FWG Schmitten stellt Wahlprogramm vor

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SCHMITTEN - (kh). Mit der Herausgabe ihres "FWG Kuriers" mit Themen zur Kommunalwahl und der FWG-Kandidatenliste im pdf-Format setzen die auch Freien Wähler in Schmitten in diesem Kommunalwahlkampf verstärkt auf digitale Medien. "Dennoch spielt aus unserer Sicht die lokale Presse ebenfalls eine wichtige Rolle und dient als wichtige Informationsquelle für die Bürgerschaft", so der Fraktionschef Rainer Löw gegenüber dem UA.

"Da Veranstaltungen aktuell nicht möglich sind, werden wir dennoch versuchen, unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger umfangreich und bestmöglich zu informieren." Unter anderem auch über die neue Homepage www.fwg-schmitten.de, auf der der Vorsitzende Thomas Willroth sich optimistisch zeigt: "Wir gehen mit einem starken Team aus erfahrenen und neuen Kandidatinnen und Kandidaten aus allen Ortsteilen und Altersgruppen in die Kommunalwahl 2021." Kompetenz, Engagement und Präsenz vor Ort seien für die Freien Wähler die wichtigsten Kriterien für die Kandidatenauswahl.

Die Liste wird angeführt von Bernhard Eschweiler aus Oberreifenberg, aktuell Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses. der Gemeinde. Ihm folgen der ehemalige Bürgermeisterkandidat Hans Kurdum aus Brombach sowie der FWG Fraktionsvorsitzende Rainer Löw aus Dorfweil. "Besonders stolz sind wir auf den hohen Frauenanteil" betont Thomas Willroth. Die Hälfte der ersten zehn Listenplätze werde von Frauen belegt, darunter Michaela Trunk (Hegewiese, Vorsitzende des JSS-Ausschusses), Katja Bausch und Katharina Hoffmann (Arnoldshain) sowie Christel Kinkel (Schmitten). Jeder dritte Kandidat sei neu auf der Liste und ein Garant für neue Impulse, alle neun Ortsteile plus der Hegewiese sind vertreten und auch das Altersspektrum habe sich deutlich erweitert: Hilmar Haller aus Brombach bringt mit über 80 Jahren wertvolle Erfahrung und Präsenz vor Ort ein, während Lars Löw aus Dorfweil mit 22 Jahren für neue Ideen steht und die Interessen der Jungwähler vertritt", so der Vorsitzende, der betont, dass die FWG für die Interessen der Gemeinde und ihrer Einwohner stehe stehe, keiner Landes- oder Bundespartei untergeordnet und frei von Ideologien und politischen Weltanschauungen sei.

Herausforderungen

Die FWG verweist in ihrem Programm zum einen auf eine "lange Liste" der von ihr erzielten Erfolge, zum anderen aber auch auf die "großen Herausforderungen", vor der die Gemeinde wegen der Corona-Pandemie, dem akuten Trinkwassermangel und dem Waldsterben stehe. Solide Finanzen seien die wesentliche Voraussetzung für eine gute Kommunalpolitik. In den vergangenen Jahren sei zwar die Konsolidierung der Gemeindefinanzen gelungen, obwohl das Land Hessen und der Bund den Kommunen immer mehr Aufgaben übertragen haben - zum Beispiel in der Kinderbetreuung - ohne sie dafür mit finanziellen Mitteln ausreichend auszustatten.

"Im Fall von Schmitten wurde zusätzlich noch zweimal der Anteil an der Einkommensteuer reduziert. Wir verurteilen diesen Raubbau an den Kommunen und werden unermüdlich mit anderen Kommunen sowie dem Hessischen Städte- und Gemeindebund für eine faire Behandlung sowie für eine ausreichende Ausstattung finanzieller Mittel der Kommunen kämpfen", versprechen die Freien Wähler. Wichtig sei es der FWG, Schmitten nicht tot zu sparen, sondern finanzielle Spielräume zu schaffen, um in die Infrastruktur und somit die Zukunft von Schmitten zu investieren: "Schmitten braucht gute Straßen und öffentliche Verkehrsanbindungen, einen besseren digitalen Anschluss, genügend Wasser, mehr Kindergartenplätze und eine ausreichende medizinische Versorgung, um für Gewerbe und Bewohner attraktiv zu bleiben. Nur so lassen sich auch die Finanzen der Gemeinde auf Dauer sichern."

Die Gemeinde brauche keinen "blinden Aktionismus", um attraktiv zu sein, sondern müsse sich auf das Wesentliche konzentrieren. Zu den besonders wichtigen Punkten zählt die FWG mehr Kindergartenplätze, die sich mit Großprojekten wie accadis oder in kleinen Schritten wie im Beispiel Montessori schaffen. "Wichtig ist, Bedarf und Wirtschaftlichkeit im Auge zu behalten und keine unnötigen Opfer zu bringen, wie den Sportplatz in Oberreifenberg."

Für das Gewerbe wichtig sei der Abbau der bürokratischen Hindernisse, wie die Beispiele Fenster-Müller oder das Tannenheim gezeigt hätten.

Entscheidend für den Tourismus und seine Folgen für Schmitten sei die Umsetzung eines Verkehrs- und Nutzungskonzeptes für den Feldberg. Dies müsse in Zusammenarbeit mit Kreis, Land und Nachbarkommunen geschehen. Ein generelles Fahrverbot für Motorräder lehne die FWG ab.

Die FWG habe bereits 2019 als erste Fraktion ein Konzept für die Wasserversorgung beantragt. Ziel müsse es sein, die Wasserversorgung zu sichern und Wasser effizienter zu nutzen und einzusparen. Die Verbesserung der Infrastruktur wie Straßen, ÖPNV, Internet, Mobilfunk, Wasser, Kindergärten bedeutet nach Ansicht der FWG auch, die Infrastruktur nicht zu überlasten; sie lehnt daher Neubaugebiete ab.

Eingedenk der heftigen Diskussionen in der Vergangenheit akzeptiert die FWG, dass die Mehrheit der Bürger gegen Windräder in Schmittten sei. "Aber auch wir müssen einen Beitrag zum Energiewandel und Klimaschutz leisten. Wir werden Maßnahmen initiieren, um die Energieeffizienz im öffentlichen und privaten Bereich zu steigern." Die Waldschäden aufgrund von Trockenheit und Borkenkäfer seien nicht nur finanziell schmerzhaft, sondern ökologisch verheerend. "Wir müssen jetzt dem Wald Zeit lassen, sich zu erholen, und einen nachhaltigen Umbau der Waldaufforstung und Nutzung planen."

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