Enge Parksituation in Schmitten: "Da können auch Spiegel fliegen"

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SCHMITTEN - (inf). Wenn man an der Niederreifenberger Hauptstraße in Richtung zum Johannisstern läuft, dann fällt einem an den Straßenzügen vor allem eines auf: Es ist ganz schön eng. Die Anordnung der Häuser dort ist über Jahrzehnte gewachsen, es herrscht Altstadtcharakter., die Seitenstraßen steigen steil an oder fallen stark ab. Damals noch baute man dicht an dicht, die Straßen waren für heutige Verhältnisse äußerst schmal.

"Genau das ist das Problem", sagt Schmittens Gemeindebrandinspektor Christoph Brendel, als er mit dem 2,50 Meter breiten Feuerwehrfahrzeug durch die kleinen Gassen manövriert. Auf der rechten Seite stehen immer wieder Autos, die die Fahrspur deutlich verengen. Eine handfeste Erschwernis für die Feuerwehrleute. "Da kommt man mit solch großen Wagen nur sehr schwer durch", bestätigt auch Ordnungsamtsmitarbeiter Uwe Zweifel Brendels Aussage, der zusammen mit seiner Kollegin Sabrina Fellenstein bereits an der engen Kreuzung der beiden Straßen auf Brendel und seinen Stellvertreter Ingo Marx, sowie Bürgermeisterin Julia Krügers wartet.

Dass vor allem in den Altstadtlagen von Schmitten früher wild geparkt wurde, war lange Zeit ein offenes Geheimnis. Weniger bewusst ist jedoch vielen Anwohnern, dass es den Mitarbeitern von Ordnungsamt und Feuerwehr nicht nur darum geht, dass die Wagen ordentlich abgestellt sind. Sondern auch darum, dass für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge diese Parksituation in regelmäßigen Abständen nicht nur zur echten Herausforderung wird, sondern die Einsatzkräfte oft auch wertvolle Zeit kostet. "Wenn die Leute zum Einsatz gerufen werden, vor Ihnen ein Haus lichterloh brennt, in dem Leute um Hilfe rufen und dann die ganze Straße von irgendwelchen Leuten zugeparkt ist, dann ist es mir ehrlich gesagt egal, ob da ein Wagen steht, der schöne Außenspiegel hat. Dann kann es passieren, dass die abgefahren werden", schildert Brendel ganz direkt die Konsequenz. Natürlich gebe es auch die Möglichkeit, den Wagen aufzubocken, wegzuschleppen oder wegzutragen. Aber auch das würde wertvolle Zeit kosten, die darüber entscheiden könnte, ob ein Mensch lebt oder stirbt. "Zumal Feuerwehrleute keine Müllwagenfahrer sind, die den Wagen täglich fahren", ergänzt Ordnungsamtsmitarbeiter Zweifel, der selbst in der freiwilligen Feuerwehr tätig ist. "Die Feuerwehrleute machen das vielleicht dreimal im Jahr, haben bei einem Einsatz Adrenalin im Blut und müssen dann noch so ein großes Fahrzeug fahren, was sie sonst nicht machen. Da kann so ein Feuerwehrmann leicht mal die Straßenverhältnisse falsch einschätzen, sodass dann halt ein Außenspiegel fliegen geht oder eine Schramme in den neuen Pick-up gefahren wird", so der Ordnungsamtsmitarbeiter.

Auch Marx, als stellvertretender Gemeindebrandinspektor, weiß aus eigener Erfahrung, dass Parkende in Schmitten es oftmals falsch einschätzen, wie viel Raum ein solcher Feuerwehr-Lkw wirklich braucht. "Gerade oben beim Feuerwehrgerätehaus in Oberreifenberg wird es regelmäßig sehr eng", so Marx auf einem Pressetermin an diesem Dienstag. "Denn direkt neben der Feuerwehr ist ja auch noch der Kindergarten, wo nicht selten Mütter mit ihren Wagen stehen. Da sind nicht nur die Straßen zugeparkt, sondern zum Teil sogar die Feuerwehr-Aus- und - Einfahrt." Das sei dann besonders ärgerlich, wenn die Feuerwehr gerade zu einem Einsatz ausrücken muss.

Auch Schmittens Bürgermeisterin Julia Krügers möchte auf die besondere Situation der Rettungskräfte hinweisen und appelliert an die Einwohner ihrer Gemeinde, genau zu schauen, wenn sie ihren Wagen abstellen, ob dort dann noch Einsatzfahrzeuge durchkommen könnten oder nicht. Es sei zwar verständlich, dass man möglichst nah am Wohnort parken möchte. Dennoch sei es notwendig, darauf zu achten, dass Rettungswege frei blieben und mögliche Parkmöglichkeiten, wie beispielsweise Garagen auch als Parkmöglichkeit genutzt werden. "Denn gerade hier, wo Parkplätze so ein rares Gut sind, ist es schwierig, wenn dann Garagen als Abstellkammer genutzt werden und die Autos dann auf der Straße stehen, obwohl eigentlich ein Parkplatz ab Haus vorhanden wäre."

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