Vollsperrung in Schmitten: Wie läuft's?

  • schließen

SCHMITTEN - (kh). Natürlich gab es bereits im Vorfeld Bedenken aus der Bürgerschaft, aus Handel, Gewerbe und Dienstleistung. Und auch nach Beginn des Straßenbau-Projektes in Schmitten gab es Klagen über die Einschränkungen. "Aber ich finde, die Beschwerden haben sich in Grenzen gehalten, wohl auch, weil wir im Vorfeld viel darüber kommuniziert haben", sagt Schmittens Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU).

Seit 17. Juli ist die Landesstraße zwischen Dorfweil und Schmitten voll gesperrt, ab 28. August soll sie wieder geöffnet werden. "Wir sind sozusagen auf der Ziellinie", so die Rathauschefin. Die Verwaltung könne recht zufrieden mit dem Fortschritt auf der Baustelle sein, "wir liegen im Zeitplan."

Unter Regie der Gemeinde Schmitten werden derzeit die Wasser- und Kanalanschlüsse erneuert, weil im nächsten Jahr unter Federführung von HessenMobil die Deckenerneuerung ansteht. Wenn die aktuellen Arbeiten fertig sind, wird es nach den Sommerferien in einer zweiten Phase mit der Kanonenstraße weitergehen: auf dem Abschnitt Schmitten Kirche bis Ortsausgang Richtung Arnoldshain. Auch hier muss die Straße voll gesperrt werden - ab dem 30. August für eine Dauer von acht Monaten (Ausblick bis September 2023 auf www.schmitten.de).

Natürlich sind Autofahrer gernervt, wenn sie Umleitungen in Kauf nehmen müssen. Entweder die Strecke Brombach - Neu-Anspach Bad Homburg - Oberursel Hohemark - Niederreifenberg (ca. 36 km) oder die Strecke Brombach - Weilrod - Riedelbach - Reichenbach - Wüstems - Oberems - Niederreifenberg (ca. 24 km). Wer nur von Dorfweil nach Schmitten oder umgekehrt möchte und körperlich dazu in der Lage ist, geht zu Fuß oder nimmt das Rad. Das machen erstaunlich viele Menschen. "Ich sehe hier vom Rathaus aus viel mehr Fahrradfahrer als sonst", so Krügers. Es sei daher gut gewesen, entsprechende Stellplätze auszuweisen und Parkplätze anzumieten. Die Radlerstrecke sei zudem vorher vom ADFC und vom Ordnungsamt abgefahren worden, um die Qualität der Strecke zu sichern und entsprechend auszuschildern. "Vielleicht trägt das alles dazu bei, dass der eine oder die andere häufiger das Fahrrad benutzt", so die Bürgermeisterin. Sie selbst habe schon des Öfteren ihr E-Bike genommen, um zu Terminen zu kommen.

Wer meinte, die Vollsperrung mit seinem Pkw nicht groß-, sondern kleinräumig umfahren zu können, also verbotenerweise auf Rad-, Fuß- oder Waldwegen, wurde in den vergangenen Wochen eines Besseren belehrt: Das Ordnungsamt war wachsam, hat stichprobenartig die Waldwege kontrolliert und auch einige Knöllchen verteilt. "Insbesondere am ersten Wochenende der Sperrung wurden da einige erwischt," berichtet Julia Krügers. Mittlerweile würden die "Schleichwege" nur noch selten benutzt, was auch die Anwohner dem Rathaus bestätigt hätten.

Mit den von der Sperrung betroffenen Unternehmen steht das Rathaus in engem Kontakt, verspricht alles zu tun, um die Situation gemeinsam zu bewältigen. Ein echter "Frequenzbringer" ist derzeit ohnehin eher außen vor: Der Andrang im Schmittener Freibad hält sich in Grenzen. Es wird schwierig sein, am Ende der Saison zu klären, ob es an der Sperrung oder am Wetter lag.

Das könnte Sie auch interessieren