dem betreffenden Waldgrundstück westlich des Ortes Schmitten stehende alte Jagdhaus diente bis in die 1980er-Jahre hinein der Stiftungsgründerin Else Kröner als Wohndomizil. Das heute verfallene Jagdhaus möchte die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung abreißen und ein zweigeschossiges Gebäude als Seminarhaus errichten. Laut den Planungsunterlagen soll das neue Seminarhaus zwei Apartments für Wissenschaftler, die sich zum Arbeiten in die Stille zurückziehen wollen, sowie drei Seminarräume beinhalten.

Die geplante Baumaßnahme ist nach Ansicht des BUND-Vorsitzenden Schlanke mit der ehemaligen Nutzung als "Jagdhaus/ Wohnhaus" nicht vergleichbar. Die Auswirkungen der geplanten baulichen Maßnahme und die Folgewirkungen durch die Nutzungsänderung auf Kommune, Umwelt und Natur müssten als "erheblich" eingestuft werden. Dabei sei davon auszugehen, dass die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Natur sich nicht nur auf das betrachtete "private Waldgrundstück", sondern weit über dessen Grenzen hinaus auftreten würden.

Mit Bedauern nahm Prof. Dr. Michael Madeja, Vorstandsvorsitzender der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, den Widerstand des BUND zur Kenntnis. Gegenüber dem UA betonte er gestern: "Der vorhabenbezogene Bebauungsplan 'Haus im Wald' ist nach einem ordnungsgemäßen Verfahren der Gemeinde Schmitten und der übergeordneten Behörden im Kreis und im Land Hessen beschlossen worden. Es sind eine Reihe von Schutzmaßnahmen und Auflagen festgelegt worden, die in einigen Bereichen sogar zu Verbesserungen beim Umwelt- und Naturschutz führen. Erhebliche negative Auswirkungen kann ich nicht erkennen."

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