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Mit Ross und Reiter startet die Kita am Dornbusch vom freien Träger Wabe zum Martinszug.

Erfolgreiches Konzept

Sogar eine Sauna ist geplant: Ein Besuch in der Wabe-Kita am Dornbusch in Usingen

Seit gut einem Jahr betreibt der private Träger Wabe aus Hamburg am Usinger Dornbusch eine Kindertagesstätte - offenbar mit Erfolg, denn es sind weitere Verbesserungen und mehr Personal geplant.

Usingen . Ein gutes Jahr residiert der private Träger Wabe aus Hamburg nun mit seinem Kindertagesstätte am Dornbusch an der Südtangente, umgeben von Baustellen und stattlichen Gewerbebauten. Der Blick auf die derzeitigen Nachbargebäude ist wenig erbaulich, der Blick übers Tal und Usingen hingegen entschädigt für vieles.

Die Hamburger Pressereferentin Claudia Janson hat sich Zeit genommen, um diese Zeitung durch die Hallen zu führen und nicht nur das Konzept, sondern die Philosophie von Wabe zu erläutern. Zusammen mit Kita-Leitung Evelyn Randak und Fachleiterin Flavia-Annabell Auer macht der Rundgang staunen - wenngleich die Konzeption Wabes nicht unbekannt ist.

Vorweg: Der private Träger zahlreicher Kindereinrichtungen und internationalen Schulen aus Hamburg hat gegenüber kommunalen Trägern einen klaren Vorteil - denn hier wird zwar auch auf den Cent geachtet, aber es gibt keine Vorgabe, bei allen Planungen den günstigsten Anbieter zu nehmen. Wabe lässt von eigenen Designern Ideen entwerfen, lässt Möbel zimmern und Spielgeräte für Kinder konzipieren. Und so sind alle Räume hell, mit speziell designten Lampen ausgestattet, haben multifunktional nutzbare Möbel aus eigener Fertigung.

Aber Wabe leidet auch unter Corona - nicht gesundheitlich. Aber was die Bauarbeiten und weitere Ausstattung der Räume angeht. »Unsere Handwerker bekommen kaum Material, deshalb fehlen in manchen Räumen noch die vorgesehenen Ausstattungen«, sagte Janson.

Mit dem offenen Konzept schließt sich Wabe auch den Usinger Kita-Einrichtungen an. Kinder können und sollen sich selbst entscheiden, was sie wann machen wollen - lediglich die Personalstärke setzt Grenzen. So sind manche Räume zu bestimmten Zeiten eben nicht zu nutzen, da dann Personal fehlt.

Nun hat Wabe als einen Grundpfeiler der Pädagogik die sehr enge Beziehung der Eltern zur Einrichtung. In Hamburg etwa müssen Eltern einige Tage mitarbeiten, um so das Konzept zu verstehen.

Aber: Corona macht auch hier einen Strich durch die Rechnung: »Dieser Austausch mit den Eltern, aber auch eine Eröffnungsfeier, Feste und Gemeinschaftsaktivitäten, zu denen die Familien normalerweise in unseren Einrichtungen übers Jahr zusammenkommen, waren uns deshalb nicht möglich.«

Kontakt zu Eltern sehr wichtig

Janson betonte, dass man auch alltägliche und wichtige Situationen wie ausführliche Begegnungen der Pädagogen mit den Eltern in Bring- und Abholsituationen aus Infektionsschutzgründen auf ein Minimum reduziert habe. Das habe den so wichtigen Beziehungsaufbau zwischen den Mitarbeitern und Kindern, aber auch zwischen den Pädagogen und Eltern erschwert: »Und es war auch für die Familien eine Belastungsprobe.«

Mit der Pandemie und den Vorschriften konnte Wabe gut klarkommen - denn ein Neubau bietet andere Möglichkeiten, als alte Gebäude. »Der HygieneCircle bot uns eine tolle Unterstützung in Usingen an.« Der HygieneCircle ist eine gemeinnützige Initiative aus Hamburg, die Bildungseinrichtungen mit digitalen, modernen Hygienelösungen ausstattet.

Aktuell betreut Wabe 64 Kinder, 31 in der Elementargruppe, 33 in der Krippe. Es ist noch Luft nach oben, allerdings betonte Randak, dass man erst ein Jahr geöffnet habe und nun die nächste Kindergeneration aufgenommen werde, die Belegung sich also alleine deshalb nach oben verschiebe. Rund zwei Drittel der Kinder kommen aus Usingen, etwa ein Drittel aus den umliegenden Gemeinden. Denn manche Eltern arbeiten im Gewerbegebiet und nutzen die Chance.

Die Belegschaft ist in diesem Jahr von sechs auf 20 Personen angewachsen. Auf die aktuell betreuten Kinder kommen 15 pädagogische Fachkräfte sowie eine Mitarbeiterin, die sich in ihrem Anerkennungsjahr befindet.

Steigender Personalbedarf

Fünf Personen sind im Bereich Küche und Hauswirtschaft oder Haustechnik beschäftigt. Und: »Mit der steigenden Kinderzahl wird die Zahl der pädagogischen Fachkräfte sukzessive auf insgesamt rund 30 pädagogische Mitarbeiter anwachsen«, sagte Janson. Aber man wisse, dass der Markt gerade in diesem Bereich fast leer gefegt sei und unterhalte deshalb enge Beziehung zur Saalburgschule.

»Eine unserer Mitarbeiterinnen ist dort gerade im Rahmen des Landesprogrammes Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher in die praxisintegrierte vergütete Ausbildung gestartet.«

Durch die Konzeption braucht Wabe nicht den »Allroundpädagogen«. Aus anderen Wabe-Kitas wisse man, dass für Bewerber besonders die Schwerpunktpädagogik einen Anreiz darstelle. »Wir möchten Pädagogen, die neben ihrer fachlichen Eignung eine Begeisterung für einen oder mehrere der Bildungsbereiche mitbringen und entwickeln. Sei es das Interesse an kreativem Gestalten, an Bewegung, an Naturentdeckungen, an Ernährung und vielem mehr. Wir sind überzeugt, dass ein solches Engagement auch auf die Kinder motivierend wirkt«, sagte die Sprecherin.

Fast schon ein Badebereich

Beim Rundgang ist staunen angesagt - nicht nur über die hochwertige Ausstattung. Eine Sauna wird in Kürze eingebaut, der schon fast als Badebereich zu bezeichnende Komplex ist fertig. Es gibt spezielle Räume zum Spielen, Basteln, Bewegen, Musizieren und Ruhen - viele von ihnen mit wenigen Handgriffen mehrfach nutzbar. »Unserem Anspruch, ein vielfältiges Bildungsangebot in modernen, einladenden Räumlichkeiten bereitzustellen, können wir entsprechen. Dennoch arbeiten wir weiterhin daran, auch die letzten kleinen Baustellen so bald wie möglich mit den entsprechenden Baumaterialien ausstatten zu können«, sagte Janson.

Um dann nach außen zu eilen und bei geplanten Martinsumzug zu helfen. Denn die Parkplätze füllten sich am Donnerstag schnell, Feuerwehr und Ordnungskräfte zogen auf, um die Kinder und ihre Eltern beim Gang mit den Laternen zu schützen.

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