Jugendherberge Oberreifenberg wartet nach Lock-down auf Startschuss

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OBERREIFENBERG - (kh). Einen "durchwachsenen Rückblick auf die Corona-Saison" hat der Landesverband Hessen des Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) gehalten. Wie sieht es im Hochtaunuskreis aus? Während die Ur-Jugendherberge in Grävenwiesbach vom Land Hessen für die Unterbringung von Flüchtlingen angemietet worden ist, ist in Oberreifenberg alles still:

"Die Jugendherberge Oberreifenberg ist aufgrund des aktuellen Verbotes von touristischen Übernachtungen geschlossen", teilte Knut Stolle Pressesprecher des Deutschen Jugendherbergswerk Landesverband Hessen, auf Anfrage unserer Zeitung mit. "Sobald erlaubt, wird sie wieder für den gewöhnlichen Jugendherbergsbetrieb geöffnet", so Stolle (der damit immerhin aussagt, dass das DJH nicht an eine Schließung der Einrichtung in Oberreifenberg, was in Gießen, Weilburg und Zwingenberg nicht mehr abgewendet werden konnte).

Die aktuellen Vorbuchungslagen seien aber angespannt, betont der Pressesprecher: "Deswegen werden wir in den nächsten Wochen die Reisebewegungen auf dem touristischen Markt sowie die Reaktionen von Schulen und Seminargruppen auf Reisemöglichkeiten abwarten müssen, um sehen zu können, wann die Jugendherberge wieder Gäste empfangen wird." Um auf die Lage zu reagieren, habe das DJH Hessen aber zum Beispiel neue Klassenfahrtenformate aufgelegt, die für Schulen aus der Umgebung die Möglichkeit schaffen, auch ohne Übernachtung eine Art Klassenfahrt in die lokale Herberge zu unternehmen. Die Auswahl der Programme finden Interessierte unter https://hessen.jugendherberge.de/klassenfahrten/klassenfahrt-nach-hause/.

Der erste Lock-down dauerte zwei Monate und traf die Herbergen unvorbereitet; landesweit knapp 500 Mitarbeitende wechselten innerhalb von zwei Wochen in die Kurzarbeit, fast 250 000 Übernachtungen wurden storniert, alle Bau- und Renovierungsprojekte auf Eis gelegt. Im Sommer waren die Häuser in den hessischen Ferienregionen zu rund 50 Prozent ausgelastet. Gruppen- und Klassenfahrtenhäuser sowie die Stadtstandorte aber blieben teilweise bis in den Herbst geschlossen und verzeichneten nur fünf bis 20 Prozent der normalen Belegung. Derzeit hat der zweite Lock-down die hessischen Jugendherbergen voll im Griff. Einige Häuser konnten für Sondernutzungen angeboten werden; aktuell sind in zwei Häusern Geflüchtete untergebracht, in vier Häusern beherbergt das DJH Soldaten, die Gesundheitsämter und Impfzentren bei der Arbeit unterstützen. Zwei Häuser haben Berufsschüler und Azubis als Gäste. Der Ausblick auf die neue Saison fällt trotz der aktuellen Schließsituation recht positiv aus. Stolle: "Wir warten nur auf den Startschuss, dann sind wir wieder da."

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