UA-Wochensplitter: Ein starkes Zeichen der Hochtaunus-Grünen

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Haben Sie das Interview von Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger jüngst gehört? Auf die Frage, ob der Weg der Eintracht dieses Jahr in die Champions League führen wird, hat er mit einem Augenzwinkern entgegnet: "Da antworte ich mal ganz demokratisch. Wir schauen nur von Spiel zu Spiel." Ob er sich dabei nun versprochen hat und vielleicht "diplomatisch" meinte, oder ob ihm tatsächlich ein ziemlich geistreiches Wortspiel geglückt ist:

Im täglichen Diskurs bekommen wir es - auch und gerade auf politischer Ebene - tatsächlich immer wieder mit unzähligen Phrasen in der Art von "Wir schauen nur von Spiel zu Spiel" zu tun. Ein solcher Phrasendrescher war Marcus Kinkel, der in wenigen Tagen scheidende Schmittener Bürgermeister, ganz sicher nicht. Auch in seinem Rückblick auf die vergangenen 18 Jahre im Amt nahm er kein Blatt vor den Mund. Er habe "keine Lust und keine Kraft" mehr, erzählte er. Zermürbt von unzähligen Debatten, genervt von politischen Streitereien und - zumindest von ihm so wahrgenommener - Blockadehaltung ist er nun heilfroh, sein Amt an Julia Krügers abgeben zu können. Man muss nicht mit allen Äußerungen oder Entscheidungen Kinkels einverstanden gewesen sein, aber seine Offenheit - auch in Bezug auf seine Burnout-Erkrankung 2011 - sind mutig und zeigen, dass "unsere" Entscheidungsträger - bei aller oftmals berechtigten Kritik - auch nur Menschen sind.Das würde wohl kaum jemand mehr unterstreichen als Paul Lawatsch. Nach 15 Jahren als Bezirksdekan und über 30 Jahren als Pfarrer im Hochtaunus ist der Katholik nun im Ruhestand. Auch er hatte immer eine klare Haltung und wich - auch aus unserer Redaktion - keiner kritischen Interview-Frage aus. Wir werden die Gespräche mit ihm vermissen.Bleiben wir bei klarer Haltung: Mit Blick auf die nächste Sitzung des Kreistags am kommenden Montag haben die Grünen ein deutliches Statement abgegeben. Wie könne es sein, dass in Zeiten des fortgesetzen Lockdowns und der strikten Kontaktbeschränkungen am Montag 80 Menschen - ironischerweise in einer Friedrichsdorfer Schule - zusammenkommen, um eine Tagesordnung abzuarbeiten, die "Wahlkampfspektakel" versprechen lasse? Die Grünen jedenfalls wollen konsequent sein, sie haben für die Sitzung keine eigenen Anträge gestellt und wollen sich auch nicht an den Debatten beteiligen. Es ist ein starkes Zeichen, das die Grünen da setzen. Denn in der Tat hoffen angesichts sinkender Inzidenzen viele Menschen (vor allem natürlich Geschäftsleute) auf eine möglichst baldige Lockerung der Restriktionen. Die Zeichen, die aus der Politik kommen, deuten jedoch eher in eine andere Richtung. Umso wichtiger ist es da, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Über 20-minütige Rede-Beiträge in einem geschlossenen Raum, wie etwa jener des Linken-Politikers Werner Frey, der auf der vorletzten Kreistagssitzung in epischer Breite erklärt hat, warum er die Kronberg Academy ablehnt, konterkarieren die Eindämmung der Pandemie sicher weit mehr als es drei Jogger täten, wenn sie gemeinsam an der frischen Luft eine Runde drehen dürften.Und "Hinti", der Eintracht-Verteidiger? Der dreht seine Runden mit der Eintracht am Sonntag in Hoffenheim. Wie die Chancen stehen? Schwer zu sagen. Das nächste Spiel ist bekanntlich immer das schwerste!

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