"Haus im Wald" in Schmitten genehmigt

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SCHMITTEN - (kh). Die Bauaufsicht des Hochtaunuskreises hat der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) die Baugenehmigung für den Neubau des "Hauses im Wald" in Schmitten erteilt. Damit kann die EKFS mit dem geplanten Neubau des ehemaligen Wochenend- und Ferienhauses von Stiftungsgründerin Else Kröner beginnen.

Nach dem Beschluss des vorhabenbezogenen Bebauungsplans im Februar hat die EKFS am 23. Juli die Baugenehmigung des Hochtaunuskreises für ihr Bauvorhaben in Schmitten erhalten. "Die Erteilung der Baugenehmigung durch die Behörden des Hochtaunuskreises ist eine weitere klare Bestätigung, dass das Bauvorhaben unserer Stiftung rechtmäßig ist", erklärte Prof. Dr. Michael Madeja, Vorstandsvorsitzender der EKFS.

Aus dem baufälligen ehemaligen Jagdhaus soll nun ein Rückzugs- und Arbeitsort für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden - ganz im Geiste von Else Kröner. "Wir sind in den letzten Wochen mit den Planungen gut vorangekommen und werden in den nächsten Tagen mit den Bauarbeiten zum Neubau beginnen", so Madeja. Die Abbrucharbeiten des verfallenen Jagdhauses erfolgten bereits Anfang Juli.

Wie berichtet, hatte sich gegen das Bauvorhaben die Bürgerinitiative "Kein Haus im Wald" gegründet. Nach dem vorübergehenden Abflauen der Kritik nahm der BUND Ortsverband Schmitten Akteneinsicht und kündigte an, nötigenfalls juristisch gegen den geplanten Neubau vorgehen zu wollen. Begründung: Ein Seminargebäude stelle gegenüber einer einfachen Wochenend-Wohnnutzung eine erhebliche Erweiterung mit starken Auswirkungen auf den Naturraum Wald dar. "Der Wald sei ein besonders zu schützender Lebensraum, der durch dieses Bauvorhaben erheblichen Schaden nehmen würde, so die BUND-Sprecher Martin Degen und Hermann Schlanke, die für eine Klage gegen das Projekt Mitte Juni zu Spenden aufriefen.

Gelassen gibt sich dagegen der Vorstandsvorsitzender der EKFS: "Die Erteilung der Baugenehmigung vor dem Hintergrund der öffentlich gemachten Vorwürfe und Ankündigungen des BUND ist ein starkes und eindeutiges Zeichen", so Madeja. "Ich kann mir gut vorstellen, dass der BUND nun nur noch in den Medien aktiv ist, aber keine rechtlichen Schritte mehr unternimmt."

Im letzten Jahr hatte die EKFS ihr architektonisches Konzept überarbeitet und noch stärker auf Natur- und Umweltschutz gesetzt, unter anderem indem verloren gegangene Biotope wiederhergestellt werden. Auf die im ursprünglichen Bebauungsentwurf angedachten großen Flügelverglasungen wurde verzichtet, um die Gefährdung von Waldvögeln durch große Glasflächen zu vermeiden. Zudem orientiert sich der Neubau nun stärker am Erscheinungsbild des ursprünglichen Hauses.

Das neue Haus soll für den Stiftungszweck, der in der Förderung medizinischer Forschung liegt, genutzt werden. Der Neubau bietet Raum für temporäre Rückzugsmöglichkeiten einzelner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Bezug zu Medizin und für eintägige Seminare kleinerer Personengruppen von 10 bis maximal 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das Haus soll an weniger als der Hälfte der Tage des Jahres genutzt werden, um Beeinträchtigungen der Natur zu vermeiden. Weitere Informationen zum Bauprojekt erhalten Interessierte unter www.ekfs.de im Internet. Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) - Forschung fördern. Menschen helfen. Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist.

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