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So wappnet sich die Feuerwehr Weilrod vor einem erneuten Hochwasser

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Von: Inka Friedrich

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Es fehlt nicht mehr viel: Die Weil führt zurzeit reichlich Wasser. Sollte es noch einige Tage so weiter regnen, dann könnte der Fluss über die Ufer treten. © Inka Friedrich

Im vergangenen Jahr hat das Hochwasser Weilrod ordentlich erwischt. Damit so etwas trotz anhaltender Regenfälle nicht noch einmal passiert, haben die Feuerwehren und die Gemeinde vorgesorgt.

Weilrod. Es brauchte nur ein wenig Wärme, um die Wiesen an der Weil Ende letzten Januars komplett zu überfluten. Grund war ein verfrühter Frühlingseinbruch, der mitten im tiefsten Winter dafür gesorgt hatte, dass der viele Schnee, der vor allem über die Weihnachtsfeiertage auf die Kuppen des Taunus gefallen war, in Form von Tauwasser die Hänge heruntergerauscht ist und die sonst so beschaulichen Flüsschen im Kreis in reißende Ströme verwandelte, die reihenweise über die Ufer traten.

Damals erwischte es Weilrod im Vergleich mit anderen Hochtaunuskommunen recht heftig. Zwar überschwemmten auch in Grävenwiesbach, Schmitten und in Usingen die Flüsse die angrenzenden Wiesen und Feldflächen. Doch in Weilrod, dort wo die Gärten der Wohnhäuser zum Teil direkt an die Weil grenzten, wurde es - bildlich gesprochen - ganz schön eng.

Seit einigen Tagen regnet es nun auch in diesem Winter ununterbrochen. Schaut man sich das Regenradar an, so weiß man: Es wird wettertechnisch nicht besser. Auch die nächsten Tage ist Regen angesagt. Nun genügt ein Blick in Richtung Weil, um zu sehen: Da ist nicht mehr viel Platz nach oben zum Uferrand.

Die Sandsäcke sind an verschiedenen Standorten bereits gebunkert

Vor allem die Wiesen beim Rewemarkt in Rod an der Weil standen im letzten Jahr tief unter Wasser. So tief, dass das Wasser beinahe in die Kellerbereiche des Getränkemarktes geschwappt ist.

Um ein ähnliches Szenario in Zukunft zu vermeiden, hat sowohl die Gemeinde Weilrod als auch die Feuerwehr mittlerweile vorgesorgt. »Die angeforderten Fließkarten sind bereits in der Gemeinde und werden alsbald der Feuerwehr zur Verfügung gestellt«, sagt Weilrods Gemeindebrandinspektor Stefan Jochetz. Nun könne die Gemeinde in die Fließkarten einsteigen und anschließend auswerten, wo mögliche Schwerpunkte bei einer Flut in der Gemeinde Weilrod liegen könnten.

Zudem habe man an verschiedenen, strategisch wichtigen Standorten mittlerweile Sandsäcke deponiert. »Es stehen mehrere stationäre Rollcontainer in der Gemeinde, die bereits mit Sandsäcken gefüllt wurden«, erklärt der Chef der Weilroder Feuerwehr. Einer der Container steht beispielsweise bei der Firma Bangert, die auch den Sand für die Sandsäcke bereitgestellt hat. Zudem seien Sandsäcke auf Europaletten gelagert worden, um im Notfall auf diese zurückgreifen zu können. Vergleicht man diese Vorbereitung mit dem letzten Jahr, so fällt auf, dass man organisatorisch aus der Flut gelernt hat. »Im letzten Jahr, als das Wasser bereits da war, mussten wir die Sandsäcke zunächst einmal füllen«, sagt Jochetz und erklärt, dass damals wertvolle Zeit verstrichen war. Sollte es heutzutage noch einmal zu einer solchen Flut kommen, habe man nun wertvolle Zeit gewonnen. »Ich gehe davon aus, dass nun binnen einer halben Stunde reagiert werden kann.

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Sandsäcke beim Rewe in Weilrod sprachen vor einem Jahr eine deutliche Sprache: Das Wasser der Weil war dem Keller des Lebensmarktes gefährlich nahe gekommen. © Inka Friedrich

Viele Privatleute sorgen für inzwischen selbst saubere Ufer

Eines hat der Einsatz der Feuerwehr jedoch gezeigt: Wenn in Privathäusern, die dicht an der Weil stehen, ein Schutz vor eindringendem Wasser fehlt, so kann die Feuerwehr agieren wie sie will, die Keller werden volllaufen. »Wir können nichts tun, wenn Kellerschächte beispielsweise nicht abgedichtet sind. Da läuft das Wasser einfach nur rein«, so Jochetz.

Ein Ziel habe man mittlerweile aber erreicht: Viele Privatleute sorgen mittlerweile dafür, dass die Uferfluren saubergehalten und von Ästen und Stämmen befreit wurden. »Daran hatte sich das Wasser der Weil im letzten Jahr aufgestaut. Nun aber hat hier ein Umdenken stattgefunden«, so der Feuerwehrchef.

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