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»Squid Game« zum Glück kein großes Thema

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Neu-Anspach (nni). Der Bayerische Rundfunk und andere öffentlich-rechtliche Programme haben schon darüber berichtet: Die Netflix-Serie »Squid Game« (auf Deutsch: »Spiel des Tintenfisches«) wird auf Schulhöfen von Grundschulen im gesamten Bundesgebiet nachgespielt. Darin spielen Erwachsene eigentlich harmlose südkoreanische Kinderspiele, die es abgewandelt auch bei uns gibt, zum Beispiel das Spiel »Rotes Licht, Grünes Licht«:

Ein Kind steht mit dem Rücken zu den anderen, sobald es sich umdreht, müssen alle wie angewurzelt stehen bleiben. Wer sich noch bewegt, hat verloren - in der Serie wird diese Person getötet. Wer alle Spiele gewonnen hat und als Sieger hervorgeht, bekommt sehr viel Geld. Alle anderen werden getötet. Obwohl »Squid Game« eigentlich erst für Jugendliche ab 16 Jahren erlaubt ist, kennen sie offenbar schon Kinder in der Grundschule. Diese Beobachtung haben sowohl der Leiter der Grundschule Am Hasenberg, Thomas Hergett, als auch seine Kollegin Hilke Puppe von der Grundschule an der Wiesenau gemacht. Beide betonen aber, dass es nur einzelne Vorfälle gab.

»Die Serie »Squid Game« ist an meiner Schule kein großes Thema. Vereinzelt war zu beobachten, dass nach Veröffentlichung der Serie auf Netflix in den Hofpausen Kinderspiele aus der Serie gespielt wurden, dies ist jetzt aber nicht mehr der Fall«, sagt Hilke Puppe. Die Schule sei mit den Eltern zum Thema Medienkonsum und Mediennutzung im Gespräch und habe jüngst wieder einen Elternbrief zum Thema veröffentlicht.

Gespräch mit Eltern gesucht

An der Grundschule Am Hasenberg gab es einen Fall, in dem erkennbar »Squid Game« nachgespielt wurde, so Thomas Hergett. Die Schule habe daraufhin sowohl das Gespräch mit den betreffenden Eltern als auch Schülern gesucht. Man sei auf beide zugegangen und habe sie aufgeklärt. »Lehrkräfte haben die Situation erkannt«, so Hergett.

Die Frage, ob er über den Vorfall überrascht war, beantwortet Hergett so: »Es gibt Familien, wo man unreflektiert Medien konsumiert.« Die Schule mache viele Angebote, um genau hier eine vorhandene Lücke zu füllen. Zum Beispiel gibt es an der Schule das Programm »Klasse 2000«. Es handelt sich um ein Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltprävention an deutschen Grund- und Förderschulen. Die sozialpädagogische Fachkraft (UBUS) Christina Hegerding biete Medienprävention-Elternabende sowie das Schlaukopf-Sicherheitstraining an, sagt Hergett. Dabei handelt es sich um ein Training zur Selbstbehauptung und Stärkung des Selbstbewusstseins für Kinder. Dieses Training werde von den Eltern gebucht und findet momentan nachmittags statt. »Wir überlegen, es auch am Vormittag anzubieten«, so Hergett und zwar über das Landesprogramm »Löwenstark - der BildungsKICK«. Dahinter verbergen sich vielfältige Angebote, die Kindern und Jugendlichen in der Corona-Krise helfen sollen.

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